378 Krcbsaugen Krefeld
Unterdrückung gewohnter Abänderungen und örtlich Druck und Quetschung zu erwähnen.Der Krebs scheint nur in dem ersten Zeiträume als unempfindliche, verhärtete Geschwulstheilbar zu sein; aber auch dann ist die Exstirpation desselben mit dem Messer fast das ein-zige Mittel zur Genesung, später hilft auch diese fast nur das Leben auf eine kurze Zeitfristen, indem der schon vollständig kranke Organismus bald andere Krebsschäden erzeugt,oder eine auszehrende Krankheit sich ausbildet.
Krebsaugen oder Krebssteine (lapiäss oder «rculi cancrornm) nennt mannaturgemäße rundliche Concremente, welche sich im Magen des Flußkrebses zur Zeit desSchalenwechsels bilden und großentheils aus kohlensaurem Kalk bestehen. Man gebrauchtsie fein gepulvert in der Medicin bei vielen Krankheiten, welche von abnormer Säurcbil- jdüng in den Verdauungsorganen herrühren. Äußerlich, als Streupulver auf wundgerie-bene Körperstellen bei Kindern, sind sie nicht sehr zu empfehlen und vor ihrem Gebrauche,um einen fremden zwischen die Augen und Augenlider eingedrungenen Körper wieder her-ruszukreiben, muß alles Ernstes gewarnt werden.
Krebse oder Krustenthiere (türustscea), eine große Familie aus derAbtheilunzder Gliederthiere, unterschieden von den verwandten durch Mangel der Flügel, durch ein-gelenkte Füße, von welchen mindestens fünf Paare vorhanden sind, durch Kiemen, die Ver-schmelzung des Kopfes und des Bruststückes zu einem Ganzen und den Besitz von nurzwei zusammengesetzten Augen. (S. Zn sekten.) Ihre Gestalt ist ebenso verschieden wieihre Größe; neben der bekannten Form des Krebses oder der kurzschwänzigen, rundlichenKrabbe kommen viele gar abenteuerliche Bildungen vor, und während der Hummer fasteine Elle lang gefunden wird, gibr eS nicht minder Scharen von mikroskopischen, kaumeine Linie langen Krustenthicren. Die meisten bewohnen das Meer, wenige das Süßwas-ser oder feuchte Bodenstellen, alle aber athmen durch Kiemen und sind daher nur als Was-serthiere zu betrachten. Ihre Bedeckung verhält sich wie bei den Insekten, ist aber gemein- rlieh reicher an Kalk, oft steinhart, aber dem Wechsel durch Häutung unterworfen. Sie ^nähren sich nur von animalischen Stoffen, besitzen einen sehr zusammengesetzten FreßaM-rat, und sind meist aufs Zerbeisen, selten auf saugende Nahrungsaufnahme angewiesen. DieFortpflanzung geschieht durch Eier, aber bei sehr vielen wird das Zunge erst mittels mehr-facher Metamorphosen dem Alten ähnlich. In der Lebensweise zeigen sie viele Verschieden-heit; die größer» leben nach Art unserer Flußkrebse, andere trifft man nur auf hohemMeere schwimmend an; viele der nieder» leben als Schmarotzer angesaugt auf andernSeethieren, die Pinnotheren sind friedliche Mitbewohner des Gehäuses lebender Weich-thiere, die Eremitenkrebse verbergen ihren weichen Hinterleib in tobten Seeschneckcn, die siemit sich Herumschleppen, andere vergraben sich im Seesande, und die westindischen Laustrab-ben treten sogar Wanderungen aus dem Innern des Landes nach den Küsten an, um ihreEier dort abzulegen. Die Zahl bekannter Arten aus allen Weltgegcnden ist sehr groß; keineist dem Menschen gefährlich; viele dem Stamme der eigentlichen Krabben und Krebse an-gehörende liefern den Küstenbewohnern ein reichliches Nahrungsmittel.
Krefeld, eine Handels- und Fabrikstadt im Regierungsbezirke Düsseldorf der preuß.Provinz Rheinland, ist im holländ. Geschmack erbaut und hat 25VV0 E., darunter gegen800 Mennoniten, die hier auch ein Bethaus besitzen. Sie ist der Mittelpunkt der bedeu- ^tendsten Seidenzeuch- und Sammetfabrikation in der preuß. Monarchie, deren Erzeugnissein neuerer Zeit nicht nur nach Amerika in starken Quantitäten ausgeführt, sondern, wasdie Sammete leichter Art betrifft, sogar in Lyon und Genua von hier bezogen wurden.Seit dem l7. und 18. Zahrh. durch ihrer Religion wegen verfolgte Reformirte und Men-noniten hierher verpflanzt, beschäftigt dieser blühende Nahrungszweig mehr als 6080Menschen, die für mehr als 4 Mill. Thlr. Maaren jährlich verfertigen. Der Stücksawmetwird fast ausschließlich in der Stadt, das Sammetband dagegen auf den Dörfern in einemUmkreise von 4 — 5 Stunden gewebt. Außerdem erstreckt sich die Gewerbthätigkeit derfleißigen Bewohner auch auf verschiedene andere Industriezweige, namentlich auf Näh-seide, Savcttgarn, Flanelle, wollene Strümpfe, grobe Tücher, Boy, Sersche, baumwolle-nen Manchester, Leinwand und Wachsleinwand; auch gibt es viele Rothgerbereien,Zuckerrassinerien, Kornbranntweinbrennereien, Bierefsig - und Seifensiedereien, und selbst