Druckschrift 
8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
377
Einzelbild herunterladen
 

Krayenhoff KrebS 377

warow's und Melas' vor. Später zwang er Mantua zur Capitulation. An der Stelle desErzherzogs Karl erhielt er im Z. 1800 das Commando der Rheinarmee, wo er aber derÜbermacht der Franzosen unter Moreau weichen mußte und bis Konstanz zurückgedrängtwurde. An seiner Stelle erhielt nun der Erzherzog Johann den Oberbefehl. Er selbst starbzu Wien im Jan. 1801 .

Krayenhoff (Cornelius Nud. Theod.), niederländ. General, geb. zu Nimwegen1750 , der Sohn eines Apothekers, studirte zu Hardcrwyk und prakticirte nachher in Am-sterdain. Bei dem Ausbruche der bürgerlichen Unruhen in Holland im I. 1705 griff aucher zu den Waffen, und schnell schwang er sich durch Muth, Talent und Kenntnisse zu denhöher» militärischen Graden auf. Bereits 1798 war er Oberstlieutenant und Eencralin-spcctor des Fortificationswesens- Im Aug. 1799 trug er zur Niederlage der gelandeten Eng-länder und Russen bei. Der König Ludwig Napoleon nahm ihn in seinen Generalstab undernannte ihn nacheinander zu seinem Generaladjutanten, zum Generaldirector der Kricgsdc-pots, Generalmajor und Kriegsminister. Als Holland dem Kaiserreiche cinverleibt wurde,bemühte er sich vergebens, den König Ludwig zu bewegen, sich dieser Ungerechtigkeit zu wi-dersctzen und zog sich darauf in den Privatstand zurück. Doch bald nachher ernannte ihnder Kaiser zum Eeneralinspector des Geniewesens, welchen Posten er bis 1813 bekleidete,wo er sich für die Partei der Patrioten erklärte. Als Gouverneur von Amsterdam erhielter 1814 den Auftrag, an der Spitze des Geniecorps den sogenannten Waterstaat, d. h. dieVerwaltung der Brücken und Dämme, zu organisircn. Wegen seines Benehmens hierbeiwurde, nachdem der König ihm eine Sendung nach Curacao gegeben, eine Untersuchungüber ihn verhangen. Nach der Rückkehr von dort im I. >826 legte er seine Ämter niederund lebte seitdem in der Zurückgezogenheit zu Nimwegen in Geldern. Als Schriftsteller hater sich durch mehre Werke und treffliche Karten bekannt gemacht, unter Anderm durch den„Entwurf zu dem Ablciten des Niederrhein in die Assel" (Nimw. 1823 ) und den „Ent-wurf, den Strömen Waal und Maas eine andere Richtung zu geben" (Nimw. 1823 , 4 .).

Krebs (csncer) ist der Name einer der fürchterlichsten Krankheiten, deren Erschei-nungen in Hinsicht auf Entstehung, Verlauf und Behandlung der Wissenschaft noch vieleAufgaben zu lösen geben, während das Ende jedes wahren ausgebildeten Krebses crfah-rungSmäßig der Tod ist. Der Anfang des Krebses ist Scirrhus, d. h. eine an irgend einerStelle entstehende Verhärtung von unbedeutendem Umfange, welche oft von andern Ver-härtungen sich nur wenig unterscheidet, bevor nicht die nachfolgenden Symptome sie alsAnfang des Krebses charakterisiren. Diese Verhärtung kann Jahre lang, ja bis zum Todein späten Jahren unverändert, unbeachtet, fast unbemerkt bleiben, wenn ihr nicht eine Ge-legenheitsursache Anstoß zur Entwickelung ihrer Verderblichkeit gibt. Nach einer solchenbemerkt der Kranke in der verhärteten Geschwulst augenblickliche, flüchtige, stechendeSchmerzen, welche sich erst nach langen Zeiträumen, dann aber immer öfter und öfter wie-derholen, wobei die Verhärtung und Ges^wulst sich allmälig vergrößern, ausbreiten, einmisfarbigeS Ansehen bekommen und ein kachektisches Allgemeinleidcn sich ausbildet.Da das sich zum Aufbrechen vorbereitende Geschwür noch von der Haut bedeckt ist, sonennt man es verborge nenKrebs (caucer oecultus). Dieser geht, nachdem die ange-gebenen Symptome einige Wochen, höchstens einige Monate gedauert haben, in den offe-nen Krebs oder das Krebsgeschwür (cuucer apertus) über. Die Haut bricht auf, er-gießt eine scharfe Flüssigkeit und bildet nun ein sich von andern sehr deutlich unterscheiden-des' Geschwür, welches sich immer Weiler ausbreitet, sehr leicht blutet, schwammige Aus-wüchse erzeugt, einen sehr Übeln Geruch hat und heftige Schmerzen verursacht. Das All-gemeinleiden verschlimmert sich dabei, cs tritt Zehrfieber ein und nach längerer oder kürze-rer Zeit endigt der Tod die großen Leiden des Kranken. Meist findet sich der Krebs in den-jenigen der vollkommenen Drüsen (s. d.), welche an der Oberfläche des Körpers liegen,am häufigsten in denen der weiblichen Brust, außerdem noch in der Haut und in denSchleimhäuten. Er kommt fast nur im mittler» und höhcrn Lebensalter, häufiger beiFrauen als bei Männern und besonders in den mit den GeschlechtSsunctionen in Verbin-dung stehenden Organen vor; auch ist die Anlage dazu erblich. Von Gelegenheitsursachensind hauptsächlich deprimirende Gemüthsbewegungen, geschlechtliche Ausschweifungen