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betrachtet werden können, nnd der Befähigung, sich durch mechanische Dicnsileistungen nachnützlich zu machen. Von den neben dem Kretinismus oft bestehenden, keineswegs abcrnoth-wendig mit ihm verbundenen Krankheiten sind vor allen die Kröpfe, dann auch Epilepsie,Krämpfe und Wahnsinn mit Tobsucht anzuführen. Einen genügenden Aufschluß über dieeigentliche erste Veränderung im Körper, welche dem Kretinismus vorangcht, zu erlangenund ein Urtheil zu fällen, ob Skrofelkrankheit, Gehirnfehler u. s. w. die Grundlagen des-selben sind, ist bis jetzt unmöglich gewesen, da namentlich anatomische Untersuchungen nochnicht in gehöriger Menge und mit der erfoderlichen Umsicht angestellt worden sind. Ge-wöhnlich beginnt er mit der frühesten Kindheit, zuweilen jedoch auch erst nach Verlauf eini-ger Lebensjahre, und die Kretinen können in diesem Zustande das 5». Lebensjahr erreichen.Die entferntere Ursache des Übels ist schon lange eine vielfach behandelte Streitfrage.Wenn hierbei die ungesunde Nahrung, namentlich schlechte Beschaffenheit des Trinkwas-fers, warme und dabei feuchte und dumpfe Atmosphäre, Mangel an atmosphärisch-elektri-scher Materie, unzweckmäßige Wohnungen, ungenügende Pflege und Abwartung der Kin-der und vorzüglich Erblichkeit angeführt werden,, so dürfte keins dieser Momente zu über-sehen sein, obgleich nur mehre im Verein dieses Übel hervorzubringen scheinen und oft wie-der, wie die Erfahrung beweist, dieses oder jenes an Orten gänzlich fehlt, wo man doch denKretinismus als endemisch vorfindct. Nach einer mehr oder weniger einseitigen Auffassungdieser Krankheit sind auch die Behandlungsarten verschieden gewesen, welche zu ihrer Be-seitigung und gänzlichen Ausrottung vorgeschlagen worden sind und sich hauptsächlich ansdiätetische und mcdicinisch-policeiliche Maßregeln beziehen. Welche Schwierigkeiten sichaber der Ausführung derselben entgegenstellen mögen, kann man schon daraus erkennen,daß namentlich in den Hauptsitzen des Kretinismus die Kretinen dem Aberglauben des ge-meinen Volks als Gegenstände der Verehrung gelten; jedoch ist auch namentlich in einigenGegenden Deutschlands, wo der Kretinismus endemisch war, seit einer Reihe von Jahren,wahrscheinlich in Folge der fortschreitenden Cultur, eine Abnahme desselben bemerkt wor-den. Bedeutende Hoffnungen knüpft in dieser Hinsicht die Menschheit und die Wissenschaftan das vor einigen Jahren von Guggenbühl auf dem Abendberge bei Jnterlachen i» derSchweiz errichtete Etablissement für Kretinen. Mit dem Kretinismus haben sich besondersbeschäftigt Ackermann, Fodere, Gebrüder Wenzel, Jphofen und Sensburg. Vgl. Maffeiund Rösch, „Neue Untersuchungen über den Kretinismus" (2 Bde-, Erlang. 1844). DerName Kretinen stammt aus dem Romanischen von cratins, welches so viel wie crestnro,d. i. ein elendes Geschöpf, bedeutet.
Kretschmann (Karl Friedr.), deutscher Dichter, geb. am 4. Dec. 1738 zu Zitta»in der Oberlausih, besuchte das dassge Gymnasium und studirte seit 1757 zu Wittenbergdie Rechte. Er wurde 1764 Oberamtsadvocat, >774 Gerichtsactuar in seiner Vaterstadtund starb daselbst, nachdem er seit 1767 in Ruhestand versetzt gewesen, am 1 5 .Jan. >8VS.Als Dichter verdankt er den größten Ruf seinen seit 1768 unter dem Namen de- BardenRhingulph herausgegebenen „Bardenliedern", in denen er Klopstock mit Glück nacheiferte.Unter seinen lyrischen und epigrammatischen Gedichten zeichnen sich viele durch Neuheit,Wahrheit, Witz und Feinheit, sowie durch geschmackvolle Sorgfalt und strenge Politur aus.In den letzten Jahren seines Lebens machte er sich auch als leichter Erzähler bekannt. Seinesämmtlichen Werke gab er in sieben Bänden heraus (Lpz. 1784—1865).
KlMsck, die Tochter des Okeanos und der Gäa, eine Najade, wurde von PeneiosMutter des Lapithenkönigs Hypseus und der Stilbe. — Kreusa, die Tochter des Erech-theus und der Praxithea, war die Gemahlin des ekuthos und Mutter des Achäos undJon.(s. d.). Nach Andern gebar sie den Jon vom Apollon. — Keeusa, die Gemahlindes Äneas (s. d.) und Mutter des Askanius oder Julus, war die Tochter des Priamosund der Hekabe (Hecuba). Bei der Flucht aus Troja verschwand sie plötzlich von der Seitedes AneaS. Dieser eilte deshalb zurück, fand sie aber nirgend; später erschien sie ihm alsVerklärte, um ihn zu trösten und ihm mitzutheilen, daß die Mutter der Götter sie zu sichge»nommen habe— Kri'usa hieß endlich auch die Tochter des korinth. Königs Kreon, welchedes Jason Gemahlin werden sollte. Medea aber, darüber eifersüchtig, schickte ihr eine Krone