384 Kreosot Kreta
zu bestatten, geschah dieses dennoch durch Antigone (s. d.). Die Folge davon war diegänzliche Verweisung seines Hauses.
Kreösot heißt ein von Reichenbach im J, 1832 zuerst aus dem Holztheer dargestellterKörper, welcher zu der Classe der brenzlichen Öle gehört. Er ist die Ursache des eigenthüm-lichen Geruchs des Theers, Holzessigs, Holzrauchs und der geräucherten Maaren und bildetsich wahrscheinlich stets bei trockner Destillation von Pflanzcnstoffen. Im Holztheer findetsich daS Kreosot von vielen andern ähnlichen Producten begleitet und läßt sich nur durchwiederholte Destillation und ziemlich langwierige Reinigungsprocesse daraus isoliren. Esist eine farblose, nach Rauch riechende, äußerst, brenncnd„schmeckende, ölige, neutrale, in 8bTheilen Wasser aber sehr leicht in Alkohol, Äther und Ölen lösliche Flüssigkeit von >,V!Nspec. Gewicht. Da es eine in hohem Grade fäulnißwidrige Eigenschaft hat, so kann mansich des Kreosotwassers zu Conservirung animalischer Stoffe bedienen. Das Fleisch nimmtdarin ganz die Eigenschaften des geräucherten an, weshalb verdünnte Krcosotauflösungenwie der Holzessig zur künstlichen Räucherung benuht werden. Auch zu Conservirung desHolzes hat man Kreosotanstriche empfohlen, die aber zu kostspielig sind. In der Medicinwird das Kreosot äußerlich gegen Geschwüre, als blutstillendes Mittel, als Mittel gegenZahnschmerzen, innerlich hier und da gegen Schwindsucht u.s. w. angewendet. Man bedientsich dessen in der Regel verdünnt, als Kreosotwasser, da mit dem reinen Kreosot seineräußerst heftigen Wirkung wegen sehr vorsichtig umzugehen ist. Vgl. Rcichenbach, „DasKreosot" ( 2 . Aust., Halle 1835 ).
Krepp, auch Flor genannt, ist ein aus zweifädig filirter, rechts und links gezwirn-ter Seide locker, wie Gaze gewebtes Scidenzeuch, in dem durch eine eigene Vorrichtung dieFäden eine wellenförmige Richtung erhalten haben. Nach dem Weben erhält das Zeuchdadurch, daß man es im befeuchteten Zustande mit der behaarten Seite eines Kalb- oderSechundsfcllcs streicht, das krause Ansehen. Seltener wird die Seide vor dem Verwebengekreppt. — Man verfertigt auch aus feinem Kammgarn wollenen Krepp zu Trauerstof-fen auf ganz ähnliche Weise, nur daß es hier zum Kreppen hinreicht, wenn das auf eineWalze gewickelte Zeuch im Wasser kocht, wobei die Fäden ungleich einlaufen.
Kresphontes, s. Heraklidcn und Merope.
Kresse nennt man mehre in die Familie der Kreuzblütigen (Oneiterse) gehörende,durch scharfen, rettigartigen Geschmack der Blätter ausgezeichnete Pflanzen. Die beson-ders in Südeuropa angebaute, wahrscheinlich aus Syrien oder Persien stammende Gar-tenkresse (^epillium sativum) ißt man als Salat; die gemeine BrunnenkressesSiszmbrium nssturtium), welche in Deutschland an klaren Bächen und Quellen wächst,wird auf gleiche Weise angewendct, zum Theil auch mit andern Kräutern vermengt ge-preßt und der Saft zu Frühlingscuren gebraucht. Viele andere Arten derselben Gattun-gen, welche in allen milden Klimaten wild Vorkommen, können als Gemüse benutzt werden,haben Heilkräfte und sind gemeint, wenn Seefahrer von gefundenen antiskorbutischen Kräu-tern sprechen. Nicht zu verwechseln mit den vorhergehenden ist die Kapuzinerkresse(Dropaeolmi, mchus), die in Peru wild wächst, eine jetzt auch in dunkelbraunen Spielartenvorkommende Gartcnblume ist und deren halbreife Früchte wie Kapern eingesetzt werdenkönnen. An der Blume derselben bemerkte zuerst Linne's Tochter ein phosphorisches Leuchten.
Kreta, eine der größten Inseln des Mittelmeers, der südlichste Punkt von Europa,in ziemlich gleicher Entfernung von drei Erdtheilen, südöstlich von Lakonika, südwestlich vonRhodus, wird von Osten nach Westen von einer Gebirgskette durchzogen, die wiederumnördlich und südlich sich vielfach ausbrcitet und den in der Mitte kegelförmig sich erheben-den I d a (s. d.) als höchsten Punkt bildet, während im westlichen Theile die sogenanntenWeißen Berge (albi montes) sich finden. Die schönen Thäler und Niederungen, welchevon den größtentheils auf dem Jda entspringenden Flüssen befruchtet werden, waren schonim Altcrthumc berühmt durch ihre üppigen Cedern-, Cypressen- und Myrthenwälder, durchÜberfluß an Wein, Weizen und Oliven, sowie durch eine Menge von Arzneipflanzen, be-sonders durch das Wunderkraut Diktamnos. Hier war der Ursitz der Religion des Zeus,dessen Geburt und Erziehung man selbst hierher versetzte- Auch knüpfen sich an K. die äl-testen mythischen Erinnerungen, namentlich die Entführung der Europa (s.d.) hierher