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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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394
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39^1 Kriebelkrankheit Kriegsgefangene

Historie der sächs. Lande", die nach seinem Tode vom fünften Bande an ebenfalls Franckefortsetzte (0 Bdc., Altcnb. >75-16<).

Kriebelkrankheit oder Kornstaupe (rapüsniu oder conviilsi« cerealis) ist eineschon öfter beobachtete Epidemie, welche sich durch Unterleibsbeschwcrden, Eingenommenheitde§ Kopfes und weiterhin durch Krämpfe und das Gefühl von Ameisenlaufen, wie es beimsogenannten Einschlafen der Glieder stattsindct, ausspricht. Die Krankheit hat viel Ähn-lichkeit mit einem nervösen Schlcimfieber, verläuft schneller oder langsamer und führt meistzum Tode, nachdem sich Brand der Extremitäten dazu gesellt hat. Äuch hat sie Blödsinn,Epilepsie, Blindheit und Taubheit zur Folge. Die Ursache derselben scheint der Genußvon Brot zu sein, welches aus unreinem, mit verschiedenen Kräutern und namentlich mitviel Mutterkorn (s. d.) vermischtem oder schlecht aufbcwahrtem Getreide gebacken ist,da die Epidemien gewöhnlich nach Zeiten und m Landstrichen auftreten, in denen durchwidrige Natur- oder politische Ereignisse diese Übelstände hcrvorgebracht worden waren.Zuletzt herrschte die Krankheit in den I. 1770 und I77l in Niedersachsen. Vgl. Taube,Geschichte der Kriebelkrankheit u. s. w." (Gött. 1782h.

Krieg heißt der gewaltthätige Zustand zweier Völker, um Das durch die Waffenzu erzwingen, was durck Unterhandlungen nicht zu bewirken steht. Nothwendig muß derEine dabei Angreifer sein, während der Andere den Angriffabzuweisen bemüht ist. Darausist die Eintheilung des Kriegs entstanden in Offensiv- und Defensivkrieg, Bürger-krieg u. s. w. Inzwischen wird jeder Kriegszustand, wenn er auch anfangs defensiv ist, inder Hand eines klugen und lebhaften Befehlshabers sich in einen offensiven verwandeln,der allein zum Siege führen kann. Der Bürgerkrieg war in früherer Zeit häufig zugleichNeligionskrieg. Ein Volkskrieg ohne Empörung, gegen einen äußern Feind gerichtet,wurde seit >792 von der franz. Republik geführt und seit 1813 von den Russen undPreußen durch allgemeine Bewaffnung des Volks gegen Napoleon. Der sittliche Zweckdes Kriegs ist Erhaltung nicht persönlicher Interessen, sondern des Staats und seiner Un-abhängigkeit, und Kant in der SchriftZum ewigen Frieden" bemerkte sehr richtig, daßauf der Stufe der Cultur, worauf das menschliche Geschlecht noch stehe, der Krieg ein un-entbehrliches Mittel sei, diese weiter zu bringen. Vgl.Fichte,Über denBegriff des wahrenKriegs" (Tüb. >315) und Tzschirner,Über den Krieg" (Lpz. 1815).

Kriegsbaukunst, s. Festungsbau.

Kriegsgebrauch nennt man die allgemeine Übereinkunft der Völker und Heere überdas Verhalten des Siegers gegen den Überwundenen, die sich nach der Zeit, der Nationalität,dem Herkommen und manchen individuellen Veranlassungen sehr verschieden gestaltet hat.So ist es Kricgsgebrauch, daß der Soldat, welcher seine Waffen wcgwirft und um Pardonbittet, gefangen genommen und nicht getödtet wird; in manchen Schlachten wurde aberauch kein Pardon gegeben und selbst der Wehrlose getödtet. So war es Kriegsgebrauch,daß die Türken jedem Gefangenen den Kopf abschnitten, weil sie nach der Anzahl der be-siegten Feinde belohnt wurden, und wilde Völker peinigen ihre Gefangenen noch gegen-wärtig auf das Grausamste. Ebenso war früher das Plündern eroberter Städte nebst allendamit in Verbindung stehenden Gewaltthatcn, und das Erpressen eines LöscgeldeS vonden Gefangenen nach Kriegsgebrauch ganz in der Ordnung und noch gegenwärtig fälltalles Besitzthum des Besiegten dem Überwinder zu. Als besondern Kriegsgebrauch erwähnenwir noch das Löscgeld, welches eine eroberte Stadt oder Festung in früher» Zeiten demBefehlshaber der Artillerie bezahlen mußte, um die Glocken auszulösen, die jenem sonst ver-fallen waren. Zum Kriegsgebrauch gehören noch gegenwärtig das Aufhörcn des Feuers,wenn eine Festung die weiße Fahne aufstcckt, oder Chamade schlägt, das Annehmen derfeindlichen Parlamentairs, wenn sie sich bei der Vorpostenlinie durch einen Trompeter oderTambour melden, das Einführen derselben mit verbundenen Auge«, ein kurzer Waffen-stillstand zur Begrabung der Gebliebenen u. s. w. Ein sehr häufiger Kricgsgebrauch ist esauch, daß größere Massen von Truppen, die sich durch Kapitulation ergeben, bei ihrer Aus-wechselung die Verpflichtung übernehmen müssen, in Jahr und Tag nicht wieder gegen dieMacht und deren Verbündete, der ihr Überwinder angehört, zu dienen.

Kriegsgefangene heißen die durch Waffengewalt des Feindes überwundenen Sol-