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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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434 Kunstakademien Kunstausstellungen

fühl, wie es z. B. der Dilettant hat, bald in die Beurtheilung nach bestimmten Regeln, wirsie der kalte Kunstrichter übt. Bei der wahren Auffassung aber verbindet sich Beides, das !Gefühl des Anschauenden löst sich in Urtheil auf und ist dem ideenmäßigen Urtheil ganzentsprechend. Zur wahren Auffassung eines Kunstwerks gehören daher nicht blos der all- >gemeine Kunstsinn, d. h. die Empfänglichkeit für Eindrücke der Kunst, Interesse für !Kunstwerke, und Leichtigkeit, sich in der Kunst zu vrientiren, sondern vor allen Dingen dieindividuelle, unbefangene Anschauung des Kunstwerks, und zu seiner wahren Würdigung iKunstgeschmack, d. i. die Fähigkeit, das Kunstschöne von dem Kunstwidrigen zu unter- -scheiden, und daher auch Kunstkenntniß, d. i. die Kenntniß des Wesens der Kunst und lder Künste, insbesondere auch des Technischen, sowie der Geschichte der Kunst. Nur mit sdiesen Eigenschaften ausgerüstet, wird man einem Kunstwerke seinen wahren Platz in ^dem großen Gebiete der Kunst anweisen können, welches der letzte Zweck der Kunst-kritikist. (S. Kritik und Geschmack.) Erst die Vereinigung dieser Eigenschaftenmacht den wahren Kunstrichter.

Kunstakademien nennt man nach dem gegenwärtigen Begriffe Kunstschulen höh«,rer Ordnung, wo nichts, was zur Entwickelung des darstellenden Talents nothwendig ist,vermißt werden darf, wo der Künstler Hülfsmittel beisammen findet, die der Einzelne stchnicht leicht erwerben kann, und wo für den ganzen Umfang der Hülfskenntnisse ausreichendeBelehrung zu finden ist. Anders aber verhält es sich mit vielen Kunstakademien in Wirk-lichkeit. Sie entstanden in der Mitte des >6. Iahrh., als in Folge der Anerkennung, welchedas Talent fand, ihm eine frühe Selbständigkeit gesichert wurde, und deshalb die Künfiler-schulen aufhörten, wo die Lehrlinge neben den Meistern heranreiften, als außerdem durchden Gang der europ. Bildung und Entwickelung der Eifer für große kunstfördernde Unter-nehmen und Kirchenbautcn u. s. w. sich minderte. Zwar gab es in Italien schon im U.Iahrh. eine Malervereinigung zu einem Zwecke, wie die Akademien gegenwärtig sich ihn ,fetzen, nämlich die in Venedig 1345 gebildete Zunft des heil. Lukas; doch führte sie ebenst 'wenig als die um 135«» zu Florenz gestiftete Malergesellschaft des heil. Lukas den Namen ^einer Akademie. Auch die erste Begründung der Akademie zu Mailand, als deren Stifter igewöhnlich Leonardo da Vinci genannt wird, dürste schon zu Anfänge des 15. Iahrh. fal-len. Die erste eigentliche Kunstakademie war die von Fcd. Zucchero 1583 zu Nom gestif-tete Akademie des heil. Lukas, welche indeß erst l 715 nach langer Unterbrechung eine festereGestalt erlangte. Die später gestifteten Kunstakademien zu Bologna, Parma, Padua,Mantua, Turin u. s. w. haben nie eine Bedeutung erlangen können. Das Muster für allenachfolgenden wurde die Kunstakademie zu Paris. Sie wurde als Akademie der Maler«von Ludwig XlV. 1648 gestiftet; Colbert fügte 1671 die Akademie der Baukunst hinzu,die jetzt den Namen Lcole speciale Oes besnx urts führt. Indeß hatten auch in Paris dieMaler schon 1381 eine gildenartige Verbindung unter dem Namen der Brüderschaft desheil. Lukas geschlossen. Eine Verzweigung der pariser Akademie ist die franz. Akademiezu Nom, in der Villa Medici. In Deutschland wurde die erste Kunstakademie von San- >drart 1662 zu Nürnberg gestiftet, die durch die berühmte Künstlerfamilie Preisler (s.d.) ,zu neuem Rufe gelangte, aus Mangel an Mitteln aber nur mühsam sich erhielt und l8>8in eine Provinzialkunstschule umgewandelt wurde. Die Akademie zu Berlin wurde >684gestiftet und 17 86 neu organisirt, die zu Dresden 1687 gestiftet und 1764 mit der zu Lch-zig und zu Meißen vereinigt. Die Akademie zu Wien wurde von Kaiser Joseph 1. begrün-det, aber erst von Kaiser Karl VI. 1726 vollständig organisirt. Den bedeutendsten Einflußerlangten die Kunstakademien zu München und zu Düsseldorf, von denen die erste l'^8gestiftet und 1807 vom Könige Maximilian I. neu begründet, die andere jvon FriedrichWilhelm III. 1820 errichtet wurde. Außerdem gibt es in Deutschland noch Akademien zuManheim, Kassel, Frankfurt am Main, Weimar u. s. w. Die Akademie der Malerei zuMadrid wurde 1752 gestiftet. London erhielt eine solche 1768, Edinburg bereits 1754.Holland hat Akademien zu Amsterdam u. s. w., Belgien zu Brüssel, Antwerpen undBrügge. Die Akademie zu Stockholm ist 1733, die zu Kopenhagen 1738 und die zu Pe-tersburg 1757 gestiftet.

Kunstausstellungen, s. Ausstellung.

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