Kraninch Kramrichfeld 371
M- Hern, von denen diese die nächsten Veränderungen im Organismus bezeichnen, welche erst
mit die Krankheitszeichcn oder Symptome (s. d.) Hervorrufen, jene die Veranlassungen,
den welche diese erste Veränderung bewirken und ebensowol Erkältungen, Indigestionen
ernt u. s. w., als Verhältnisse des socialen Lebens, z. B. Beschäftigung, Stand u. s. w-, sein
rnn können, in sich fassen. Vielfältig hat man versucht, die Krankheiten in besondere Classen
r er- zu thcilen, jedoch auch diese Versuche scheitern an der Unbestimmtheit der den Classen zu
kem setzenden Grenzen bei vorliegenden Krankheitsfällen und dem Mangel eines Princips,
vm nach welchem man die Eintheilung vornehmen kann. So nennt man die Krankheiten nach
S dii dem Sitze äußere und innere, nach der Dauer acute und chronische, nach dem Umfange ört-
aut, , liche und allgemeine, nach ihrer Bedeutung leichte und gefährliche, heilbare und unheilbare,sem nach den nächsten Ursachen ursprüngliche und abgeleitete, nach den entferntem angeborene
il in und erworbene u. s. w., ohne daß man in vielen Fällen die erste Classe von der zweiten ge-
M nau trennen könnte. Die medicinischen Systeme haben meist das Wesen der einzelnen
s in Krankheiten festzuhalten gesucht und nach diesem Princip dieselben geordnet. Daraus ent-
irif standen die Abtheilungen nachKrankheitsformen, womit man eine Reihe von Krank-
, dik heitserscheinungen bezeichnet, durch welche sich eine Krankheit offenbart und von andern
emn unterscheidet. Diese Krankheitsformen werden jedoch wieder durch die Individualität eines
Ein- jeden Kranken modificirt und zerfallen so wieder in die einzelnen Krankheitsfälle, von
den, denen kein einziger dem andern gleicht. Der Grund aller dieser Unbestimmtheiten liegt in
iitzli> unserer Unkenntnis des Princips alles Seins und Lebens; die Wirkungen dieser Kraft
sind wir im Stande zu erkennen, sowol in ihrem normalen als anomalen Verlaufe, daserj! Wesen des Princips selbst aber ist uns unbekannt und wird es auch wol bleiben. Uber diesse„. Lehre von den Krankheiten f Nosologie und Path ologie.
Et' Krannich, eine Gattung von Stelzvögeln, von welchen nur eine Art, dergemeine
gen° - Krannich, ein vier Fuß hoher, aschgrauer, besonders durch einige krause SchwungfedernMl und einen nackten Hinterkopf ausgezeichneter Vogel, Europa bewohnt. Sein eigentliches
M! Vaterland ist der höhere Norden, wo er nach Art der Störche lebt und sich nährt und wo«
ohki! hin er nach Überwinterung in Südeuropa im ersten Frühjahre zurückkchrt, um zu brüten,
sm, Seine Züge sind im Dreieck geordnet und erheben sich so hoch, daß man sie kaum zu unter-
wei! scheiden vermag, dennoch aber ihr dröhnendes Geschrei vernimmt, welches nach einem ei-
mn- genthümlichrn Baue der Luftröhre bedingt wird. Sie lassen sich leicht zähmen und sind
,ung überhaupt verständiger und gelehriger als die übrigen Stelzvögel. Den Alten waren sie
gane wohl bekannt, weil sie zumal in Griechenland überwintern; sie galten ihnen als Sinnbild
:deii. der Wachsamkeit, man trauete ihnen ein Vorgefühl kommender großer Ereignisse zu, und
find- eine uralte Sage berichtete über ihren langen, aber siegreichen Kampf mit dem endlich aus-
icha> gerotteten Volke der Pygmäen.
gM Krannichfeld, eine Herrschaft in Thüringen, im ehemaligen Obersächs. Kreise,
khei« welche einem alten Grafengeschlechte den Namen gab, theilte sich in die obere und die nie«tun- dcreHerrschaft. Nach dem Aussterben der Grafen von K. im 14. Jahrh. kam die obere> an- Herrschaft, welchesächs. Lehn war, durch Verheirathung derErbtochter an die Burggrafen, so- von Kirchberg und von diesen l 45 l durch Kaufan die Grafen von Neuß, die sie I6l5anSach-»on sen-Weimar verkauften. Letzteres überließ sie 1620 aufWiederkaufan Schwarzburg-Nudol-i go- stadt, den 1663 Sachsen-Gotha geltend machte. Bei derTheilung dergothaischenLande imSir- I. >826 wurde die Grafschaft zu Sachsen-Meiningen geschlagen und bildet gegenwärtig rin
!»on Amt von l OM. mit 3000 E. Die nie de re Herrsch« ft, ein kurmainz. Lehn, kam von
em- den Grasen von K. zunächst an die Grafen von Schwarzburg, die sie an die Burggrafen von
iEc- Kirchberg, und nachdem diese sie wieder zurückgekauft hatten, l398 an den Burggrafen
>rgo- von Meißen und in Folge abermaligen Wiederkaufs 1412 abermals an die Grafen von
rung Kirchberg, die sie 1455 an die Grafen von Gleichen verkauften. Letztere überließen sie 1460
ine« an die Grafen Neuß, lösten sie aber nachmals wieder ein. Nach dem Aussterben der Gra-
tmß, sin von Gleichen im 1.1630 wurden mit ihr die Grafen von Hatzfeld bestehen, und als
de«, diese 1794 in der fürstlichen Hauptlinie erloschen, wurde sie als heimgefallenes Lehn von
, dev Kurmainz in Besitz genommen. Seit 1802 theme sie das Schicksal Erfurts, worauf-sie
e na- 24 *