Kunigunde (die Heilige) Kunst 431
Heldenmuth des Rittmeisters von Prittwih rettete ihn vor Gefangenschaft. Scidlitz, Fink,Hülsen und andere Generale wurden verwundet; der General Puttkammer und der Dich-ter Ewald von Kle i st (s. d.) starben den Heldentod.
Kunigunde, die Heilige, die Gemahlin Kaiser Hei nri ch's II. (s. d.), war eineTochter des Grafen Siegfried von Luxemburg. Mit ihrem Gemahl, dem Herzoge Hein-rich von Baiern, wurde sie zu Mainz 1002 als Königin der Deutschen und 1013 durch Be-nedict Vlll. in Nom als Kaiserin gekrönt. Einer Sage zufolge sollen beide Gatten dasGelübde ewiger Enthaltsamkeit gethan haben. Don Seiten des Kaisers darf man dies be-zweifeln, da er auf einem Reichstage zu Frankfurt sich über die Unfruchtbarkeit seiner Gc-mablin beschwert haben soll. So viel aber ist gewiß, daß ihre Ehe kinderlos blieb. Als späterder Leumund sich an den Nus der Kaiserin wagte, unterwarf sie sich einem Gottesurtheile,schritt barfuß über glühende Pflugscharen weg und überzeugte durch das glückliche Bestehendieser Feuerprobe den Kaiser von ihrer Unschuld. Nach dem Tode desselben zog sie sich in dasvon ihr gestiftete Kloster Kaufungen bei Kassel zurück und nahm am Jahrestage ihres Wit-wenstandcs, am I '«.Juli 1025, aus den Händen des Bischofs von Paderborn den Nonnen-schleier. Der Welt vergessend, lebte sie nun frommen Werken bis zu ihremTodeamZ.März10-10. An der Seite ihres Gemahls wurde sie im Dom zu Bamberg beigesetzt, und mit ihmthcilte sie die Ehre der Seligsprechung. Jnnocenz III. setzte sie 1200 unter die Heiligen.
Klmizburg, eine alte Burg in Ruinen, bei Jena, wurde von König Heinrich l. er-baut und war dann der Sitz eines alten Erafcngeschlechts. Das dabeiliegende Dorf Ku-nitz, mit 350 E., soll bis ins 15. Jahrh. eine Stadt gewesen sein, weshalb die männlichenBewohner noch gegenwärtig nicht Bauern, sondern Männer von K. genannt werden.
Kuukellehn, von Kunkel, d. l. die Spindel oder Spinnrad, dann das weiblicke Ge-schlecht im Gegensätze des Schwerts oder männlichen Geschlechts, heißt ein Lehn, welchesauch auf Frauen forterbt. Reines Kunkellehn, welches nur auf Frauen forterbt, gibt esnicht, denn sobald männliche Erben da sind, fällt das Lehn auf diese. Knnkeladel heißtder Adel von mütterlicher Seite.
Kunst (von können) heißt im Allgemeinen jede Thätigkeit, die nach Zwecken gewisseWirkungen hervorbringt, besonders wenn die Thätigkeit Schwierigkeiten zu überwindenhat und das hervorgebrachte Werk einen Grad von Vollkommenheit und Angemessenheitbesitzt. Dieser Begriff erstreckt sich daher auf alle Gebiete, in denen eine absichtliche Thä-tigkcit nach Zwecken möglich ist; es gibt ebensowol technische und mechanische, als freieund schöne Künste. Alle Kunst ist mithin etwas Praktisches, d. h. auf freier Thätigkeit deSMenschen Beruhendes, und die Kunstthätigkcit um so vollkommener, je mehr durch sie et-was für sich Bestehendes, d. i. ein selbständiges, in allen seinen Theilen übereinstimmendesWerk hervorgebracht wird, welches wir insofern Werk der Kunst im eigentlichen Sinne desWorts oder Kunstwcrk nennen und vomKunst stück unterscheiden, welches seinem in-nern Wcrthe nach von weniger Bedeutung ist und meist nur den Zweck hat, eine überra-schende Fertigkeit im Hervorbringen flüchtiger und vorübergehender Wirkungen an denTag zu legen. Durch jene Bestimmung ist die Kunst von der Natur und ihren Erzeugnis-sen unterschieden; denn obgleich die Natur Dinge erzeugt, welche das Ansehen von Kunst-werken haben (s. Ku nst triebe), so bringt sie doch ihre Erscheinungen nicht mit freier Ab-sichtlichkeit, sondern nach dem Gesetze bewußtloser Nothwcndegkeit hervor. Jedoch ist die Kunstdurch, die Natur begründet, von welcher sic nicht blos die Stoffe zur weitern Gestaltung,sondern auch die Formen zur idealen Nachbildung erhält. Sie erzeugt ihre Werke durchGestaltung, Verknüpfung und Bearbeitung vorhandener Elemente, und ist dabei überdiesan die Naturgesetze gebunden, die sie mit Bewußtsein und Absicht befolgt; sic beherrschtdie Natur, indem sie ihr gehorcht. Von der Wissenschaft unterscheidet sich die Kunst haupt-sächlich dadurch, daß diese eine Nachbildung und Veredelung, jene aber Erkenntniß derNatur und des Zusammenhangs der Dinge ist und als Philosophie über die einzelnen Er-scheinungen hinausgeht. Die Wissenschaft besteht demnach in der Ausbildung des Wis-sens und ist auf die theoretische Thätigkeit des Geistes gegründet; die Kunst dagegen hates zu thun mit Etwas, das weder selbst ein Wissen ist, noch blos durch das Wissen ohne äu-ßere Fertigkeit hervorgebracht werden kann. Darum war es falsch, wenn man sonst einig«