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Kühne Kühnö
Mai 1800, erhielt zeine Schulbildung auf der Thomasschulc in Leipzig, in DondorfundGrimma und bezog 1820 die Universität zu Leipüg, wo er sich dem Studium der Chemiewidmete. Nachdem er sich von 1823 —25 in Götlingcn unter Stromcycr's (s. d.)Leitung weiter ausgcbildet hatte, trat er 1825 in Leipzig als Privatdocent auf, erhielt1828 die medicinischc Doktorwürde und 1830 die ordentliche Professur der allgemeinenChemie. Als Schriftsteller machte er sich zuerst bekannt durch seinen „Versuch einer An-rhropochcmie" (Lp;. 1824), dem die „Praktische Chemie für Staatsärzte" (Bd. I, Lpz.1820), die „Anleitung zu qualitativen chemischen Untersuchungen" (Lpz.-1830) und das„Lehrbuch der Stöchiometrie" (Lpz. 1837) folgten.
Kühne (Ferd. Gust.), bekannter Belletrist und Schriftsteller, geb. am 27. Dec.1806 zu Magdeburg, kam in seinem 15. Jahre auf das joachimsthalische Gymnasiumnach Berlin, studirte auf der dasigen Universität seit 1826 Philosophie und hörte nament-lich Hegel und Schleiermacher. Nach seiner Promotion zum Doctor der Philosophie pri-vatisirte er in Berlin, und war eine Zeit lang Mitarbeiter an der „Preuß. Staatszeitung",bis er 1835 als Nedacteur der „Zeitung für die elegante Welt" nach Leipzig ging,die er jedoch l 842 an Laube (s. d.) abgab. Er redigirte diese Zeitschrift in einem nobcln,die bloße Mittelmäßigkeit wie die Gesinnungslosigkeit von sich weisenden Sinne und imGeiste des Fortschritts, ohne deshalb irgendwie eine radicale Richtung zu nehmen, undwenn man ihn zuweilen dem Jungen Deutschland beizählte, so geschah dies mehr darum,weil er eitel genug war, sich selbst als Mitglied desselben zu proclamiren. Von Einseitig-keiten und vorgefaßten Antipathien nicht frei, hat er sich doch meist mit großer Liebeund inniger Hingebung in die literarischen Persönlichkeiten, deren Produkte er seiner Kritikunterwarf, cinzuleben, den allgemeinen Weltgang mit Vorsicht, zum Theil auch mit Ironie,immer aber mit Vertrauen auf künftige höhere Entwickelungsstufen zu begleiten gewußt.Die Aussichten, die er uns eröffnet, sind, wenn auch zuweilen schief gestellt, doch stets vonfarbigen und pikanten Lichtern umspielt. In der Auffassung sucht er bilder- und gleichniß-rcichcn Humor, der freilich oft in witzelnde Spielerei ausartct, mit Tiefsinn, der indeß nichtselten in prctentiöse Deutelei verfällt, zu verbinden. Die stilistische Form ist bei ihm ele-gant, zart, sauber, nur oft zu kurzgliedrig. Sein Bestes find seine Kritiken und reflectiren-den Aussätze, denen ein gewisser melancholischer Hauch eigen zu sein pflegt; viele derselbenfindet man in seinen „Weiblichen und männlichen Charakteren" (2 Bde-, Lpz. 1838),namentlich aber in seinen „Portraits und Silhouetten" (2 Bde., Hannov. >843) gesam-melt. Unter seinen novellistischen Arbeiten „Novellen" (Berl. >831); „Die beiden Mag-dalenen oder die Rückkehr aus Rußland" (Lpz. >833); „Quarantäne im Jrrenhause, ausden Papieren eines Mondstciners" (Lpz. 1835); „Klosternovellcn" (2 Bde., Lpz. 1838)und „Rebellen von Irland" (3 Bde., Lpz. 1840), ragen die „Klosternovcllen" durch Sin-nigkeit der Auffassung, Gesundheit der Anschauung und Zartheit der Charakteristik am er-freulichsten hervor, obschon es auch in dem zuletzt erwähnten Romane, der nur zu breit ange-legt ist, nicht an gelungenen Partien fehlt. Außerdem haben wir noch zu erwähnen sein„Sospiri. Blätter aus Venedig" (Braunschw. 1841) und „Mein Carncval in Berlin1843" (Braunschw. 1843). In der neuesten Zeit hat er sich als dramatischer Dichter indem Trauerspiel „Jsaura von Castilien" und dem historischen Drama „Kaiser Friedrich III.in Prag" versucht, welches letztere jedoch ohne besondere Nachwirkung an mehren Ortenaufgeführt worden ist. Seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort hat er gegenwärtig im DorfeDölitz unfern Leipzig.
Kühnöl (Christian Göttlich), protestantischer Theolog, geb. am 2. Jan. 1768 zuLeipzig, machte seine Studien auf der Thomasschule und auf der Universität daselbst.Nachdem er sich 1788 habilitirt hatte, hielt er über griech. und röm. Klassiker, sowie überBücher des Alten und Neuen Testaments besuchte Vorlesungen, und wurde 1700 außer-ordentlicher Professor der Philosophie, auch >706 Frühprediger an der Univcrsilätskirche.In dieser Zeit ließ er neben andern philologischen und theologischen Arbeiten seine „01-->er-vatinnes u<I K. 1'. ex libris it;>i>cr);>b>8 V.'I'."(Lpz. 1704) und „1'ericopae evaiiFolicse"(2 Bde., Lpj. 1706 fg.) erscheinen. Im I. 1801 als Professor der Poesie und Beredsam-keit nach Gießen berufen, gab er zwar noch des Aristophanes „Lluius" (2 Bde., Lpz. 1804 fg.)