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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Kulm (Schlacht bei)

er mit den östr. Truppenmassen auf eine verwirrende Weise zusammengcrieth. Auch demGeneral Ostermann-Tolstoy ließ er sagen, er möge sich, im Falle ihm Vandamme dmRückzug nach Pcterswalde schon abgeschnitten hätte, über Maxen an die Hauptarmceanschließen. Doch Ostermann, die Gefahr erwägend, in welche das böhm. Heer versetztwürde, wenn die über Pcterswalde nach Teplitz führende große Straße dem verfolgendenFeinde offen bliebe, wählte auf eigne Verantwortung die gefährlichere Richtung des Rück-zuges, erstürmte den in seinem Rücken vom Feinde schon besetzten Kohlberg sowie denEngweg von Gießhübel und erreichte am 29. Peterswalde. Aber mit Ungestüm stürzteVandamme ihm nach und über die Höhe von Nollendorf in den Kessel hinab, wo er diekleine Schar von 8000 Russen bis K. zurückdrückte. Hier erfuhr Ostermann durch denKönig von Preußen, der schon in Teplitz angekommcn war, die gefahrvolle Lage des mitGepäck und Geschütz im Erzgebirge verwickelten Heers, bei welchem sich der Kaiser Alexanderbefand. Sofort beschlossen am 2!». die Feldherren Ostermann, Aermolow, Knorring, PrinzGallizin und Großfürst Konstantin, um jeden Preis eine Stellung zu behaupten, von derdie Sicherheit des über das Erzgebirge mit dem russ. Kaiser heranziehenden Heers abhing.Hcldenmüthig und mit der hingebensten Aufopferung vertheidigten an diesem Tage dieRussen jeden Schritt des Bodens bis I l Uhr Mittags, wo endlich das kleine Gewehrfeuerlängs der ganzen Linie sich entzündete und ihre Lage immer schwieriger wurde. Um dieseZeit erschien, vom König von Preußen herbcigerufen, das östr. Regiment Erzherzog JohannDragoner, unter dem Obersten Stück, dem bald darauf nebst der Abtheilung der leichtenruss. Garde-Reiterei die erste und zweite russ. Kürassier-Abtheilung unter demGroßfürstcnKonstantin folgten. Der Kampf war mörderisch; VU00 Verwundete und Tobte lagen aufdem Schlachtfelds; dem tapfcrn Ostermann riß eine Kanonenkugel den linken Arm weg;dennoch behauptete er und sein Nachfolger im Oberbefehl, Miloradowitsch, die Stellungbei Arbisau. Vandamme brach endlich, als es dunkel wurde, das Gefecht ab und bezog einLager bei K., wo er die Ankunft des Kaisers oder Mortier's am nächsten Morgen gewißerwartete. Nun war Napoleon zwar am 28. mit den Garden bis Pirna vorgegangen, baldaber wegen eines Fiebers, das ihn befallen, und in Folge der Nachricht über den Verlustder Schlacht bei Groß-Becren mit den alten Garden nach Dresden, dem Mittelpunkteseines Kriegsschauplatzes, zurückgekehrt, wohin er später auf die Kunde von der an derKatzbach verlornen Schlacht, weil er ein Vordringen des schief. Heers und des Nordheersfürchtete, auch Mortier mit der jungen Garde von Pirna abrief. Unterdessen aber hatte sichdie Hcerabtheilung unter Kleist, auf den Vorschlag des Generals Grollmann, Chefs desEencralstabs, von Glashütte, Breitcnau und Fürstcnwalde aus, von der kleinen Straßeüber den Gcicrsbcrg, weil diese Wege über Graupen nach Teplitz hinab vomHeerzuge schonangefüllt waren, seitwärts auf Nebenwegen nach der großen Straße von Pcterswalde ge-wendet, um über Nollendorf Vandamme in den Rücken zu kommen. Wäre nun Napoleonoder Mortier mit der jungen Garde vonPirna nachgerückt, so war Kleist verloren und Van-damme siegte. Dagegen hatte Schwarzenberg, der gegen 6 Uhr Abends vonAltenberg her inder Ebene von K. angekommen war, die Russen bei Arbisau verstärken lassen und sich über dieStellung und Stärke des Feindes persönlich unterrichtet. Demzufolge wurde für den nächst,folgenden Tag ein neuer Angriff auf Vandamme beschlossen. Die östr. Divisionen Colloredound Manch! wurden von Dux her näher an das Schlachtfeld gezogen, und Kleist, vondessen Seitenmarsch nach Nollendorf man Nachricht hatte, cingeladcn, zur Schlacht amnächsten Tage mitzuwirken. Vandamme sollte auf seinem linken Flügel umgangen, dadurchaber zwischen K. und das Gebirge eingeengt und aufgerieben werden. Mit Tagesanbruchgriff Barclay, dem die Leitung des Heers am .'w. Aug. von Schwarzenberg übertragenwar, den Feind an, worauf Knorring, Colloredo und Bianchi die Höhen des linken Flügelserstürmten. Noch stand die Schlacht und Vandamme behauptete die Rückzugsstraße nachPcterswalde, als um I l Uhr Kleist von Nollendorf, wo Vandamme nur franz. Truppenerwartete, herab in des Feindes Rücken stürmte. Eingeschloffen in den Kessel von K., suchtesich Vandamme nach Nollendorf durchzuschlagen; die franz. Reiterei warf sich auf diePreußen und das Fußvolk folgte in geschlossenen Quarre's. Doch nur den Generalen Du-mvnceau, Philippen und Corbineau mit einem Theile der feindlichen Reiterei gelang es,