Kreuzbrüder Kreuznach >si89
Querbalken versehen ist (^ ). Andere Formen des Kreuzes sind das Hochkreuz, wcl-chcs sich häufig aufden Münzen der oströrn. Kaiser findet und dann, wenn es auf Stufensteht, Stufenhoch kreuz genannt wird, darin bestehend, daß der Querbalken an demsenkrechten Pfahle hoch angebracht ist (H), und das Gabelkreuz, aus drei in der Mitterusammcnlaufenden Balken bestehend (X ). In dor Heraldik erscheinen außerdem Kreuze,weiche wieder mit dem Christenthuin in Verbindung stehen, nämlich bas Patriarchal-krcur, ein doppeltes Kreuz (^-), und das päpstliche des Hirtcnstabes, ein dreifaches (r^.).Eine eigene Bcwandtniß hat es mit den Kreuzen der altskandinav. Runensteine, deren Er-scheinen Jahrhunderte vor der Bekehrung jener Völker zum Christenthume stattfindet. Siehaben ihre» Ursprung höchst wahrscheinlich von dem in Krcuzesform gestalteten Hammer deSDor, mit dem er den Donner hcrvorbringt. Wol nicht mit Unrecht vcrmuthet man, daßman mit dem Zeichen des Kreuzes schon in der vorchristlichen Zeit eine religiöse, vielleichtmystische Bedeutung verband. In der Münzkunde gibt es mehre Münzen, welche vondem Gepräge des Kreuzes den Namen erhalten haben, so namentlich der Kreuzer (s. d.).Außerdem sind am bekanntesten der Kreuzpfcnnig der Stadt Bremeki, der Kreuzgroschender sächs. Kurfürsten seit Friedrich dem Sanftmüthigen und der Kreuzducaten (croisette)der Könige von Frankreich seit Franz I. Denselben Ursvrung hat der Crusads Portugals,mit dem Kreuze des Chrisiusordens und der Legende: l. H. 8. — In der Musik ist dasKreuz (Hund X) ein Erhöhungszeichen, das einfache (jj) erhöht um einen halben Tonund fügt dem Namen der Note die Silbe >.< zu; das Doppelkreuz ( X »der HH) um einenganzen Ton und verdoppelt die Benennung des vorigen, z.B. lisst.«. Im Generalbässe zeigtdas Kreuz ohne Ziffer über der Baßnotc die große Terz an.
Kreuzbrüder, s. Flagellanten.
Kreuzen heißt in der Schlffcrsprache sich auf der Höhe der Sec halten und in einerbestimmten Gegend des Meeres hin- und herfahren, zu dem Zwecke, Kaper, Schleichhändlerund feindliche Schiffe wegzunehmcn, einer Küste die Zufuhr abzuschnciden, zusammen-gezogcne Flotten zu beobachten, Häfen zu sperren, vor feindlichen Landungen zu sichern u.s.w.Die Schiffe, welche man dazu gebraucht, heißen Kreuzer und sind bewaffnet.
Kreuzer, eine deutsche Scheidemünze, die ihren Namen von dem Kreuze erhaltenhat, welches ursprünglich darauf geprägt war. Der Name soll auS Kreuzhäller entstandensein. Sie wurden in Silber und Kupfer ausgemünzt und waren in allen Ländern, wo derGuldenfuß eingeführt worden, üblich. Auf den Gulden rechnet man 6t) Kreuzer, 96 aufden Rcichsthaler. Nach dem Conventionsfuß sind 26 Kreuzer gleich 24 des rheinischenGuldenfußes. Gegenwärtig werden,fast nur in Süddcutschland Kreuzer geprägt und zwarüberall mit dem Landcswappen. In Ostreich gehen 3 Kreuzer auf einen Kaisergroschcn und2<)Kreuzcr auf ein Kopfstück. Außerdem gibt es noch einen schweren oder Wechselkrcu-zcr, 4 Pf. an Werth, der blos als Nechnungsmünzc vorkommt, namentlich in Oberhcssen.
Kreuzeserfinduna heißt in der katholischen Kirche die Auffindung des Kreuzes, andem Jesus gestorben sein soll. Als nämlich Helena, Konstantin s Mutter,das ersteBeispieleiner Wallfahrt nach Palästina gab, entdeckte sic nach einer freilich nicht hinlänglich ver-bürgten Nachricht jenes Kreuz und nahm ein Stück desselben mit nach Konstantinopcl.Zum Andenken an diese Entdeckung wird in der katholischen Kirche der 3. Mai als Festder Kreuzeserfindung gefeiert.
Krenzescrhöhung bezeichnet in der katholischen Kirche die Wicdcrcroberung unddamit verbundene Aufrichtung des von den Persern geraubten Krcuzholzes auf der Schä-dclstette zu Jerusalem, die unter dem Kaiser Hcraklius im I. 628 erfolgte. Die Kirchefeiert diese Begebenheit am ! 6. Sept.
Kreuzherren oder Kreuzträger nannte sich der ursprünglich zum Hospitaldicnstegestiftete, später zum Klosterlebcn übergegangcnc Orden regulirter Chorherren, welcher sichdurch ein rothes Kreuz auf der schwarzen Kleidung auszcichnct. Noch jetzt sind die Kreuz-Herren Besitzer ansehnlicher Pfründen in Böhmen und bekleiden meist Kirchenämtcr undProfessuren an der Universität zu Prag.
Kreuznach , eine Stadt von ungefähr 9666 E. in der preuß. Rheinprovinz, ist be-rühmt wegen ihrer Mineralwässer, welche zu den jod-und bromhaltigen Kochsalzqucllen