426 Kukuk Kulm (Schlacht bei)
ErzbisthumS das Recht, den poln. König zu krönen und den Reichstag zu berufen, undhieß dann auch Jnterrex.
Kukuk, eine ziemlich zahlreiche Gattung aus der Familie der Klettervögel. Europabesitzt nur eine, aber überall verbreitete Art, den gemeinen Kukuk, der nicht eigentlichklettert, sondern in Baumkronen und Gebüschen sich aufhält, scheu und vorsichtig ist, vonInsekten, besonders von Raupen sich nährt, als Zugvogel im April in Deutschland an- 'kommt, und hierdurch zum willkommenen Verkünder des Frühjahres wird. Seine bekannt!und vom Volke zu vielen Sprüchwörtcrn benutzte Sitte, seine Eier in die Nester von ande-ren kleinern Vögeln, wie Grasmücken, Bachstelzen und Nothkehlchen, zu legen und dortausbrüten zu lassen, hat durchaus nichts Unbegreifliches. Sie erklärt sich, wenn man weiß,daß der Kukuk durch den unwiderstehlichen Wandertrieb (s. Vögel) früher als irgend cm ^anderer Vogel ergriffen und zur Abreise genöthigt, keine Zeit haben würde, seine Junge»selbst zu erziehen, die übrigens trotz ihrer Unart und Gefräßigkeit von ihren Pflegeälter»mit großer Zärtlichkeit behandelt werden. Unter die vielen Fabeln über diesen, zum Theilsogar mit abergläubischer Scheu betrachteten Vogel>gehört auch die, daß sein Magen inner-lich behaart sein solle. Weibchen und Junge sind von rothbrauncr Färbung. Am Cap derguten Hoffnung lebt der Honigkukuk, der mit großem Geschrei die Bienennester anzeigt,in welche einzudringen ihm nicht gelungen ist.
Kullkhan (Tahmasp), s. Nadir.
Kulikower Feld heißt jene Gegend in Rußland an den Quellen des Don, in derNähe der Stadt Jepifan im Tulaschen Gouvernement, wo der Großfürst Dmitri, der da-von den Namen Donskoi erhielt, 138« einen glänzenden Sieg über die Tataren erfocht,den ein neuerdings auf dem Schlachtfelde errichtetes Monument verherrlicht.
Kulm, ein Dorf im leitmeritzer Kreise des Königreichs Böhmen, drei Stunden nord-östlich von Teplitz, ist merkwürdig durch die Schlacht am 30. Aug. 1813. Vandannne'SNiederlage in dieser Schlacht rettete nicht blos Teplitz und Prag, sondern sicherte auch die ?Fortdauer des großen Bündnisses mit Ostreich gegen Napoleon und brach, nebst den gleich-zeitigen Siegen der Verbündeten bei Eroß-Beeren am 23. Aug. und an der Katzbach am2». Aug., zuerst die Angriffsmacht Napoleon's. Das verbündete Hauptheer unter demFürsten Schwarzenberg war nämlich aus Böhmen über Peterswalde, Seyda, Marienbergund Annaberg nach Sachsen in der unbestimmten Absicht vorgerückt, entweder die Linie»des Feindes bei Dresden zu durchschneidcn oder den Umständen gemäß auf Leipzig loßzu-gehen, um hier die Verbindung mit dem Nordheere, dessen Anrücken man von Dessau Helerwartete, zu suchen. Man hatte aber zuletzt sich für die Richtung auf Dresden zu ent-schieden und sich dieser Stadt genähert, wo Saint-Cyr den Mittelpunkt von NapoleonsStellung an der Elbe mit 30000 M. zu behaupten außer Stande schien. Allein Napoleonwar auf die erste Kunde von jenem Vorrücken des böhm. Heers in Eilmärschen aus Schle-sien herangezogen und hatte, den Schlachtplan bei Dresden und die gänzliche Niederlagedes Feindes schon in Stolpen berechnend, von hier am 25. Abends den General Vandammemit der ersten Heerabtheilung, 30000M. stark, entsendet, der am 27. über die schon frühergeschlagene Schiffbrücke bei Königstein über die Elbe ging, den rechten Flügel der Ver-bündeten von der Hauptrückzugsstraße derselben über Pirna nach Peterswalde abschmttund auf die Nachricht von dem Erfolge der Schlacht am 27. in Böhmen gegen Teplitz ver-dräng, wo er dem über das Erzgebirge hinab zurückweichenden Feinde im Rücken und indie Seite fallen sollte. Unterdessen war der Angriff der Verbündeten auf Dresden am 26.mislungen, und in der Schlacht bei Dresden hatte sich Napoleon durch das Umgehen unddieNiederlage des linken feindlichen Flügels derStraße nachFrciberg bemächtigt. Dadurchwurde Schwarzenberg genöthigt, schon am 27. Nachmittags sich auf dem einzigen ihmnoch übrigen Rückwege, über Dippoldiswalde nach Altenberg und dann auf Seiten- undFeldwegen über den Kamm des Erzgebirges, in seine feste Stellung bei Teplitz im Egerthalezurückzuziehen. Den Rufsen unter dem Grafen Barclay wurde die Heerstraße vom Schlacht-felds über Dohna und Gießhübel nach Teplitz angewiesen, aber Barclay, der die ihm zugr-getheilte Marschroute zwischen Vandamme und den Verfolgungstruppen Napoleon's fürzu gefahrvoll hielt, drängte sich gleichfalls auf die Straße nach Dippoldiswalde, wodurch