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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
372
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372 Kranon Krasicki

I8l5 an Sachsen-Weimar kam. — Die Stadt Krannichfeld an derJlm, mit 1200C.,gehört halb zu Sachscn-Meiningen, halb zu Sachsen-Weimar.

Kranon, eine Stadt in Thessalien, nicht weit von Larissa, in der sogenannten thessal.Ebene, wurde berühmt durch die Schlacht, in welcher die Griechen von Antipater (s.d.)im Z. 322 v. Ehr. gänzlich geschlagen und dadurch in völlige Abhängigkeit von der mace-don. Herrschaft gebracht wurden.

Krapp oder Färberröthe (gsrance, N^ers maääer) heißt die Wurzel der Färber-röthe (ttubia tilictorum), einer im Orient, in Südfrankreich, dem Elsaß, Holland und eini-gen Gegenden Deutschlands angebauten Pflanze. Die levantische, Alizari genannt, unddie avignoncr Krappwurzeln sind die besten, und es scheint dabei viel daraus anzukommen,ob der Boden, auf dem sie wachsen, kalkhaltig ist oder nicht. Die Krappwurzel ist gelb ge-färbt und gibt im frischen Zustande auch nur gelbrothe Farben. Beim Lagern auf Fässerngeräth dagegen der Krapp in eine Art von Gährung, durch welche sich der schön rothc Farb-stoff entwickelt. Die besten Krappsorten fermentiren auch am lebhaftesten. Gegenwärtigkommt der Krapp meist gemahlen in den Handel, wobei man sich vor Verfälschungen inAcht zu nehmen hat. Beraubter Krapp heißt der von Nindentheilen befreite. DerKrapp enthält einen schön rothen Farbstoff, welcher im reinen Zustande Alizarin genanntwird und aus der durch Verkohlung mittels Schwefelsäure zerstörten Wurzel durch Subli-mation in schon rothen Krystallen gewonnen werden kann. Weniger reine, aber der Haupt-fache nach auch aus Alizarin bestehende Krappextracte tragen den Namen Garancincund werden neuerdings nicht selten statt des Krapps selbst zum Färben verwendet. Außerdem Alizarin enthält der Krapp noch einen andern purpurrothen, einen orangcgelben undeinen gelben Farbstoff, die aber technisch nicht wichtig und beim Färben eher störend sind.Das Krapproth ist ein adjectiver Farbstoff, d. h. es befestigt sich auf Zeugen nur echt, wen»dieselben vorher mit einem Thonerdesalze oder Eisensalze gebeizt sind. Dann aber ist der Krappunter allen Farben für Baumwolle die echteste und wichtigste, da er bei verschiedener Comln-tration und mit Anwendung verschiedener Beizen alle Nuancen von Rosa bis Schwarzroth,alle violetten und viele braunen Nuancen zu färben erlaubt. Die Krappfärberei ist daher dieBasis jeder größer« Baumwollenfärberei. Eine besondere Art des KrapprothS ist das soge-nannte Türkischroth, welches man in Schottland, in Rouen und im Elsaß, in Elber-feld u. s. w. besonders auf Baumwollcngarne anwendet und welches die echteste aller rothenFarben ist. Die Türkischrothfärberei beruht auf einer eigenthümlichen und ziemlich zuM-mengesehten Reihe von Operationen, deren theoretische Begründung noch nicht vollständiggegeben ist. Auch für die Malerei und als Druckfarbe hat man das Roth des Krapps an-zuwenden gesucht und bedient sich dazu der Krapplacke, d. h. der Niederschläge, welcheman in Krappabkochungen durch Alaun erhält und welche also Verbindungen des Kraxx-roths mit Thonerde sind. Besonders schön verfertigt man die Krapplacke in Paris.

Krascheninnikow (Stepan), einer der älter» Geographen, der um die Bereicherungder Naturwissenschaft in Rußland sich hochverdient gemacht hat, begleitete den berühmtenG melin (s. d.) aufseiner Reise bis Irkutsk, wo er sich l 7 37 von ihm trennte, um Kamtschatkanäher zu untersuchen. Erst l 73 l traf er mit Gmelin wieder zusammen und kehrte mit ihmgemeinschaftlich nach Petersburg zurück. Er lieferte eine „Beschreibung des Landes Kam-tschatka" (russ., Petersb. 1753; deutsch, 2 Bde., Petersb. 1755). Eine neue kritische Aus-gabe derselben enthält die von der Petersburger Akademie in russ. Sprache hcrausgegebenc„Sammlung wissenschaftlicher Reisen in Rußland" (7 Bde., Petersb. 1818— 25).

Kraficki (Ignaz), poln. Dichter und Schriftsteller, geb. zu Dubiecko am 3. Febr.1733, stammte aus einem in der Literatur wie im Kriege gleich berühmten Geschlechts. Ererhielt seine erste Ausbildung in Lemberg, widmete sich dem geistlichen Stande und wurde,nachdem er eine Zeit lang in Nom verweilt hatte, Kanonikus in Lemberg und 1767 Bi-schof von Ermeland. Begeistert für die Unabhängigkeit seines Vaterlands suchte er beidem Unglücke desselben Trost und Beruhigung in den Wissenschaften. Als sein Bisthum1772 an Preußen fiel, wurde ihm Friedrich II. sehr gewogen und unterhielt sich gern mitihm. „Ich hoffe, Herr Bischof", sagte Tr einst zu ihm, „Sie werden mich künftig unterIhrem bischöflichen Mantel mit ins Paradies nehmen". „Nein, Sire", antwortete der