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Kufische Schrift Kugel
nidtnfürsten, welche an den Ufern der Ostsee, in Rußland u. s. w- sehr häufig gefunden wer-den und die Handelswege bezeichnen, welche vordem eingeschlagcn wurden, um vom Kaspi-schen und Schwarzen Meere nach der Ostsee, dem Bernsteinlande, zu gelangen. Unter denkufischen Münzen kommen häufig zerschnittene vor, die einen Beweis dafür geben, daß manaus Mangel an Scheidemünze die Silbcrstücke in zwei und vier Theile theilte, ein Ge-brauch, der sich auch in Deutschland bei den Brakteatcn findet. Das Studium der kufisckenMünzen ist erst in der neuesten Zeit zu einer Vollkommenheit gelangt, welche diesen Theilder Münzwissenschaft den übrigen näher bringen wird. Der Grund der argen Vernach-lässigung lag in der Schwierigkeit, mit welcher das Sprachstudium verknüpft war. GroßeVerdienste erwarben sich Adler (, Museum 6uücum Lorgiaimm"), die beiden Tychsen,Reiske, Hallenberg, de Sacy, Castiglioni u. A.; allein Viel blieb noch zu erforschen undzu verbessern übrig. Dieses war Frähn (s. d.) Vorbehalten, hauptsächlich in seiner „ke-censio numorum Äui>amme<Ianor. scsck. imp. scient. ketrvpolitauue" (Pctersb. l 8 2 6,4.),einem Werke, dessen Erscheinen dem Studium der kufischen und überhaupt oriental. Mün-zen mehr und mehr Eingang verschaffte, namentlich auch in Frankreich, wo bisher mancheschätzbare Münze aus Unkenntniß verloren ging und wo die Nähe Spaniens vielfache Ge-legenheit gibt, die fast durchgehends seltenen Stücke der span. Khalifen durch Auffindungenzu erhalten. Übrigens hat sich Frähn an seinem Sohne, dem kaiserlichen Dragoman inAlexandrien, einen würdigen Nachfolger und an dem Professor Dorn eine kräftige Stützeseiner eifrig betriebenen Forschungen hcrangebildet- In Frankreich beschäftigten sich beson-ders Reinaud und de Saulcy mit der kufischen Münzkunde. Hierbei können die kleinenGlaspasten nicht unerwähnt bleiben, welche in Sicilien und Afrika häufig gefunden wer-den und durch die „vsscription <Ie Eingang in Europa erhielten. Sie haben
die Stärke eines Zolles und einen erhabenen Rand, der auf der einen Seite mehr her-vortritt als auf der andern. Die Inschrift ist bald nur auf der einen, bald auf beiden Sei-ten angebracht, theils kufisch, theils arabisch im gewöhnlichen Ductus. Sie stammen wolaus der Zeit der Fatimiden-Khalifen und reichen bis zu den Mamluken-Sultanen hinab.Waren diese Glasstücke wirklich Geld, so war es wol die Scheidemünze. Die meisten be-wahrt die städtische Bibliothek in Frankfurt am Main als ein Geschenk Nüppell's.
Kufische Schrift heißt von der Stadt Kufa im jetzigen Paschalik Bagdad derProvinz Irak Arabi eine der ältesten Formen der arab. Schrift. Die ältern kufischenSchriftzeichen haben so viel Übereinstimmendes mit der altsyr. Schrift, dem Estranghelo,daß es kaum einem Zweifel unterliegt, daß die Araber sie von den Bewohnern Syriensentlehnt, und geschichtliche Überlieferungen bestätigen diese Vcrmuthung. Wahrscheinlichwurden sie erst kurz vor Mohammed bei den Arabern eingeführt. Der Einfluß, den dieSchule zu Kufa auf den Islam übte, verschaffte der von ihr ausgehenden Schrift den Vor-zug, und die kufische Schrift blieb die herrschende, bis das Bedürfniß nach einer bequemer»und zugleich deutlicher die verschiedenen Consonanten unterscheidenden Schrift sich bei denArabern geltend machte. Später wurde sie nur noch als Münzschrift und bei Inschriftenangewendet, während die Neschischrift allgemeine Geltung erlangte. Nur die Schrift dermruritanischen Araber hat noch Vieles von dem Steifen und Eckigen des Kufischen bewahrt.Vgl. Lindberg, „8nr gnelqnes meckailles cuüqiies etc." (Kopenh. 1830).
Kugel heißt in der Mathematik ein runder Körper, dessen Oberfläche überall voneinem im Innern gelegenen Punkte, dem Mittelpunkte oder Centrum, gleichweit entferntist. Eine von irgend einem Punkte der Oberfläche durch den Mittelpunkt bis zum entge-gengesetzten Punkte der Oberfläche gehende gerade Linie wird ein Durchmesser oder Dia-meter, dagegen eine gerade Linie vom Mittelpunkte bis zu einem beliebigen Punkte der Ober-fläche ein Halbmesser oder Radius der Kugel genannt. Aus der vorhin gegebenen Erklä-rung erhellt, daß alle Halbmesser, folglich auch alle Durchmesser der Kugel einander gleichsein müssen. Durchschneidet man eine Kugel mit einer Ebene, so ist der Durchschnitt einKreis, der desto größer ist, je näher seine Ebene dem Kugelmittelpunkte liegt; geht die Ebenedurch diesen Mittelpunkt selbst, so hat der Kreis den Kugelhalbmesser zum Halbmesser undheißt ein größter Kreis. Legt man durch den Endpunkt eines Halb- oder Durchmessers
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