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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Kryptogamen Krystalle 415

ftstgenommen odcr des Landes verwiesen und I5S2 die Visitationsartikel eingeführt; derKanzler Crell aber, nach dem Regierungsantritte Christian's II., I6<»> hingerichtet.

Kryptogamen heißen in der Botanik seit Linnc diejenigen Gewächse, die sich durchSporen oder Keimkörner fortpflanzen, d. h. durch Organe, die sich vom wirklichen Sa-men (s. Kotyl ed on arpfl anzcn) dadurch unterscheiden, daß sie eine gleichförmige,schleimige Masse, nicht den Entwurf einer künftigen Pflanze enthalten und an irgend einerStelle ihres Umfanges wurzeln können. Außerdem haben Kryptogamen niemals Blumen,und Befruchtungswerkzeuge fehlen ihnen entweder ganz oder sind problematischer Art.Der griech. Name dieser großen Abtheilung des Pflanzenreichs deutet jenen verborgenenEntwickelungsgang an; Jussieu nannte sie wegen der Beschaffenheit ihrer Sporen Ako-tyledonen. Die Claffe der Kryptogamen wird durch die Farrn, Laub-, Leber- undPlattmvose, die Flechten, Algen und Pilze gebildet.

Krystalle nennt man die regelmäßigen Formen, welche die Körper beim Übergangeaus dem flüssigen oder dampfförmigen Zustande in den festen freiwillig annehmen. DerProceß ihrer Bildung heißt Krystallisation (s. d.). Alle Krystalle sind von Flächen,die in Kanten und diese wieder in Ecken zusammenstoßen, in bestimmter Form und Zahlbegrenzt, und obgleich die Größe der Flächen durch unvollkommene oder ungleiche Ent-wickelung der Krystalle in mannichfacher Weise abgeändert und dadurch für das Auge derKrystall nicht selten sehr unregelmäßig erscheinen kann, so bleiben doch die Kantenwinkelbei derselben Krystallform unabänderlich dieselben. Alle Krystallformen lassen sich auf einegewisse Anzahl einfacher Grundformen oder Grundgestalten zurückführen, durch derenCombination dann die abgeleiteten Gestalten oder Krystallcombinationen entste-hen ; die Flächen, Kanten und Ecken der Combinationen treten dann als die Flächen, Kan-ten und Ecken der Grundgestalt durch Abstumpfung, Zuschärfung, Zuspitzung u. s. w. ver-ändernd auf und man kann einen Krystall daher beschreiben, indem man entweder seineGrundgestalt angibt und dann die Veränderungen an derselben, wie sie sich dem Auge darbie-ten, erzählt, oder indem man die Combinationsgestalten, deren Auftreten die Ursache jenerAbänderungen ist, der Reihe nach aufzählt. Alle Grundgcstalten zerfallen aber wieder ineine geringe Anzahl von Gruppen oder Systemen, welche dadurch verschieden sind, daßman in jedem derselben die Flächen der Gestalten sich um gewisse ideelle Linien oder Achsenvon verschiedenen Winkel- und Längenverhältnisscn symmetrisch gruppirt denken kann.Man unterscheidet solcher Systeme jetzt sechs; das erste hat drei ideelle Achsen, die sich un-tereinander rechtwinklig kreuzen und alle gleich lang sind, daher enthält dieses sogenannteregulaire System lauter geschlossene Gestalten von ganz bestimmter Flächcnzahl und rings-um gleichen Dimensionen. Die Krystalle dieses Systems können sich, ohne das Achsenver-hältniß zu ändern, weder abplatten zu Tafeln, noch zu Säulen oder Nadeln verändern; esgehören hierher der Würfel, das regulaire Octaedcr, das Nhombcndodecaeder des Granatsu. s. w. Alle andere Systeme haben wenigstens eine Achse von unbestimmter Länge;sie können daher in der Richtung dieser Achse, wenn dieselbe unendlich wird, nicht an sichgeschlossen erscheinen und bilden demnach häufig prismatische Krystalle mit parallelenSeitenflächen, welche zu den dünnsten Nadeln verlängert und bis zu Blättchen abgeplatteterscheinen, immer aber nur durch Combination mit einem querliegenden Prisma, odcr miteiner geschlossenen Form desselben Systems ihren Schluß an den Enden erlangen können.Nie kommen Combinationen von Formen verschiedener Systeme vor; nur in seltenen Fällenkrystallisirt derselbe Körper in Formen zweier verschiedener Systeme, während er leicht un-zählige Combinationen desselben Systems darbictcn kann, wie;. B. der Kalkspath. ZweiKrystalle derselben Form wachsen oft nach bestimmten Gesehen zu Zwi l li n g s kry sta l°len oder Zwittern zusammen, welche für manche Mineralien charakteristisch sind. DieKrystalle sind auf ihren ausgebildcten Flächen stets glänzend; sie zeigen im Innern stetsbestimmte Richtungen, in denen sie sich vorzugsweise spalten lassen, und diese Blätter-durchgänge sind in ihrem bestimmten Verhältniß zu den Achsen des Krystalls wichtigeMittel zu Bestimmung der Grundgcstalt. Namentlich durch die Abwesenheit dieser mitder äußern Form übereinstimmenden innern Structur unterscheiden sich die sogenanntenAfterkrystalle, d.h. Formen, welche Mineralkörper dadurch annehmen, daß sie sich in