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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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382
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382 Kreitmayer Kreml

weder arterielles noch venöses Blut, da es sich in ihm durch die Communicationswegezwischen dem Arterien- und Venensystem, welche außer den Haargefäßen gefunden werden,immer vermischt und deshalb Heller als das Venenblut und dunkler als das Arterienbluterscheint. Man würde den Kreislauf des Fetus nur einen Theil des Kreislaufs der Mutternennen können, wenn die beiderseitigen Gefäße in directer Verbindung ständen; allein dieVeränderung, welche das Blut des Fetus durch das der Mutter erleidet, wird nur dadurchhervorgebracht, daß im Fruchtkuchen die Gefäße, die dem letzter» angehören, so dicht andenen der erster« vorbeistreifen, daß die wechselseitige Abgabe und Aufnahme unbrauch-barer und brauchbarer Stoffe sehr gut schon durch die dünnen Gefäßwandungcn vermitteltwerden kann. Nachdem schon seit den ältesten Zeiten das Blutgefäßsystem die Aufmerksam- ,keit der Naturforscher auf sich gezogen hatte, gelang es dennoch erst im >7. Jahrh., den >Kreislauf des Blutes aufzufinden und durch unwiderlegliche Beweise festzustellen, undHarvey (s.d.) hat das Verdienst, durch Ausdauer und Scharfsinn die Wissenschaft mitdieser höchst wichtigen Entdeckung bereichert zu haben. Vgl. Österreicher, „Versuch einerDarstellung der Lehre vom Kreislauf des Blutes" (Nürnb. 1826, -t.); Kilian, „Über dmKreislauf des Blutes im Kinde, welches noch nicht geathmet hat" (Karlsr. 1826, -I.) undHecker, „Die Lehre vom Kreisläufe vor Harvey" (Berl. 1831). (Vgl. Blut, Ernäh-rung, Gefäßsystem, Haargefäße, Herz- und Pfortader.)

Kreitmayer(Aloys Wiguläus, Freiherr von), ein ausgezeichneter deutscherStaatS-mann und Nechtsgelehrter, gcb. am l.Dec. >705 zu München, wo er auch seine ersteBildung erhielt, studirte in Salzburg Philosophie, in Ingolstadt die Rechte, in Utrecht undLeyden das Staatsrecht, in Wetzlar die Rechts- und Reichspraxis und wurde schon >725als Hofrath in München angestellt. Nach Kaiser Karl's VI. Tode wurde er >711 pfalzbair.Hofgerichtsbeisitzer des Neichsvicariats und in den Reichsadelstand erhoben, unter KarlVIl.wirklicher Neichshofrath und nach dessen Tode, im I. 17-15, abermals zum bair. ReichS-vicariatshofgericht berufen, bei welcher Gelegenheit er die Beförderung als NeichsfreihmaufOffenstätten erhielt. Noch in selbigem Jahre ernannte ihn der Kurfürst Max JosephII.zum Hofrathskanzler und Geh. Rath und 1716 zum Geheimrathskanzler und Confemiz-ministcr. Ihm verdankt Baiern den „(locker juris kavarici jnckicisrii" (Münch. 1751;2. Aust., 1783; neueste Aust., 1813), den „(locker Hlaximillsnns bsvrrrieus civilis"(Münch. 1758; neue Aust., >788) und den „Novus cockex stiris bavsrici crimilialis"(Münch. 1751; 2. Aust., 1758; 3. Aust., 1788), denen er ein „8nj>plemont»in et imlergeneralis eockieis Älaxim. bavar. civilis, juckiciarii et criminalis", sowie „Anmerkung!»Über den (lock. zur. bavsr. juckieiarii" (Münch. 175-1—55), „Vnnntstiones ack cock.jm.bavLr.criminsIis" (Münch. 1751 und oft.) und „Anmerkungen überden (lock, bavar. civil."(5 Bde., Münch. 17 58) folgen ließ. Im I. 1758 wurde er Geh. Kanzler und Lehnpropst,sowie Kanzler der kurbair. Akademie der Wissenschaften, 1781 bei der Errichtung der Schul-curatel Präsident derselben und bei Eröffnung des Neichsvicariats nach Kaiser Joseph's ll.Tode Vicariatshofgerichtskanzler. Ec starb am 27. Oct. 17SN. Von seinen übrigen Werkennennen wir noch den „Grundriß des allgemeinen deutschen und bair. Staatsrcckts" (3 Bde.,Münch. 1769-70; 2. Aust., >789).

Kreml bezeichnet im Russischen eine Festung oder einen mit einem Wall und einerMauer umgebenen, meist im Mittelpunkte einer Stadt gelegenen Stadttheil, in welchemSinne wir die verschiedenen Kreml zu Smolensk, Groß-Nowgorod, Wladimir, Nischm-Nowgorod, Kasan und besonders den zu Moskau betrachten können, welcher letztere vor-zugsweise der Kreml genannt wird. Der Kreml in Moskau, einer der fünf Haupttheileder alten Kapitale des Reichs, zwar nicht auf dem höchsten Punkte der Stadt gelegen, dochimmer in einer Höhe von 100 F. über die hart an seinem Fuß hinfließende Moskwa erhaben,hat eine gute halbe Stunde im Umfang, und ist von einer dicken, mit vielen alten Wacht-thürmen versehenen Mauer umgeben, die überall schroff und steil zu den Gärten, Quai-Promenaden und Boulevards abfällt, in welche die unmittelbaren Umgebungen des Kremlsseit etwa 1830 verwandelt sind. Der Kreml enthält bloS Krongebäude, darunter das kaiser-liche Residenzschloß, welches gegenwärtig im Umbau begriffen ist; das Arsenal mit einerSammlung kostbarer Waffen, auch vielen erbeuteten Kanonen, die jetzt rings um dasselbe