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Krug (Wilh. Traugött)
durch die tägliche Beschäftigung mit einem elfjährigen, durch Vernachlässigung kaum derSprache fähigen und fast noch begriffslosen Knaben, wurde er veranlaßt zur Erforschungder einfachsten Mittel und Wege, im Kinde durch fach - und naturgemäße Übungen dieschlummernde Kraft zu wecken. So entwickelte sich in ihm die Idee eines elcmentarischenLehrgangs für das Sprechen und Lesen, sowie für das Zeichnen, Schreiben, Rechnen unddie Sprachlehre. Nach dem Abgänge von der Universität wurde er 1795 Hauslehrer inder Oberlausitz und ging dann 1803 als erster Lehrer an die neugegründete Bürgerschulein Leipzig. Seine Elementarmethode, die er in seinem „Ersten Lehr- und Lesebuch"(Dresd. 1802; 2. Aust., Lpz. 1807) zuerst dargelegt hatte, wurde zwar in den unternElasten dieser Anstalt und in einigen andern Schulen eingeführt, aber bald wieder aufge-geben, weil sie zu gekünstelt und naturwidrig war. Nach einer pädagogischen Reise in dassüdliche Deutschland und die Schweiz, unter Anderm zu Pestalozzi und Fellenberg, folgteer einem Rufe als Director der allgemeinen Stadtschule in Zittau und ging 1818 nachDresden, um eine zum Andenken der Negierungsjubelfcier des Königs vom Stadtratheunter dem Namen Friedrich-August-Schule gestiftete höhere Bürgerschule für Knabeneinzurichten und zu leiten. Dieser Anstalt fehlte es aber an einem sichern Grunde und de»nöthigen Mitteln, weshalb sie 1826 als öffentliche Anstalt im eigentlichen Sinne aufgeho-ben und von K., der auf seinen Amtsgehalt verzichtete, als eine Privatanstalt mit einemZuschuß aus der städtischen Kasse fortgeführt wurde, aber 1831 aus Mangel an hinrei-chender Unterstützung von ihm ganz aufgegeben werden mußte. K. hatte sein Vermögenaufgeopfert und sich in Schulden gestürzt; es blieb ihm nur eine Pension, die der Stadtrathihm verwilligte. Er starb in Dresden am 24. Apr. 1844. Von seinen Schriften, die sich meistaufseine Elementarunterrichtsmethode bezogen, sind noch zu nennen „Hochdeutsches Silla-bir- und Sprachbuch"(Lpz. 1806; neue Aust., 1822); „Ausführliche Anweisung, die hoch-deutsche Sprache recht auszusprechen, lesen und schreiben zu lehren" (Lpz. > 808); „DerDenkschüler oder Anregungen für Kopf und Herz" (Lpz. 1825) und „Evangelisches Lehr-buch der christlichen Religion und deren Offenbarungsgeschichte" (Zitt. 1817).
Krug (Wilh. Traugott), ein überaus fruchtbarer philosophischer Schriftsteller, geb.am 22. Juni 1770 zu Radis bei Gräfenhainchen, in der preuß. Provinz Sachsen, erhieltseine erste Bildung auf der Stadtschule in Gräfenhainchen und kam 1782 nach Pforteund 1788 auf die Universität zu Wittenberg. Auf Reinhard's Rath widmete er sich demakademischen Lehramte und habilitirte sich, nachdem er 1792 Jena und 1794 Göttingenbesucht hatte, 1794 in Wittenberg, wo er aber als Adjunct der philosophischen Facultälsieben Jahre lang ohne Gehalt lehren mußte, da seine anonym herausgegebenen „Briefeüber die Perfectibilität der geoffenbarten Religion" (Jena und Lpz. 1795) die Ursachewurden, daß er hier nicht einmal eine außerordentliche Professur erhielt. In dieser Zeitschrieb er „Versuch einer systematischen Encyklopädie der Wissenschaften" (2 Bde., Wittenb.1796—97), wozu «och ein dritter Band (Lpz. 1804) und ein „Versuch einer systemati-schen Encyklopädie der schönen Künste" (Lpz. 1802) kamen; „Über das Verhältniß derkritischen Philosophie zur moralischen, politischen und religiösen Cnltur des Menschen"(Jena 1798); „Aphorismen zur Philosophie des Rechts" (Jena 1800), denen er die„Naturrechtlichen Abhandlungen oder Beiträge zur natürlichen Rechtswissenschaft" (Lpj.1811) als zweiten Band hinzufügte; „Bruchstücke aus meiner Lebensphilosophie" (Lpz. > M—1); anonym „Philosophie der Ehe" (Lpz. 1800); „Briefe über die Wissenschaftslehre"(Jena 1800); „Briefe über den neuesten Idealismus" (Lpz. 1801) und „Entwurfeinesneuen Organon der Philosophie" (Meiß. und Lübbcn 1801). Jm J. 1801 folgte er demRufe als außerordentlicher Professor der Philosophie nach Frankfurt an der Oder. Unterden Schriften, die er hier herausgab, ist sein Hauptwerk die „Fundamentalphilosophie"(Züllich. und Freist. >803; 3. Ausl., Lpz. 1827), mit welcher er den Anfang machte, dasindem „Entwurf des neuen Organon" unter dem Namen des transcendentalcnSynthetismus ausgestellte System der Philosophie darzustellen. Dieses System, einAbsenker des Kant'schen Kriticismus, war ein Vercinigungsversuch zwischen Idealismusund Realismus und hat eine Zeit lang durch seine Popularität dem philosophischen Be-dürfnis des größer» Publicums Genüge verschafft. Nach Kant's Tode ging K. 1804 als
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