Druckschrift 
8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
373
Einzelbild herunterladen
 

Ärasis Krates 373

Prälat, „Ew. Majestät hat mir ihn so gekürzt, daß ich unmöglich Contrebande darunterverbergen könnte". Im I. 1795 wurde er Erzbischof von Gnesen und starb zu Berlin am11. März 1801. Erst 1829 führte man seine Leiche nach Gnesen ab. Unter seinen Wer-ken stehen oben an das heroisch-komische Gedicht „Nxsreis" (deutsch „Die Mäuseade",Marsch, und Lpz. 1790; franz. von Lavoisier, Wilna 1817), wozu er den Stoff aus derChronik Kadkubeck's entlehnte, nach welcher Natten und Mäuse den König Popiel gespeisthaben sollen; und die „Älonomacllia" oder der Krieg der Mönche. Weniger Werth hatseine „Xntimonomadiia". Seine Fabeln sind an Gemächlichkeit und Einfachheit den Gel-lert'schen nicht unähnlich, seine Satiren nur harmlos scherzend, daher zuweilen etwas matt.Sein episches Gedicht „VVo^na ci>ocim,«lr,-r", d. h. der Krieg von Chocim, ist mehr eine hi-storische Erzählung von dem Siege Chodkjewicz's über den Sultan Osman, unter Sigis-mund's III. Negierung; doch enthält es auch sehr dichterische Stellen. In seinemkoästoli", d. h. der Herr Untertruchseß, einem lebensvollen Charaktergemälde, bekämpfteer die Fehler und Thorhcitcn seiner Landsleute mit den Waffen des Witzes und Verstan-des. Seine Schriften sammelte Dmochowski (IO Bde., Marsch. 1803—4); unter denspätem Ausgaben erwähnen wir die zu Paris 1830 erschienene.

Krassö, s. Orssis.

Krasnoi oderKrasnoe, eine kleine Stadt im ruff. Gouvernement Smolensk, amDnjepr, mit etwa 1500 E-, erlangte in der neuern Kriegsgeschichte einen Namen durch dieSchlacht am 12. Aug. 1812, wo die Franzosen unter Murat und Ney die Russen unterRajewsky schlugen, und die vom 16.—19. Nov. 1812, in welcher die Franzosen unter Na-poleon, Davonst und Ney durch die ruff. Generale Kutusow und Miloradowitsch eine be-deutende Niederlage erlitten, wobei sie außer vielen Tobten und Verwundeten und zahl-reichem Geschütz, welches sie zurücklassen mußten, auch 2 3000 M. an Gefangenen einbüßten.

Krasnojarsk, die Hauptstadt des ruff. Gouvernements Jeniseisk an der großensibir. Heerstraße, zwischen Tomsk und Irkutsk gelegen, ist nebst Jeniseisk, der frühemHauptstadt, die wichtigste Stadt des Gouvernements und treibt, durch seine Lage an derKatscha, die hier in den Jenisei fällt, begünstigt, einen nicht unbedeutenden Pelzhandel undstarken Fischfang. Die Stadt hat gegen 6900 E., eine Schule und 18 Fabriken.

..Krater (griech.), so viel als Becher, heißen im Allgemeinen die meist trichterförmi-gen Öffnungen der Vulkane, durch welche die Ausbrüche derselben erfolgen. Die Physikerunterscheiden Erhebungskrater (<7alcksras) und Ausbruchs- oder Eruptions-kratcr. Beide Claffen setzen zwar als Ursache ihrer Erscheinung eine unterirdische vul-kanische Thätigkeit voraus, aber jede in verschiedener eigenthümlicher Weise. Unter Aus-bruchskrater versteht man nämlich den obersten Theil oder die Öffnung einer aus dem In-nern eines Vulkans bis zum Gipfel emporsteigenden, bleibenden, schlottähnlichen Nöhre,welche den in der Tiefe, auf dem sogenannten Herd des Vulkans entwickelten gasigen,flüssigen und festen Auswürfen den Ausgang «erstattet, während die ErhebungSkratcrkreisförmige, von steilen zackigen Wänden rings umgebene Kesselvertiefungen sind, die,ohne eigentlich jemals zur Entladung der vulkanischen Erzeugnisse gedient zu haben, durchEmporhebung und Zersprengung der festen Erdkruste mittels der expandirenden Kraft derim Innern der Erde wirkenden eingesperrten Dämpfe und Gasarten diese kraterähnlicheGestalt erhielten. Diese letztere Classe von Kratern findet sich vorzugsweise auf den durchvulkanische Erschütterungen und Erhebungen entstandenen Inseln (s. d.). Was dieEruptionskrater betrifft, so versteht es sich von selbst, daß ein feuerspeiender Berg den Ortderselben verändern und zugleich mehre Krater haben kann; doch ist der bedeutendste in derRegel aus dem Gipfel des Bergs, von wo aus er sich, immer enger und enger werdend, bistief in die unterirdische Werkstatt des Vulkans erstreckt, oben aber um sich her einen kegel-förmigen Hügel bildet, welcher durch die ausgeworfcne Lava, Asche und Steine nach undnach zum Berge anwächst.

Krates, ein berühmter Cyn iker (s. d.) um 328 v. Chr., stammte aus einer reichenund angesehenen Familie in Theben. Nach freiwilliger Entsagung seines sehr bedeutendenErbtheils begab er sich nach Athen, um unter der Leitung des DiogcncS (s. d.) dem Cy-nismus sich zu widmen, und gewann hier durch Geistesanmuth und gefälliges Wesen die