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und den Propertius (2Bde., Lpz. >805) heraus, wendete sich aber immer entschiedenerder Theologie, insbesondere der Exegese zu, die er durch sein in mancher Beziehung sehrbrauchbares und in der neuesten Ausgabe mit mehr grammatischer Schärfe bearbeitetesHauptwerk „Oommeiitsrii in libi'ttS lV. 'S'. ilistnricos" (4 Bdc., Lpz. 1 807— I 8; 4. Ausl.,Lpz. 1 837 fg.) bereicherte. Außerdem ist noch sein „(lommentsrius in epi>t(äsm Sil ile-drseos" (Lpz. 1831) zu erwähnen. Er starb als geistlicher Geh. Rath, ordentlicher Pro-fessor der Theologie und Senior der Universität zu Gießen am l 3. Ort. 1841.
Kuhpocke (vsrii)Is vsceiou) nennt man eine Ausschlagskrankheit, welche nicht seltenepizootisch herrscht und sich an den Eutern der Kühe zeigt. Sie kommt in verschiedenenFormen vor. Die echte Kuhpocke erscheint anfangs als ein kleiner rother Fleck, bildet biszum 7. oder 8. Tage eine hcllbläuliche, erbsengroße, von einem rochen entzündeten Hefeoder Ringe umgebene und mit wasserheller Lymphe gefüllte Pustel mit eingesenktem Mit-lelpunkte, welche allmälig eintrocknet und endlich als Schorf abfällt. Dabei ist das Allge-meinbefinden des Thieres gestört, es treten Fieberbewegungen, Mangel an Freßlust u. s. n>.ein, ohne jedoch Gefahr zu bringen. Andere Formen dieses Ausschlages, welche man imAllgemeinen unechte Kuhpocken nennt, sind die Windpocke, die gelbliche, schwarze, bläu-liche, weiße, rothe und warzige Kuhpocke, von denen einige einen bösartiger» Verlauf zei-gen und namentlich eine Neigung, in Geschwüre überzugehen. Die echten Kuhpocken undeinige der andern Formen sind ansteckend und können theils durch Berührung, theils durchImpfung auf die Menschen übergetragen werden und haben dann einen ähnlichen Verlaufwie bei den Kühen. (S. Kuh p o ck e ni mp fung.)
Kuhpockenimpfung (vaccmstio) nennt man die Übertragung des Ansteckungs-stoffes der Kuhpocke (s. d.) von einem Individuum auf das andere. Die Eigenschaft ge-wisser Krankheiten, namentlich mancher ansteckenden Hautausschläge, zu denen auch dieBlattern (s. d.) gehören, den Menschen nur einmal zu befallen, führte schon frühzeitigzu der Idee, daß durch das Überstehen einer solchen Krankheit der Stoff, welcher steverur-sachte, ausgeschieden und der Körper von der Empfänglichkeit dafür befreit werden könne,und daß es zuweilen besser sei, die Krankheit künstlich hervorzurufen. Namentlich bewiesgerade bei denBlattern dieErfahrung, daß diese, künstlich hervorgebracht, gewöhnlich mil-der verliefen, als die auf natürlichem Wege erzeugten. Aus diesem Grunde wurde die Ein-impfung der Menschcnblattern schon seit den ältesten Zeiten in China, Ostindien, Arabien,Georgien und andern Ländern überall auf verschiedene Art ausgeübt. Auch hier und dain Europa wurden Menschen bei angehenden Pockenexidcmieen geimpft, vorzüglich abergeschah es in Griechenland, welches von Einigen als Stammland der Impfung betrachtetwird und wo sie zu Anfänge des 18. Jahrh. allgemein cingeführt war. Hier wurde die be-rühmte Lady Montague (s.d.), deren Gemahl Gesandter in Konstantinopel war, daraufaufmerksam, ließ im1.171 7 ihren Sohn impfen und wendete, nachdem der Versuch einengünstigen Erfolg gehabt hatte, bei ihrer Rückkehr nach England ihren ganzen Einfluß an,um dieser Schutzmaßregel allgemeinern Eingang zu verschaffen, was ihr auch namentlichdurch Nachahmung ihres Beispiels von Seiten des Hofes gelang. Jedoch traten nament-lich unter der Geistlichkeit viele Gegner dieser prophylaktischen Methode auf und ihre Ein-führung im übrigen Europa stieß auf bedeutende Hindernisse, sodaß sie am Ende des !8.Jahrh. noch lange nicht als allgemein angenommen betrachtet werden konnte. Ehesichdiesc«jedoch schloß, war schon durch Jenner (s.d.) eine neue Entdeckung gemacht worden, welchedie frühere überflüssig machte, nämlich die Kuhpockenimpfung, welche sich bald über dieganze civilisirte Erde ausbrcitete. Aufmerksame Beobachtung leitete Jenner zur Auffin-dung derSchutzkraft derKuhpocke gegen die Menschenpocke, und bis jetzt hat die Erfahrungdie Genauigkeit seiner Beobachtungen bestätigt. Man impft gewöhnlich auf folgende Art.Da die Vaccination hinlänglick verbreitet ist und der Impfstoff, die sogenannte Lymphe,beim Durchgehen durch eine Menge Individuen von seiner Ansteckungskraft nichts zu ver-lieren scheint, so ist fast immer und überall Kuhpockenlymphe, auf Menschen erzeugt, z»haben, welche man zur Weiterimpfung benutzt. Der Impfling muß möglichst gesund, we-nigstens von acuten und Hautkrankheiten frei sein, weil sonst die Ansteckung gar nicht odernur unvollkommen erfolgt; chronisch« Krankheiten verbieten zwar nicht immer die Zm-
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