4L0 Krukowiecki Krummacher
von Rußland Gelegenheit gab, seine Virtuosität im Pferdemalen und im Portraitiren in .vollem Maße an den Tag zu legen. Es ist dies die Parade eines preuß. Kürassierrcgiments jmit mehr als 100 wohlgetroffenen Portraits. Die bei solchen Bildern oft zu bemerkendeSteifheit und Einförmigkeit ist dabei völlig vermieden, und die größte Leichtigkeit undMannichfaltigkeit der Motive verbindet sich hier mit einer bewundernswerthen Technik.Später malte er den Kaiser sammt Gefolge zu Pferde in Lebensgröße und darauf fas,sämmtliche Mitglieder und Verwandte des preuß. Königshauses. Im Z. 18-12 vollendeteer das Bild des Königs Friedrich Wilhelm's IV. zu Pferde sammt Gefolge, dann arbeiteteer eine kolossale Darstellung der Huldigung des Z. 1840, welche im Oct. 18-14 vollendetwurde und allgemeines Aufsehen erregte. Auch dieses letztere Bild enthält zahlreiche Per- -traits der Notabilitäten, welche der Feierlichkeit beiwohnten. K. ist Mitglied der Akademieder Künste in Berlin und wurde schon 1825 als Hofmaler und Professor angestellt.
Krukowiecki (Jan, Graf), poln. General, geb. um 1770, sah sich in der Zugend,nachdem er ins poln. Heer getreten, durch seine Heftigkeit in zahlreiche Duelle verwickelt.
Er hatte sich zum General aufgeschwungen, als 1830 die Revolution ausbrach. Durchseinen Ehrgeiz verlockt, drängte er sich bereits bei der ersten Wahl eines Oberbefehlshabersdes Revvlutionsheers hervor; aber es fehlte ihm die Liebe seiner Untergebenen, und«erhielt nur wenige Stimmen, jedoch wurde er zum General der Infanterie erhoben und ihmeine Division anvertraut. Da er indeß Skrzynecki's persönlicher Feind war, so konntenim activen Heere nicht gelassen werden; er wurde deshalb zum Generalgouverneur vonWarschau ernannt und erwarb sich als solcher durch strenge Handhabung der Ordnung undschnelle Befestigung der Hauptstadt Verdienste, doch kein Vertrauen. Als er nach derSchlacht bei Ostrolenka den rückkehrenden Skrzynecki beleidigte, mußte er seine Stell!niederlegen; ja Skrzynecki wollte ihn sogar vor ein Kriegsgericht stellen. Darauf schein!er zu den warschauer Greuelscenen im August 1831 nicht wenig beigetragcn zu haben, sGleich nach denselben abermals zum Generalgouverneur ernannt, trug er wesentlich zurWiederherstellung der Ordnung bei. Sein Ansehen wuchs, jemehr das seiner Gegner,Skrzynecki und Dembinski, abnahm; er wurde der Mann des Tages und am I7.Aug.von den Landboten, obgleich viele ihm mistrauten, zum Präses der Regierung erwählt. Sostand, als Paskewitsch Warschau angriff, ein Mann an der Spitze der Polen, dem dieFähigkeit, den Krieg zu leiten, und der Muth zu sterben fehlten, der vielmehr, um sich dieRückkehrzu des Kaisers Gnade zu sichern, die wirksamsten Mittel zur Vertheidigimg derHauptstadt einzuschlagen unterließ. Nach einer Unterredung mit Paskewitsch unterschriebK. die Unterwerfungsacte der Hauptstadt und überlieferte sich selbst den Händen des Siegers,der ihn nicht so großmüthig behandelte, wie K. gehofft hatte, sondern ihn in das InnereRußlands abführen ließ.
Krummacher (Friede. Adolf), Prediger der St.-Ansgariigemeillde zu Bremen, be-kannt durch seine Parabeln und andere Dichtungen, wurde am 13. Juli 1708 zu Tecklenburgin Westfalen geboren, wo sein Vater Hoffiscal, Justizcommissar und Bürgermeister war.Nachdem er eine Zeit lang Rector zu Meurs und dann Professor der Theologie an der Uni-versität zu Duisburg gewesen, übernahm er 1807 die Stelle eines reformirten Predigerszu Krefeld, die er jedoch noch in demselben Jahre mit einer Landpredigerstelle zu Kcttwich sin Westfalen vertauschte. Im I. 181S folgte er dem Rufe als Consistorialrath und Su- .perintendent nach Bernburg und 1824 nach Bremen. Seinem Hymnus „Die Liebe"(Wesel 1801; 2. Ausl., Duisb. 180S), worin er seine Lebensansicht nicderlegte, ließ er seine„Parabeln" (Duisb. 1805; 7. Aust., 2 Bdch., Essen 1840) folgen, die nicht sowolalSbloße Gleichnisse oder in der Weise der Fabel und poetischen Erzählung praktische allge-meine Wahrheiten veranschaulichen, als vielmehr, in der höhern Bedeutung der hebr. Peprabel, aus der nieder« Sphäre des Sinnlichen zur Anschauung des Übersinnlichen erhebensollen. Er fand in dieser Dichtform zahlreiche Nachahmer, von denen aber Wenige ilmin der liebevollen Auffassung der Natur und des Menschenlebens und in der Sinnigkeitund Wärme der Darstellung erreicht haben. Gleichwol ist nicht zu leugnen, daß mehre sei- ?ner Parabeln als Poesien des selbständigen poetischen Lebens ermangeln und von dem ästhe-tischen Standpunkte aus unbefriedigt lassen, und daß die Sprache hier und da in dasSpio