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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
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435
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Kunstfeuer Kunstgeschichte 435

Kunstfeuer werden aus verschiedenen brennbaren Materialien, hauptsächlich mitBeisah von Schießpulver, bereitet und zerfallen in Ernst- und Lustfeuer. Zu den er-stem gehört in weikerm Sinne die ganze Munition, d. h. Geschoß, Ladung und Zün-dung der Geschütze und des kleinen Gewehrs; in engerm Sinne die zum Erleuchten undAnzünden erfundenen und die zur Vcrtheidigung der Bresche von den Belagerten ange-wcndeten Feuerwerksstücke, wie Raketen (s. d.), Fanale (s. d.), Brand kugeln(s. d.), Leuchtkugeln (s. d.) und Bomben (s. d.), Feuertöpfe, Pechkränze (s. d.),Pechfaschinen, Brandtüchcr, Sturmsäcke und Mordschläge (s. d.). Die Lustfeuer wer-den oftblos Feuerwerke (s.d.) genannt und haben den Zweck, dem Auge ein interessantesBild durch verschiedenartiges Funkensprühen und Erleuchten in bunten Farben zu Landeund auf dem Wasser zu geben.

Kunstgeschichte, die Darstellung des Ursprungs, der Entwickelung, des Aufschwungsund des Verfalls der schönen Kunstform, bildet einen Hauptthcil der Kulturgeschichte.Schon die Alten waren sich der historischen Entwickelung ihres überreichen Kunstlebensmehr oder weniger bewußt, und die Keime einer Kunstgeschichte finden stch, wenn auch nurwenig entwickelt, schon bei Plinius, Qnintilian, Pausanias u. A. Im Mittelalter dagegenschwindet jede Spur einer historischen Betrachtungsweise der Kunst, so zahlreich auch dieeinzelnen Kunstnachrichten sind, wie z. B. in dem wesentlich daraus bestehendenI-iborpoutiücalis" des Anastasius Presbyter. Eine eigentliche Kunstgeschichte entstand erst, alsdas Humanistenzeitalterim 15. und >6. Jahrh. den Gegensatz zwischen antiker und christ-licher Welt in allen übrigen Gebieten zum Bewußtsein gebracht hatte, als daL Alterthumals etwas Objektives, neu zu Erlernendes dem künstlerischen Geiste gegenüberstand, wäh-rend zugleich die eigenen unsterblichen Leistungen der Rafaelischen Zeit zur Vergleichungmit den mittelalterlichen wie mit den antiken Kunstwerken auffoderten. Während Ba-sar! (s. d.) diese große ital. Kunstepoche, zunächst nur vom biographischen Standpunkteaus, in seinem berühmten Werke auffaßte, stellten die Humanisten die Kunstnachrichten derAlten zusammen, während Palladio, Ligorio, Vignola u. A. antike Gebäude vermaßen, bissich eine Masse des Wissens in dieser Richtung ansammelte. Freilich diente dieselbe langeZeit nur dem praktischen Gebrauche einerseits der Künstler, andererseits der Philologen.Für die neuere Kunstgeschichte dauerte die biographische Behandlung fort; ihr verdankenwir die fast zahllosen Künstleranekdoten, welche indeß oft die tiefsten, kernhaftesten Auf-schlüsse über das wahrhaft Charakteristische des Künstlers und seiner Zeit enthalten. Diebedeutenden Stilveränderungen vom 16.18. Jahrh. gaben von neuem Anlaß dazu, dieKunstentwickelung historisch zu betrachten, um in den einzelnen Perioden das Gemeinsameder Künstler zu erkennen. Die Geschichte dcS Stils beginnt jedoch erst mit Winckel-mann (s. d.), welcher zuerst in der alten Kunst die Perioden unterschied und mit der Welt-geschichte in Zusammenhang brachte. Erst seit ihm wurde die Kunstgeschichte ein Zweig derKulturgeschichte. Allein noch blieb man in Betreff der neuern Kunst auf dem alten Stand-punkte, obwol man seit Vasari durch Mander und Sandrart die Schulen genau hatte schei-den lernen. Erst die streng antikistrende Richtung zu Ende des vorigen Jahrhundertsund die darauf folgende romantische Reaction mit ihrem Cultus des Mittelalters ließeneine anfangs parteiische, bald aber sich mehr und mehr objectivirende Achtung vor demwahrhaft Großen in den verschiedensten Kunstepochen entstehen. Die Einwirkung der seit-dem immer bedeutsamer hervortretenden Kunstgeschichte auf die Kunst selbst war vielleichtkeine durchaus günstige; ja es zeigte sich sogar hier und,da im Stillen wieder eine Sehn-sucht nach der alten Einseitigkeit, welche mit so naiver Überzeugungstreue an ihrem einmalergriffenen Ideal fcstzuhalten'pflegte. Allein diese augenblicklichen Nachtheile schwindenmehr und mehr, während die Kunstgeschichte selbst im Kreise historischer Disciplinen eineimmer wichtigere Stelle einnimmt. Vgl. Wendt,Über die Hauptperioden der schönenKünste" (Lpz. >831); H. Meyer,Geschichte der bildenden Künste bei den Griechen"(Dresd. >824); H. Hase,Übersichtstafeln zur Geschichte der neuern Kunst" (Dresd.1827, Fol.); und endlich, als Kupferwerk, Seroux d'Agincourt,Sammlung der vorzüg-lichsten Denkmäler u. s. w." (neueste Ausg. von Quast, Berl. 1838 fg.). Erst in der aller-