Druckschrift 
8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
393
Einzelbild herunterladen
 

Kreysig (Friedr. Ludw.) Krcysig (Georg Christ.) .'N.7

diidclc. Ludwig gcrieth sammt seinem Heere in Gefangenschaft und mußte sich mit schwe-rem Eeldc loskaufen; Trivolis, Tyrus und Bcrytus wurden nach und nach erobert undmit Acre oder Ptolemais siel I2SI das letzte Bollwerk und der letzte Rest der christlichenReiche in Asien. So war also das eigentliche Ziel dieser zwei Jahrhunderte dauernden mäch-tigen Unternehmungen, die Eroberung des heiligen Landes, unerreicht geblieben, aber erreichtwaren so manche andere größere Bortheile, die nicht im Plane der Urheber dieser Bewegun-gen gelegen hatten. Zwar hatte Europa eine Zahl von nahe an sechs Mill. seiner Bewoh-ner durch diese Züge verloren, die Fürsten hatten zur Erschwingung der Kricgskostcn ihrenUntcrthanen schwere Abgaben aufcrlegt, fromme Laien ihr Gut der Kirche geschenkt, vcr-kauft oder verpfändet, die Klöster sich gemehrt, der Aberglaube und die allgemeine Verar-mung sich gesteigert, und vor Allem hatte die Macht der Kirche sich fester als je begründet,aber zugleich wurden auch durch diese Züge eine engere Verbindung unter den europ. Völ-kern vermittelt, durch die Verarmung des Adels die Erhebung des Bürgcrstandcs vorberei-tet, dem Handelsverkehr durch die Bekanntschaft mit dem Orient neue Wege gebahnt undeine große Masse neuer Kenntnisse und Künste nach Europa gebracht, sodaß der gegenwär-tige Zustand Europas größtcnkhcils eine mittelbare Folge derselben ist. Vgl-Wilken,Ge-schichte der Krcuzzüge" (7 Bde., Lp;. 1807 32), welche bis zur Mitte des IS.Jahrh.reicht; Funck,Gemälde aus dem Zeitalter der Krcuzzüge" (3 Bde., Lpz. >82023);Michaud,lli-toire lies croisuües" (6 Bde., Par. 1 82b 30 ; deutsch, 6 Bdc.,O.uedlinb.182732), undDesselbenLlliliotlieciiiv <Ies eroissiles" (3Bde.,Par. 1830); UlidHce»rcn,Versuch einer Entwickelung der Folgen der Kreuzzüge für Europa" (Gött. 1808).

Kreystg (Friedr. Ludw.), berühmter praktischer Arzt und mcdicinischer Schriftsteller,gcb. am 7. Juli 1770 zu Eilcnburg bei Leipzig, besuchte die Fürstcnschule zu Grimma undbezog 1788 die Universität zu Leipzig, wo er sich der Heilkunde widmete. Von Leipzig ausging er 1702 nach Pavia, um unter Frank, Scarpa, Paletta und Spallanzani sich weiterauszubilden, kehrte 1795 nach Leipzig zurück, erhielt die mcdicinischc Doktorwürde undhabilitirte sich als Privatdocent. Im I. 1796 wurde er Substitut der pathologischen undchirurgischen Professur in Wittenberg, wo er eine ambulatorische Klinik errichtete und 1801in die Professur der Anatomie und Botanik cinrückte. Jndcß schon > 803 folgte er demRufe als kurfürstlicher Leibarzt nach Dresden. In dieser Eigenschaft begleitete er den Kur-fürsten und nachmaligen König Friedrich August verschiedene Male nach Polen, sowie auch>813 in die Gefangenschaft nach Friedrichsfeldc. Nach seiner Rückkehr im I. 1815 über-nahm er die Professur der spcciellen Pathologie und Therapie und das Direktorium derKlinik an dem Lolletzium me<1ico-el>iriiig)cum; legte indeß schon 1822 nach einer schwerenKrankheit diese Stelle nieder, um seiner Praxis, die ihm besonders viele vornehme Russenund Polen zuführte, und seinem Lieblingsstudium, der Botanik, besser leben zu können,und erhielt auch nach des Königs Friedrich August Tode theilweise Dispensation von seinerFunction als Leibarzt. Nachdem er >838 noch eine Reise nach England und Irland unter-nommen hatte, starb er nach kurzer Krankheit am 3. Juni > 839. Außer zahlreichen kleinernSchriften sind besonders von ihm zu erwähnenNeue Darstellung der physiologischen undpathologischen Grundlehren" (2 Bde., Lpz. >7981800);Abhandlung über dasScharlachfieber" (Lpz. 1302);Die Krankheiten des Herzens" (3 Bde.,Lpz. 181317);System der praktischen Heilkunde" (2 Bde., Lpz. 1818>9) undÜber den Gebrauchder natürlichen und künstlichen Mineralwässer" (2. Aufl., Lpz. 1828).

Kreyssg (Georg Christoph), ein um die Specialgeschichke Sachsens sehr verdienterSchriftsteller, geb. 1697 zu Kranzahl bei Annaberg in Sachsen, studirte in Leipzig undWittenberg und ging nachher nach Dresden, wo er Bücherauctionator wurde und am13. Jan. 1758 starb. Wie in Leipzig an Mencken, so schloß er sich in Dresden besondersan Schöttgen an. Mit Lchterm gab er gemeinschaftlich heraus dieDiplomatischeund curieuse Nachlese der Historie von Obersachsen" (>2Theile, Dresd. u. Lpz. 1730 33) und dieViplomutariu et scriptvres üistariae germso. meckn nevi" (3Bde.,Altenb.1760, Fol.), denen H. G. Francke (s. d.) den dritten Band hinzufügke. Allein gab erheraus dieHistorische Bibliothek von Obersachsen" (Görl. 1739) und dieBeiträge zur