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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
398
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."98 Kriegszucht Krifis

gehören dann vorzugsweise die Waffenlehre, mitEinschluß dcrTaktik, die Befestigungskunst,Terrainlehre und die Kriegsgeschichte. Letztere umfaßt zugleich die so vielfachen Verände-rungen, welchen die Kriegskunst nach Verschiedenheit der Zeiten, Nationen und jedesmali-gen Verhältnissen unterworfen gewesen ist; sie zeigt, wie jeder große General sich ein denUmständen angemessenes System gebildet hak, und ohne sich an Theorien zu kehren, die ineinem Falle vortrefflich sein können, in einem andern aber keinen Erfolg gebe» würde»,den Krieg mit wahrhafter Kunst geführt hat.

Kriegszucht, s. Mannszucht.

Kries (Friede.), ein ebenso fruchtbarer als verdienstvoller Schriftsteller im Gebieteder Mathematik und Physik, geb. am 18. Oct. 1768 zu Thorn in Westpreußen, wo seinVater Rector des Gymnasiums war, erhielt auf diesem den ersten wiffensckaftlichen Unter-richt und bezog zu Ostern 1786, um sich dem Studium der Pädagogik und Theologie znwidmen, die Universität zu Leipzig, die er im folgenden Jahre mit Göttingen vertauschte,wo er sich hauptsächlich mit philologischen Studien beschäftigte. Durch die Empfehlungdes Philologen Heyne erhielt er 1789 eine Anstellung als Lehrer der Mathematik undPhysik an dem Gymnasium zu Gotha,^welche Stadt er mehrer Anträge zu auswärtigenStellen ungeachtet seitdem nie verließ. Übrigens ertheilte er auch in der lat., sowie einigeZeit in der ital. Sprache und in der Geschichte der griech. und rüm. Philosophie Unterricht,rückte nach und nach bis zur ersten Professur auf und feierte am 2. Nov. 1839 sein 56jäh-riges Amtsjubiläum, bei welcher Gelegenheit er den Hofrathskitel erhielt, woraus er zuMichaelis 1832 auf seinen Wunsch in den Ruhestand versetzt wurde. Von 1839 an hatteer auch mehre Jahre lang den beiden Söhnen des verstorbenen Herzogs Ernst von Sachsen-Koburg-Gotha, Ernst und Albert, mathematischen Unterricht ertheilt. Von seinen zahlrei-chen Schriften sind die bedeutendsten dasLehrbuch der Physik" (Jena 1806; 5. Auch,1835);Lehrbuch der reinen Mathematik" (Jena 1819; 7.Aufl., 1833);Lehrbuchder mathematischen Geographie" (Lpz. >813; 2. Aufl., 1827);Von den Ursachen derErdbeben und von den magnetischen Erscheinungen" (Lpz. 1827);Vorlesungen über dieNaturlehre für Frauenzimmer" (3 Bde., Lpz. 183236);Gründliche Anweisung zurRechenkunst für Geübtere" (Gotha 1898; 3. Aufl., 1835). Außerdem hat K. eine sehrgroßeMenge einzelner Abhandlungen und Aufsätze, die in Zeitschriften zerstreut sind, sowieÜbersetzungen aus dem Griechischen, Englischen, Italienischen und Französischen geliefert.Krim, s. Taurien.

Krischna, s. Indische Religion.

Krisis (griech.), eigentlich Urtheil, Entscheidung, wird in der Medicin in verschiede-nen Bedeutungen gebraucht. Im weitesten Sinne verstand schon Hippokrates unter die-sem Worte jede Veränderung im Verlaufe einer Krankheit, welche den künftigen Ausgangderselben ankündigt, obgleich er auch in engerer Bedeutung den Begriff damit verband, fürwelchen man es gegenwärtig als Kunstausdruck benutzt, da sich für die erste Bedeutungviele andere Worte gefunden haben, welche diese vielfach untereinander abweichenden Ver-änderungen näher bezeichnen. Sieht man nämlich eine Krankheit als einen Kampfan,welchen die Heilkraft der Natur, die Kraft und das Bestreben des Organismus, sich selbstzu erhalten und sich gegen die Angriffe auf sein Bestehen zu vertheidigen, mit einem schäd-lichen Einflüsse und dessen Producten eingeht, so ist der Zeitpunkt, in welchem eines dieserstreitenden Momente den Sieg davon trägt, derjenige der Krisis. Dieser Begriff wird jedochgewöhnlich wieder so weit eingeschränkt, daß man nur dann von einer Krisis spricht, wenndiesemZeitpunkte gewissermaßen diegrößtmöglichenAnstrengungenderstreitendenParteien,also auch je nach der Beschaffenheit des Organismus und der Krankheit mehr oder wenigerstürmische Aufregungen und Erscheinungen im Körper vorhergehen, während, wenn jenerSieg ohne solche Erscheinungen errungen wird, man sagt, daß die Krankheit nicht durcheine Krisis, sondern durch Lösung (Hsiu, solutio mvrbi) den Gang eingeschlagcn habe, dersie ihrem Ziele zuführt. Obgleich nun ein Sieg einer dieser Kräfte über die andere injeder Krankheit stattfinden muß, so ist er doch in chronischen Krankheiten viel seltner als inacuten von solchen stürmischen Erscheinungen begleitet, weshalb man auch fast nur denacuten und namentlich den fieberhaften Krankheiten Krisen zuschreibt. In letztem sind