418 Küchenlatein Kufische Münzen
Talismane zu bannen ist, macht sich überall geltend. Den Mnrsas oder Adeligen ist dasgemeine Volk in vielen Fällen dienstbar. Auch haben die Adeligen allein das Recht, einenKenschal oder Sabel zu tragen. Ihre Kadis oder Richter erkennen die Russen nicht mehran, obwol das Volk sich im Geheimen noch fort und fort bei ihnen Raths erholt. Übrigenshaben die Nogaier nur geringe Abgaben zu zahlen und sind auch frei vom Militairdienst,obwol Viele im I. 1812 freiwillig Kriegsdienste leisteten. Ihre Gestalt ist zwar markichk,ihr GUcderbau muskulös, doch sind sic eher hager als beleibt und auch nur von mittlererGröße. Ihre Haltung ist edel, ihr Gang rasch, ihre Gesichtsbildung angenehm, ihr Augefeurig und lebhaft, ihre Zähne sind weiß wie Elfenbein, dagegen ist ihr Teint stark gebräunt, ^was zum Thcil daher kommt, daß die Kinder und zwar beide Geschlechter lange Zeit nacktgehen. Die Nogaiin, frühzeitig für die Ehe und die Arbeit bestimmt, ist minder schön vonGestalt und minder lebhaft in ihren Bewegungen als der Nogaie. Die Nogaier besitzenviel natürlichen Verstand, geschärfte Sinne, auch viel Eutmüthigkeit neben großer Ver-schlagenheit, Geldgier, Eigennutz und Tücke. Ihre Gastfreiheit war vor Zeiten, als sic nochsämmtlich Nomaden waren, größer als jetzt, wo sie zumTheil fcsteWohnfitze innehaben. Aufgute, besonders warmeKlcidungsinddieNogaier sehr bedacht, bei den Frauen ist sie ganz orien-talisch und überladen mit Ringen, Ketten und Flitterwerk. Vielweiberei ist erlaubt, dochsind die echt nogaiischcn Frauen theuer im Preise und werden gewöhnlich mit 30—50 Kü-hen, d. i. ooo—1000Rubeln, bezahlt. Alle Lasten des Hausstandes fallen ihnen zu; auchgehört das Wehklagen auf den Mcsarliks oder Begräbnißplähen zu ihrem Amt. Vgl.„Bruchstücke aus einer Reise nach dem südlichen Rußland, mit besonderer Rücksicht aufdie Nogaicrtatarcn" (St.-Gallen >830).
Küchenlatein (>-atinit»s cnliimria) nennt man das gemeine und fehlerhafte Latein,wie cs ursprünglich etwa in den Küchen zu Nom gesprochen wurde und wie man cs nochgegenwärtig in einigen Gegenden Ungarns vom Volke sprechen hört. Besonders bezcich- lnctc man damit auch das verderbte Mönchslatein des Mittelalters, das durch den Spotteines Rcuchlin, Erasmus nndHutten, namentlich durch die Veröffentlichung der Lpisto-lao obücnroriim viro r„ m (s. d.), aus den gelehrten Schriften und Unterhaltungenzwar meist verdrängt wurde, das aber doch bald im Scherz, bald aus Mangel an classischer >Bildung noch hin und wieder, z. D. in den Schriften der Jesuiten und in den päpstlichenBekanntmachungen, in Anwendung kommt.
Klldowa, ein Dorf in der Grafschaft Glatz im preuß. Schlesien, eine Meile von derböhm. Stadt Nachod, 1105 F. über dem Meere, in einem schönen, von waldigen Höhenumgebenen Thal« der Sudeten, ist berühmt wegen seiner alkalisch-erdigen Eisenquelle von7" N., welche aus sieben Öffnungen zu Tage kommt. Dieselbe wirkt besonders belebend,erregend, stärkend, zusammenziehend und urintreibcnd, und wird hauptsächlich bei örtlicherund allgemeiner Schwäche, nervöser Hypochondrie, Hysterie, chronischen Nervenkrankheitenu. s. w. als Getränk und als Bad benutzt. Auch sinken sich zweckmäßige Einrichtungen z» >Douche-, Regen - und Gasbädern, sowie andere zur Bequemlichkeit der Badegäste. Die jQuelle war schon um das I. >622 in Ruf, wurde jedoch erst >772 gefaßt, worauf auch derOrt selbst erst seine gegenwärtige freundliche Gestalt erhielt. Vgl. Hemprich, „Die Eisen- ^quellen zu K. in physikalischer und medicinischer Hinsicht" (2. Aust., Bresl. > 830).
Kllff heißt ein bei denHolländern und in der Wesergegend häufig verkommendes Kauf-fahrteischiff mit zwei Masten, das vermöge seines mehr platten als runden Bodens unddes vollen Zuschnitts seines Vorder - und Hintcrtheils nur wenig Wassertiefe bei schwererLadung crfodcrt.
Kufische Münzen nennt man alle Münzen mohammedan. Herrscher mit Jnschrif'ten i» Kufischer S chrift (s. d.). Dieselben kommen in Gold, Silber und Kupfer vor;die goldenen heißen «linar, die silbernen ckirbem und die kupfernen tnls. Sie tragen in derRegel blos Inschriften, die kheilS in einem Ringe, theils auf dem um denselben laufendenRande angebracht sind und zwar bisweilen in zwei Zeilen. Andere Vorstellungen, nament-lich bildliche, sind seltener und die letztem meist Nachahmungen vorliegender, namentlichbyzantin. Muster, bei welchen ein besonderes Interesse, wie das des Handels u. s. w-, ob-waltete. Unter den kufischen Münzen sind am bekanntesten die der Abbassiden- und Sama-