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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Kuhreiheu Kujawien 425

I pfung, w»l aber das Weiterimpfen; auch während des Zahnens und anderer Entwicke-s lungsperioden oder vor dem dritten Monate impft man nur im Nothfalle, wenn vielleicht^ eine Pockenepidemie oder Pockenkranke in der Nähe sind. Die Operation wird auf ver-schiedene Arten bewerkstelligt; am besten ist es, unmittelbar aus einer geöffneten Pusteleines Individuums, von dessen übriger Gesundheit man sich überzeugt hat, die frischeLymphe zu nehmen und sie in die zu diesem Zwecke bestimmten Schnitte oder Stiche, dieman ganz oberflächlich, womöglich ohne Blut hervorquellen zu lassen, gewöhnlich amOber-arm des Impflings gemacht hat, überzutragen, worauf die Stelle leicht bedeckt und gegenReibung geschützt wird. Ist die Operation richtig ausgeführt worden und tritt sonst keine

, Störung dem Proteste entgegen, so scheint während der nächsten drei Tage die Wunde zuheilen, am vierten jedoch erhebt sich ein kleines Knötchen, welches bis zum sechsten in einbläulich-weißes, halbdurchsichtiges, von einem blaßrothen Hofe umgebenes Bläschen über-geht. Hierauf treten gewöhnlich leichte Fieberbewegungen ein, der umgebende Hof vergrö-ßert sich und das Bläschen vervollkommnet sich zu einer runden oder länglichen Pustel,welche erst mit Heller, später trüber, eiterähnlicher Flüssigkeit gefüllt, sich rechtwinkelig vonder Haut erhebt und einen etwas eingesenkten Mittelpunkt hat. Will man von dieser Pu-stel weiter impfen, so muß man dies zwischen dem 7. und 9. Tage thun, wo die Flüssigkeitnoch ganz hell ist und keinen Eiter enthält. Vom zwölften Tage an wird die Pustel ganztrübe, der rothe Hof verschwindet, die Fiebcrbewegungen hören auf und auf der eintrock-nenden Pustel entsteht »ach und nach ein Schorf, welcher zwischen dem 20. und 25. Tagevon selbst mit Zurücklassung einer der Größe der Pustel angemessenen Narbe abfällt. Ver-schiedene Verhältnisse, Witterung, Körperconstitution, Temperament u. s. w- können eineAbweichung des Verlaufes der Zeit nach bewirken, während sie meist ohne eigentlich schäd-lichen Einfluß bleiben. Übrigens muß man stets gehörig darauf achten, daß der erzeugte! Ausschlag die wirkliche Kuhpocke sei, weil, wenn aus einer schon zu weit entwickelten? Pustel oder mit durch zu langes Aufbewahren verdorbener Lymphe geimpft, oder wenndie Entwickelung des Ausschlages durch Aufkratzen, durch den Gebrauch unpassender Arz-neien, durch Krankheit oder durchDiätfehlcr gestört wurde, nicht die wahre, sondern die un-echte oder gestörte Kuhpocke (vsccinslla) erscheint, welche keine Schuhkraft gegen dieMen-schenpocke besitzt. Diese unterscheidet sich von der echten durch unregelmäßigen Verlaufund verschiedene Gestalt. Es ist authentisch erwiesen, daß seit Einführung der Kuhpocken-impfung die Sterblichkeit bedeutend abgenommen hat, sodaß sie jetzt fast in allen civilisi»ten Staaten als Gegenstand der Gesundheitspolicei betrachtet wird. Da man in der neuernZeit wahrgenommen hat, daß die Kuhpockcn die Anlage zu den Blattern nicht für dasganze Leben oder in einigen Fällen nicht gänzlich zu tilgen scheinen, obgleich die einen ge-^ impften Menschen befallenden Blattern meist sehr gutartig und oft nur in der Form derVarioloiden (s. d.) verlaufen, so ist die Wiederholung der Kuhpockenimpfung (revsc-cinatio), welche wenigstens ohne allen schädlichen Einfluß zu sein scheint, nicht selten vor-genommen worden. Über die Verhältnisse, welche bei der Ansteckung Geimpfter durch dieMenschenblattern obwalten, sind die Bedbachtungcn noch nicht vollständig genug, um einsicheres Resultat zu liefern. Vgl. Paulus,Handbuch für Jmpfärzte" (Stuttg. 1840).

Kuhreihen oder Kuhreigen heißt die alte Nationalmelodie, welche die Alpenhir-

II ten in der Schweiz beim Austreiben ihrer Heerde» zu blasen oder zu singen pflegen. Siebesteht aus wenigen einfachen Intervallen, eignet sich ganz zu der einfachen Weise dieserHirten und dem Alpenhorne, auf welchem sie dieselbe vortragen, und macht in den wider-hallenden Gebirgen eine ungemeine Wirkung. Von der ursprünglichen Melodie, welchedie appenzeller sein soll, ist man jedoch in andern Cantons vielfach abgewichen, wie die zuBern erschienene Sammlung von Kuhreigen (2. Ausl., >815) beweist. Vgl. Huber,ko-cueil «io ranr cles vacties et <le cksnsons nationales 6e la Luisse pour la llüte et la gui-

' larre" (St.-Gallen > 830).

Kujawien, ein sehr fruchtbarer Landstrich an dem linken Ufer der Weichsel, gegen-wärtig größtentheils zum Großhcrzogthum Posen gehörig, mit den Städten Znowrazlawund Brzesc, bildete, ehe es zu Polen kam, ein besonderes Fürstcnthum. Der Bischof vonK-, der in Wlodawek an der Weichsel residirte, hatte während der Bacanz de- gnesener