404 Kronglas Kronstadt
(burgundische) Andreaskreuz mit Kronen in den obern drei Winkeln, daher der Name.Mit demselben Gepräge gab es auch halbe, Viertel- und Achtelkronen. Das Silber istdabei zu 13 L. 16 Gran fein und acht Stück gehen auf die Mark rauh. In Ostreich sindsie bis auf die neuesten Zeiten üblich geblieben. Kronenthaler, den östr. an Gehalt undWerth ganz gleich, schlugen ferner Baiern seit Maximilian Joseph, auf denen der ReversSchwert und Scepter im Kreuz und eine Krone darüber darstellt, und Baden, wo der Re-vers die Aufschrift l Kronenthaler innerhalb eines Lorberkranzes hat. Gehalt und Werthist gleich den östreichischen.
Kronglas (crocvnjstn^), eine sehr reine und schöne Art von Tafelglas, die manzu Elektrisirmaschinen und in Verbindung mit dem Flintglas (s.d.) zu Verfertigungdioptrischer Instrumente anwendet. Beide Glasarten wurden zuerst in England, späteraber auch in Deutschland, namentlich zu Benedictbeurn(s.d.) von Fraunhofer, in größ-ter Vollkommenheit, die engl. Fabrikate weit übertreffend, verfertigt. (S. Achromatisch.)Kronron, s. Jupiter.
Kronos, s. Saturnus.
Kronstadt, die interessanteste Stadt im Lande der Sachsen im GroßfürstenthumeSiebenbürgen und zugleich die Pflanzstätte der Industrie und des Handels in Siebenbür-gen, liegt hinter und zwischen Bergen, an eine Waldwand angelehnt, in einer herrlichenGegend, ungefähr I960 F. über dem Wasserspiegel des Adriatischen Meeres, am Fuße derHochgebirge, weshalb es freilich sehr heftigen Nord- und Nordostwinden ausgesetztist. Dieerste Stelle unter den Gebäuden der innern Stadt nimmt die in neugothischem Stile er-baute evangelische Domkirche ein, die, zuerst 1385—1125 erbaut, in den 1.1516 und1531 durch Erdbeben dermaßen litt, daß das Gewölbe erneuert werden mußte, und imApr. 1689 fast ganz abbrannte. Eine besondere Merkwürdigkeit darin ist das Orgelwerkvon Buchholz in Berlin. Andere ansehnliche Gebäude sind das Nathhaus, das in der Miltedes 16. Jahrh. erbaute Kaufhaus und die katholische Kirche. Unter den drei Vorstädtenist die obere oder Walachenvorstadt die bedeutendste, die sich eine Stunde weit in die Schluch-ten der Gebirge erstreckt und von den reichsten Leuten bewohnt wird. Die walachische Kirchedaselbst wurde zuerst im I. 1359 aus Holz erbaut, hundert Jahre nachher aus Stein auf-geführt und allmälig erweitert, bis sie im 18. Jahrh. mit Unterstützung der Kaiserin Eli-sabeth von Rußland ihre jetzige Gestaltung erhielt. K. ist eine königliche Freistadt, von ihrerursprünglichen bürgerlichen Autonomie hat sie kaum noch einen Schatten bewahrt. Sie istder Sitz mehrcr landesfürstlicher Beamten, eines infulirtcn Abts als katholischen Stadt-pfarrcrs, eines evangelischen Dechanten, eines walachischen, nicht unirten Erzpriesters, undhat für alle drei Confessionen gute Lehranstalten, unter denen sich namentlich das evange-lische Gymnasium auszeichnet. Der Handel wird ausschließend von der privilegirten griech.Handelscompagnie betrieben und von den Walachen beherrscht, die die Sachsen ganz unter-drückt oder sich wenigstens tributpflichtig gemacht haben. Die Zahl der Einwohner beläuftsich auf360v<>, worunter ebenso vielSachsen und Deutsche wie Walachen, wenige Ungarn,einige Juden und Zigeuner. Die hauptsächlichsten Erzeugnisse sind hölzerne Feldflaschen,Truhen, Riemenzeug, Schuhe, Hüte und Tücher, die in den benachbarten Fürstenthümernverhandelt werden, sowie Unschlittkerzen, die in Pesth einen guten Markt finden. Fabrikengibt es nur wenige. Die einzige Kunstaustalt ist ein Musikverein. Dagegen hat die Stadtsehr gut eingerichtete Spitäler und andere fromme Stiftungen, einen Sparkassenvcrem,eine Pensionsanstalt, eine Leihbank, einen MäßigkeitSvcrein und einen Gewerbeverein.Das hier erscheinende „Siebenbürgische Wochenblatt" hat eine große Verbreitung und mitwalach. Volksschriften werden gute Geschäfte gemacht. Die Stadt soll schon zu Anfängedes 13. Jahrh. angelegt sein. Sie hieß ursprünglich Broschcvia; unter dem Namen Co-rona, woraus der jetzige Name entstanden zu sein scheint, kommt sie zuerst >355 vor. Im16. Jahrh. war sie der Ausgangspunkt der lutherischen Reformation und ihr ReformatorHonterus stand mit Luther in unmittelbarem Briefwechsel. Ihren früher viel bedeuten-dem Handel als gegenwärtig schützten die Könige von Ungarn durch ausgedehnte Privile-gien, Sie war sonst stark befestigt, doch die Werke sind jetzt zum Theil verfallen.
Kronstadt, Stadt und Festung im rufs. Gouvernement Petersburg, liegt der Mün-