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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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414
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474 Krylow Kryptocalvinisten

haus, sowie dieMemoiren und Bulletins der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu ^Petersburg", endlich dieRussischen Miscellen" von Engelhardt (Petersb. > 82832)undderChronologische Überblick der merkwürdigsten im 1 8. und l9. Jahrh. von Rußland ausunternommenen Reisen" (abgedruckt im Petersburger Kalender, 1842 und 43) manche >werthvolle Zusammenstellungen und Nachträge zu K.'s und seiner Begleiter Werken.An K.'s Expedition nahmen auch Theil die russ. Capitains Otto von Kotzebue(s.d.),der sich durch zwei Weltumsegelungen in den I. 1815>8 und 182326 hohen Ruhmerwarb, und Bellingshausen, der in denJ. 18192! durchseine Entdeckungsreisenim südlichen Polarmeer und im Stillen Ocean für die nautischeGeogrrphie wichtig wurde.

Krylow (Iwan Andrejowitsch), der ausgezeichnetste russ. Fabeldichter, geb. am !2. (l3.) Fcbr. 1768 zu Moskau, war früher bei den Gerichten in Petersburg und seil !1862 als Secretair bei dem Kreisgouverneur zu Riga angestellt. In Folge des literarischenRufes, den er sich durch seine Fabeln (deutsch von Torney, Mitau 1842) und Lustspiele,darunterz.B.Der Modeladen" (Pctersb. 1867), erworben, kam er 181 > als Bibliothek«an die kaiserliche Bibliothek in Petersburg. Später wurde er zum Hofrath und Mitglied!der russ.Akademie ernannt. Bei Gelegenheit seines 76.Geburtstags, im 1.1838, wo ihmgroße Aufmerksamkeiten von allen Seiten zu Theil wurden, stiftete man auch in Petersburgaus freien Beiträgen ein Krylowsches Stipendium. Er starb am 1I.(2I.)Apr.1844. Seine Fabeln sind durch den in denselben herrschenden cchtruss. Sinn, durch froheLaune,Natürlichkeit, Witz und Gutmüthigkeit zu dem beliebtesten russ. Volksbuche und vieleeinzelne Sentenzen derselben zu Sprüchwörtern geworden. Sie sind gewöhnlich das eisteLesebuch, das Kindern in die Hände gegeben wird, und daher in vielen tausend Exemplarenund in sehr theuern wie sehr billigen Ausgaben unter allen Ständen verbreitet. Gmüberaus splendiden Abdruck derselben ließ der Graf Orlow in Paris bei BossangeMSveranstalten und zugleich eine franz. und ital. Übersetzung dem Originale beifügen. ,

Krypta nennt man das unterirdische, in Fels gehauene oder gewölbte und auf Pfei-ler gestützte Gemach einer Kirche. Der Ursprung der Krypta liegt ohne Zweifel in demGebrauche der frühem christlichen Zeit, die Kirchen womöglich über den Grüften von Mär-tyrern zu bauen, nachdem anfangs die Grüfte selbst als Kirchen gedient haben mochten.Auch in der Folge, als man es vorzog, die irdischen Überreste der Heiligen in den Oberbauhinter oder in den Hochaltar beizusetzen, behielt man die Krypta bei und vollzog darin dieTodtengottcsdienste und den Exorcismus. Am ausgedehntesten sind die Krypten der Kir-chen byzantin. Stils vom 11. 13. Jahrh., welche oft sich nicht blos unter dem Chorsammt Chommgang, sondern auch unter dem Querbau hinziehen und mit prächtigerSäulencapitälen und Friesen geschmückt sind. Mit dem Eindringen des goth. Stils schmie-den die Krypten plötzlich und wo sie in später« Kirchen noch Vorkommen, dienten sie blol-»Begräbnissen ausgezeichneter Personen und zur Erhöhung und Trockenlegung des Chor-raumes und wurden dann ohne architektonische Prätcnsion ausgeführt.

Kryptocalvinisten, d. i. geheime Anhänger Calvin's (s. d.), heißen insbesonderediejenigen Protestanten in Sachsen, welche gegen Ende des 16 . Jahrh. sich zu den Ansichtender reformirten Kirche hinneigten. Hiervon in Kenntniß gesetzt, ließ der Kurfürst Augustvon Sachsen seine Theologen 1571 in Dresden zusammenkommen; diese erklärten sich 'zwar in ihrem Glaubensbekcnntniß scheinbar gegen die Sacramentirer, sanctionirten aber ^der Sache nach Calvin's Grundsätze. Diesem Betrüge zu begegnen, ließ nun der Kurfürstmehre Artikel auf einem Convente zu Torgau im I. 1574 den Wittenberger Theologen undihren Anhängern zur Unterschrift verlegen und strafte die sich Weigernden mit Gefängnisund Entsetzung. Später ließ er nochmals in der Concorde en form el (s. d.) > 586 eineuLehrtypus aufsetzen, zu welchem alle Prediger durch Unterschrift sich bekennen mußten.Allein nach seinem Tode, im 1.1586, wußte der Kanzler Crell (s.d.) den jungen Kurfür- ^sten, Christian I., so zu leiten, daß er unvermerkt selbst Kryptocalvinist wurde. Da aberChristian!, schon 1591 starb und während seines Sohnes, Christian's II-, Minderjäh- !rigkeit der Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen-Weimar die Regierung führte, so wur- >den gegen die Kryptocalvinisten die durchgreifendsten Maßregeln genommen, ihre Haupt-stützen gefänglich eingezogen, alle Prediger, welche nicht widerriefen, ihrer Ämter entsetzt,