Ktefiphon Kubanische Tataren 417
seinem Schüler, die Pumpen, den krummen Heber und die Compressionsfontaine, dienoch gegenwärtig unter dem Namen des Heronsballes (s. d.) bekannt ist. Auch ist erals der Erfinder der Feuerspritzen und im Grunde aller der Maschinen anzusehen, in wel-chen die wirkende Kraft in dem Drucke der Lust besteht.
Ktesrphon, jetzt El Madaien, eine stark befestigte Stadt am östlichen Ufer deSTigris, war die gewöhnliche Wintcrresidenz der parthischen Könige und zuletzt die Haupt-stadt des gesammten parthischen Reichs, wurde aber zur Zeit der Römerherrschaft mehreMale, namentlich durch Trajan und Verus, erobert und läßt noch jetzt mit ihren großarti-gen Trümmern auf die ehemalige Größe und Pracht schließen.
Ktesiphou, ein Staatsmann in Athen, wurde namentlich durch seine Freundschaftfür Demosthenes (s. d.) berühmt. Nach der für die Griechen so unglücklichenSchlacht bei Chäronea im I. 338 v. Chr. stellte er den Antrag, demselben für seine hohenVerdienste von staatswegen eine goldene Krone zuzuerkennen, und wurde hierauf von demdurch Philipp's Partei bestochenen Redner Asch in cs (s.d.) deshalb in Anklagestand ver-setzt, von Demosthenes selbst aber in der Rede „Kür die Krone" siegreich vertheidigt.
Kuba, eine der sieben muselmännischen Provinzen in den Südostgehängen des Kau-kasus, bis ans Kaspische Meer reichend, hat einen Khan unter russ. Oberhoheit, und zählrüber 95000 E., worunter Lcsghier und andere Bergvölker, Lurkomanen, Armenier,Judenund Russen. Mit dem Khanat Derbcnt zusammen bildet K. das Land Daghestan (s.d.).In K. liegt der l 2000 F. hohe Peschparmak oder Fünfsingerberg mit dem berühmten Klo-ster und Wallfahrtsort Ghyttr-Jlya, welcher bei Christen, Juden und Mohammedanernfast in gleichen! Ansehen steht. Die Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt Kuba.
Kuban, ein am Nordsaum des Kaukasus, an den Berggehängen des Elbrus ent-springender Fluß, der erst dem freien Berglande angehört, und dann auf etwa 60 M.Länge die Grenze zwischen der russ. Provinz Kaukasten, dem Steppenland der tschernomo-rischen Kosacken und dem freien Berglande bildet, eine Menge Grenzfestungen, wieSt.-Ni-kolai, Grigorigol, Kawkask und besonders Jekaterinodar, und viele Colonistendörfer an seinenUfern hat, und in einer ansehnlichen Breite, mehre Limane bildend, sich in das Schwarzeund Asowsche Meer zugleich ergießt. Zwischen diesen Mündungsarmen des K. liegt, alsein eigentliches Dcltaland, die Insel Taman, die einst den asiat. Theil des BosporanischenReichs bildete, während auf der gegenüberliegenden, nur durch die Straße von Kassa da-von getrennten Halbinsel Kertsch der europ. und zugleich vornehmste Sitz dieses Reichswar. Noch bis auf den heutigen Tag findet man auf jener Insel Taman in reicher ZahlBaurcste aus jener vergangenen Großzeit.
Kubanische Nogai heißt das jetzt Rußland größtentheils unterworfene, von noma-disircnden Nogaiern bewohnte Ländchen zwischen der Kuma und Podkuma, welche beideFlüsse sich bei der Stadt Georgiewsk in der russ. Provinz Kaukasien vereinigen. In physi-kalischer Hinsicht bildet es einen Theil des kumanischen Steppenlandes; die Bevölkerungist 18000 Bogen stark.
Kubanische Steppe nennt man das vom Nordwestgehänge des Kaukasus sich nörd-sich und östlich bis zur Kuma und dem Manisch hinziehende, von nogaüschen oder kubani-schen Tataren bewohnte Steppenland, welches vom Kubanstuß quer durchbrochen wird,meist unfruchtbar ist und östlich mit der kumanischen Steppe in Verbindung steht. DieHauptstadt der russ. Provinz Kaukasien, Stawropol, liegt inmitten der Kubanischen Steppe.
Kubanische Tataren gehören zu demjenigen Stamm der Tataren, den man No-gaier nennt, und der besonders in der kaukasischen Provinz am Kubanflusse und in kleine-rer Zahl auch in der Krün vorkomml. Doch sind die krimschen Tataren beiweitem edler undunvermischter, als die kubanischen, die sich schon frühzeitig den Mongolen genähert undmongol. und andere Wörter vielfältig in ihre Sprache ausgenommen haben. Sowol diekrimschen als die kubanischen oder nogaüschen Tataren sind Mohammedaner; die Priester,Mollahs genannt, leiten den ganzen Unterricht des Volks, der sich meist nur auf ein ober-sachliches Verständnis des Koran erstreckt. Das Volk ist noch in tiefem Aberglauben ver-sunken und der Glaube an den Schaitan (Satan), der nur durch Opfer, Besprechung undConv.-Lex. Neunte Ausl. VIII. 27