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Krauseminze
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mußte er einem zu gründenden offenen Menschheitbunde zuweisen, da alle schon vorhande-nen geselligen Vereine den Menschen nur von einer einzelnen Seite ergreifen und in einereinzelnen Beziehung bilden. Dieser Menschheitbund, bloS mit Angelegenheiten der reinenMenschheit beschäftigt und alle Menschen umfassend, sollte alle menschlichen Kräfte gleich-förmig entwickeln und bilden, das in den Sondervereinen, wie Staat und Kirche, als wahr,schön und gut Gefundene und Gewonnene sammeln, von den besonder« Ansprüchen derEinzelnen trennen und zur Gesammtbildung, wie zum Gesammtwohle verwenden. DieKeime eines solchen Bundes ahnete K. in der Freimaurerbrüderschaft und ließ stch deshalb1805 zu Altenburg in dieselbe aufnehmen. Mit unbeugsamem Muthe und unerschütterli-cher Ausdauer arbeitete er für die Wissenschaft der Freimaurerei und leistete dem Bund!mit seinem Fleiße die größten Dienste, wovon sein Werk „Die drei ältesten Kunsturkundmder Freimaurcrbrüderschaft" (Dresd. 1810; 2. Aust., 2Bde., 1820—2 l)das sprechendsteZeugniß gibt. Vorher schon hatte seine Schrift „Höhere Vergeistigung der echt überliefer-ten Grundsymbole der Freimaurerei" (Freib. 1810; 3. Aust., Dresd. 1820) seine tiefeAuffassung des Maurerthums an den Tag gelegt, und sein „Urbild der Menschheit" (Dresd,1811; 2. Aust-, 1819) ist heute noch ein Buch voll erhebender Kraft. Doch nicht blos inseinen Schriften verstand K. den Menschen in seiner Schönheit darzustellen, er selbst ist woleiner der Edelsten und Reinsten gewesen, welche seine Zeit aufzuweisen hatte, und Wiendas reinmenschliche Leben malte, so strebte er, es zu leben. Dessenungeachtet fand er nurwenig Anerkennung unter den Menschen, nicht selten aber Anfeindung. Bis zum I. >8>Zlebte er erst in Rudolstadt, dann in Dresden unausgesetzt seinen Studien und schriftsiclü-rischen Leistungen. Der Versuch, in Berlin, wo er dann Vorlesungen hielt und die Berli-nische Gesellschaft für deutsche Sprache stiftete, eine Anstellung zu finden, war ohne Erfolg,und so blieb er auch in Göttingen und München ohne Amt, an welchem letzter» Orte er am27. Sept. 1832 starb. Von seinen zahlreichen philosophischen Schriften führen wir nochan den „Ubriß des Systems der Logik als philosophischer Wissenschaft" (Gött. 1828); „Ab-riß des Systems der Philosophie des Rechts" (Gött. 1828); „Vorlesungen über das Sy-stem der Philosophie" (Gött. 1828); „Vorlesungen über die Grundwahrheiten der Wissen-schaft" (Gött. 1829) und seinen vonLeonhardi u. A. in verschiedenen Abteilungen hcrausge-gebenen „Handschriftlichen Nachlaß" (Dresd. 183-1; Münch. 1835, und Gött. 1836—13),Krauseminze (Zlentlia crispa ofiicilikilw), eine officinellc, in Deutschland, beson-ders am Harz wild wachsende, hier und da auch in Gärten cultivirte Pflanze. Die getrock-neten Blätter haben arzneiliche Kräfte, werden zur Branntweindestillation benutzt undkommen auch als Hausmittel zu Umschlägen, Thee und Bädern in Anwendung. Durch De-stillation der in voller Blüte abgeschnittenen Pflanze gewinnt man das Krause minzöl.Kraut (Wilh. Theod.), ordentlicher Professor der Rechte zuGöttingen, geb. zu Lüne-burg am 15. März 1800, studirte in Güttingen und Berlin unter Hugo, K. F. Eichhornund von Savigny. Nachdem er sich in Göttingen 1822 habilitirt, wurde er 1825 Beisitzerdes Spruchcollegiums, 1828 außerordentlicher und 1836 ordentlicher Professor der RechteAußer mehren kleinern Aufsätzen schrieb er einen „Grundriß zu Vorlesungen über das deut-sche Privatrecht mit Einschluß des Lehnrechts" (Gött. 1830) und das Werk „Die Vor-mundschaft, nach den Grundsätzen des deutschen Rechts" (Gött. 1845). Seine akademi-sche Thatigkcit erstreckt sich auf deutsches Privatrecht und deutsche Rechtsgeschichte, Han-dels-, Lehn-, Kirchen - und Staatsrecht. Der Protestation der sieben göttinger Professorenim I. > 837 schloß er sich nachträglich gleichfalls an.
Kray (Baron von), östr. Feldzeugmcister, aus einer angesehenen ungar. Familie,machte als Oberst den Feldzug gegen die Türken mit und wurde nach dem Frieden von1790 Generalmajor. In den I. 1793—95 focht er in den Niederlanden und am Rhein,und in dem Feldzuge von 1796 erwarb er sich den Grad als Feldmarschalllieutenant. We-gen der Unglücksfälle, welche die östr. Armee im 1 . 1797 gegen die Franzosen erlitt, mußteauch er sich vor dem eigens deshalb niedergesetzten Kriegsgerichte stellen und erhielt, obschoner sich glänzend rechtfertigte, zweiwöchentliche Arreststrafc. Im Juli!l 797 wurde er zurArmee in Italien entsendet, wo er nachher den Oberbefehl übernahm. Die glänzendenWaffenthaten, mit denen er hier den Feldzug von 1799 cröffnete, bereiteten die Siege Su-