Kreuth Kreuz 387
oder nach Andern ein Kleid, zum Geschenk, welche sogleich, als K. dieselbe aufsehen wollte,zu brennen ansing und sie selbst nebst dem Palast verbrannte.
Kreuth, ein Dorf im bair. Hochgebirge, drei Stunden von Tegernsee (s. d.) ent-fernt und 29 l l F. über dem Meere gelegen, ist als Curort berühmt. Die Mineralquelle zumheiligen Kreuz war schon seit dem Anfänge des Ui.Jahrh. bekannt und wurde bereits früh-zeitig von den Mönchen in Tegernsee und den umwohnenden Landleuten benutzt; erstindeß nach Aushebung des Klosters und Ankauf der Herrschaft Tegernsee im1.1817 durchden König Maximilian I. von Baiern wurde K. als Curort dem Auslande bekannt. Schont8>8 wurden Einrichtungen zu Bädern getroffen und das Bad eröffnet. Außer der schonerwähnten Quelle sind besonders zu bemerken die Quellen in Schwaighof, im Stinkergra-ben und am Gernberge, welche sämmtlich zu den kalten Schwefelquellen gehören. Manbenutzt dieselben sowol innerlich als äußerlich in solchen Krankheiten, wo kalte Schwefel-quellen überhaupt sich nützlich zeigen. Auch werden in dem nahe gelegenen RosenheimSoolbäder gebraucht. Berühmter jedoch als durch seine Mineralquellen ist K. durch diedaselbst eingerichtete Molkentrinkanstalt, wo die aus der Milch der Alpenziegen gewonne-nen ganz vorzüglichen Molken entweder allein oder in Verbindung mit den hier zu Tagekommenden oder fremden Mineralwässern oder frischen Kräutersäften gebraucht werden.Unterstützt wird die Cur durch die schöne, großartige Umgebung und die reine, stärkendeaber auch dabei etwas scharfe Gebirgsluft, welche den an manchen Übeln der BrustorganeLeidenden, besonders wenn diese schon weit vorgeschritten sind, allerdings den Aufenthalt inK. nicht räthlich macht. Vgl.Krämer, „Die Molken- und Badeanstalt K." (Münch. 1829).
Kreutzer (Konradin), ein bekannter Lieder- und Operncomponist, geb. 1782 zuMößkirch in Baden, gewann zuerst durch seine gefälligen Compositionen der Uhland'schenFrühlings- und Wanderlieder, sowie durch seine Gesänge für Männerstimmen Beifall.Er reiste als Klavierspieler und schrieb mehre Clavierconcerte, Sonaten u. s. w.; auch ei»Oratorium „Moses" und mehre andere kirchliche Compositionen, bis er sich später auSschlie-ßcnd der Oper zuwendete. Nacheinander war er Kapellmeister in Stuttgart, Donaueschin-gcn, Wien und zuletzt in Köln. Seine Opern haben nur zum Theil eine allgemeinere Ver-breitung gefunden; vorzugsweise war dies der Fall mit „Libussa" und dem „Nachtlagervon Granada". Den Text zu seiner Oper „Melusine", die 1833 in Berlin gegeben wurde,hatte Grillparzer ursprünglich für Beethoven bestimmt.
Kreutzer (Nud.), ein ausgezeichneter Componist und Violinspieler, wurde 1767 zuVersailles von deutschen Altern geboren. Ein Schüler von Stamitz und Vivtti, bildete erdes Letzter» Spielart weiter aus und wurde ein Hauptglied jener großen Geigerschule, die,von Italien durch Tarlini und Pugnani ausgehend, in Frankreich durch Baillot, K. undRode ihre Pflege und Entfaltung, und in Deutschland durch Spohr ihren Höhepunkt undAbschluß fand, und deren gediegene Klarheit, großartiger Ton, lange Bogenführung durchdie mancherlei interessanten, zum Theil doch mehr blendenden als glänzenden Einzelheitender Nachfolger Paganini's nicht vergessen gemacht wurden. AußerConcerten,Duos n. s.w.für sein Instrument, componirte K. auch verschiedene Opern, die ihrer Zeit nicht ohne Theil-nähme ausgenommen, doch ohne nachhaltigen Einfluß blieben. Bekannt ist besonders dieOuvertüre zu seiner Oper „Lodoiska". Er war Violonist in der kaiserlichen Kapelle undMitglied des Konservatoriums zu Paris; nach der Restauration wurde er Professor desViolinspiels an der königlichen Schule für Musik und Deklamation, und starb am 6. Jan.1831 zu Genf, wohin er um seiner wankenden Gesundheit willen gereist war. — Sein jün-gerer Bruder und Schüler, Aug. K., erster Violinspieler bei der großen Oper und Mitgliedder königlichen Kapelle in Paris, starb am 30. Aug. 1832.
Kreuz. Das Kreuz war bei den Alten ein sehr häufig verkommendes Werkzeug zurAusführung der Todesstrafe und entweder ein einfaches Kreuz, aus einem einzigen Pfahlbestehend, an welchem der Verbrecher befestigt oder auf welchem er gespießt wurde (impa-latio), oder aus zwei Pfählen zusammengefügt, welche nach der Art der Zusammenfügungdrei verschiedene Formen bildeten. War der Querbalken so an den Pfahl gefügt, daß einerechtwinkelige Form entstand (-j-), so hieß eS crux immisrs; war der Querbalken oben auf
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