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sind, weil an und für sich schon die Luft dadurch verdorben wird, leicht aber auch die Kran-kenanstalt eine Pflanzstätte für Epidemien werden kann. Auch ist es nicht räthlich, miteiner gewöhnlichen Krankenanstalt eine Irrenanstalt und ein Gebärhaus zu verbinden,weil Irre die Ruhe leicht stören und Schwangere und Wöchnerinnen von Kranken entferntsein müssen. Sowie für diese besondere Anstalten nöthig sind, so hat man in der neuernZeit auch Hospitäler für die an besonder» Übeln Leidenden, z. B. für Augenkranke, zu er-richten angefangen. Neben den öffentlichen findet man auch hin und wieder Privatkranken-anstalten von Ärzten errichtet, welche meist nur für besondere Kranke und, da sie nur venBemittelten benutzt werden können, in jeder Hinsicht vollkommener eingerichtet sind als diiöffentlichen. Fast jede bedeutendere Stadt besitzt gegenwärtig wenigstens ein Krankenhaus,,in den größer» Hauptstädten findet sich gewöhnlich eine der Einwohnerzahl angemeffemMenge. Als die berühmtesten Krankenanstalten führen wir an das Friedrichshospital inKopenhagen, das königliche Lazareth und Danwickshospital in Stockholm, das-Hosvitaldes heil. Johannes in Turin, das Hospital in Mailand, das allgemeine Krankenhaus inWien, das Juliushospital in Würzburg, die Charitö in Berlin, das Hötel-Dieu in Paris,das Guyshospital in London, das Senkenbergische Hospital in Frankfurt am Main, dirKrankenhäuser in Hamburg, München und Bamberg. In den Universitätsstädten diemiidie Krankenanstalten meist zum klinischen Unterricht. (S. Klinik.) Eine besondere Ein-richtung verlangen die Krankenanstalten für Soldaten im Kriege sowol als im Frieden.(S. Ambulance und Feldlazareth.) Außerdem gehören hierher auch die so nützli-chen Krankenanstalten für Thiere. (S. Thier Heilkunde.)
Krankheit (morbus) gehört zu denjenigen Begriffen, welche entweder keine oderjinach dem Standpunkte, von dem man ausgeht, sehr verschiedene Definitionen zulasseii.Man setzt Krankheit fast stets dem Begriff Ge su n dH eit (s. d.) gegenüber; da jedoch Ge-sundheit selbst verschiedene Begriffe gibt, so entsteht die Frage: Ist Krankheit das Gegen- ;theil von absoluter oder von relativer Gesundheit ? Im erster» Falle würde jeder Mensch km!sein, weil absolute Gesundheit nie gefunden wird, im zweiten ist es unmöglich, eine genaueGrenze zu ziehen, weil das Gefühl des Wohlseins, welches bei der relativen Gesundheitdie Hauptsache ist, so unmerklich in das des Unwohlseins übergeht, daß das Bewußtsein,das eigene Gefühl selbst sich oft kein« genaue Rechenschaft darüber geben kann, und weiloft bedeutende Krankheiten in einem Organismus vorhanden sind, ohne daß sie ein dauern-des Übelbefinden Hervorbringen. Jedenfalls besteht Krankheit nur mit einer Abweichungvon der relativen Gesundheit, bei welcher das harmonische Zusammenwirken der Organeund Systeme des Organismus und dadurch die Verrichtungen derselben gestört werden.Hierbei ist jedoch zu bemerken, daß diese Störung stets auf einem im Körper selbst befind-lichen Grunde beruhen muß, indem irgend ein äußeres Hinderniß, wie Druck oder mecha-nischer Zwang von Außen, die Möglichkeit des freien naturgemäßen Gebrauchs der Organeaufheben, ja selbst Ursache zu einer Krankheit werden kann, ohne deshalb selbst Krankheitzu sein. Die Störung der Harmonie zwischen den einzelnen Organen und den Verrichtun-gen derselben ist Hauptbedingung einer jeden Krankheit, indem man Deformitäten und an-dere Abweichungen vom Normalzustände gewöhnlich nicht zu den Krankheiten rechnet, so-bald sie nicht jenen störenden Einfluß ausüben. Auch für die einen geringem Grad von,Krankheit bezeichnenden Ausdrücke Unwohlsein, Unpäßlichkeit u. s. w. läßt sich keine ge-naue Bestimmung angeben, da das Mehr und Weniger zu beurtheilen, stets Sache de-in-dividuellen Gefühls ist. Ein gleiche Unbestimmtheit herrscht in Hinsicht des Begriffs vonKrankheits anlag e, d. h. der Neigung eines Organs oder Systems, durch eine gerin-gere Ursache ans der Harmonie herauszutrcten als andere, oder der scbon vollständigen Ge-genwart eines abnormen Zustandes desselben ohne weitere bemerkbare Störung des Orga-nismus. Nothwendigerweise muß der Krankheitsanlage schon eine krankhafte Störungvorangegangen sein, welchenoch nichtwieder vollkommen aufgehoben worden ist. In eine«weitern Sinne heißt Krankheitsanlage ein im Organismus selbst begründetes Verhältnis,wodurch der eine Körper mehr geneigt wird, in Krankheiten zu verfallen, als der andere,wohin Älter, Geschlecht, Temperament u. s. w. gehören, und kommt so gewissermaßen derKrankheitsursachen gleich. Diese theilt man nämlich in die entferntem und die nä-
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