Kraneum Krankenanstalt 369
Zei bilder mit Apollon, Diana u. s. w., endlich aus spätester Zeit sein Brunnen der Jugendlei- vereinigen auf die liebenswürdigste Weise schalkhaften Humor und Anmuth der Form,
sie Sobald er aber die Menschengestalt in großem Maßstabe und mit idealistischer Absicht be-be- handelte, wie z. B. in seinen Darstellungen der Venus, des ersten Menschenpaars u- s. w.,
die reichten seine Kräfte nicht aus. Von seinen Bildern aus der heiligen Geschichte sind aus:») diesem Grunde diejenigen die anziehendsten, in welchen die genrehast gehaltenen Figurenlle- übcrwiegen, wie z. B. in seiner heil. Ursula mit den Jungfrauen. Unter seinen größern
pa- Gemälden nehmen das Altarblatt in der Stadtkirche zu Wittenberg, welches die symboli-
hl- scheu Handlungen der protestantischen Kirche mit den Bildnissen mehrer Reformatoren
nze , darstellk; ferner die Altarblätter in den Stadtkirchen zu Torgau und Weimar, mehre Ge-lte! mäldc in der naumburger Stadt- und Domkirche, sowie einige Bilder auf der Stadtbiblio-
deri thek zu Leipzig die erste Stelle ein. Auch lieferte er sechs Kupferstiche und viele Zeichnun-
nk- gen zu Holzschnitten, die er zum großen Theil selbst geschnitten hat. Sein Stammbuch,
gl- eine Sammlung von Bildnissen, die auf Pergament in Wasserfarben nach Miniaturart
d.), 1520, 1543 und 1546 gemalt sind, kaufte der nachmalige preuß. Staatskanzler Fürst
i. Hardenberg aus dem Nachlasse des Hofraths Lämmermann in Anspach, um es dem Kö-
>dr- nige Friedrich Wilhelm 11. zu überreichen. Da aber dieses Geschenk anlangte, als der Kö-
dln mg todtkrank darniederlag, wurde es verlegt, vergessen und erst 1812 durch Mecheln wic-
un, der aufgefunden, der es auch herausgab (Bcrl. 1814, Fol.). Im Gebrauche seiner Mono-ms- gramme und Künstlerzeichen blieb sich K. nicht gleich; am häufigsten pflegte er sein von
nid Friedrich dem Weisen empfangenes Wappenzeichen, die geflügelte Schlange mit einer ro-ch- then Krone auf dem Haupte und einen goldenen Ring mit einem Rubin im Munde hal-
nd. tend, anzubringen, dessen sich auch sein Sohn als Künstlerzeichen bediente. Vgl. Heller,
stni „Versuch über das Leben und die Werke Luk. K.'s" (Bamb. 1821)chn , Kraneum hieß ein im Alterthume berühmter Cypressenhain unterhalb Korinth,U worin die Tempel des Bellerophontes und der Aphrodite standen und der Cyniker Diogeneshäufig sich aufhielt.
Kraniolögie, s. Schädellehre.
er Krankenanstalt, auch Hospital oder Lazareth (nosycomium, nvZnckoclliiim) ge-
m- nannt, ist ein Institut, in welchem hülfsbedürftige Kranke außer Obdach und sonstiger
und Verpflegung auch ärztlichen Beistand und die zu ihrer Herstellung nöthigen Mittel erhal-
ug, ten, soweit diese im Hause selbst Anwendung finden können. Diese Anstalten waren dem
mn vorchristlichen Alterthume fremd und entstanden überhaupt durch die Werkthätigkeit der
iw- christlichen Liebe mit sehr geringen Anfängen in den ersten christlichen Gemeinden. Die
>m- später sich bildenden geistlichen Orden erwarben sich große Verdienste um das Krankenwe-
l in> scn und namentlich entstanden viele Krankenanstalten im Orient. Nach den Kreuzzügcn
am wurden auch im Abendlande wegen der Verbreitung des Aussatzes viele eigentlich nur zur
zsw Aufnahme der Aussätzigen bestimmte Krankenhäuser errichtet, von denen sich die meisten
rde. nach und nach in allgemeine Krankenhäuser verwandelten. (S. Hospital.) An eine
alt: Krankenanstalt, welche vollkommen ihrem Zwecke genügen soll, werden so viele Ansprüche
estt, gemacht, daß diese, weil gewöhnlich der Kostenpunkt einer bedeutenden Berücksichtigung
äldi unterliegt, bis jetzt fast bei keiner einzigen erfüllt sind. Eine Hauptursache der Unvollkom-
lche i menheit liegt schon in dem Anfänge der meisten Krankenanstalten, zu welchen schon fertige,
c zu früher zu andern Zwecken benutzte Gebäude verwendet wurden. Für neu zu erbauende hat
dn man hauptsächlich zu berücksichtigen, daß,die einfachsten und natürlichsten Lebensbedürf-
>dw nisse, Licht, Luft und Wasser, in der gehörigen Quantität und Qualität vorhanden sind,
8er- was in Hinsicht auf den Ort, den die Gebäude einnehmen sollen, dessen Umgebung, die
Ilen- Stellung und die Höhe der Gebäude selbst, die Vertheilung der verschiedenen Anstalten,arw wie Krankensäle, Okonomieräume, Badeanstalt, Beamtenwohnungen u. s. w., die sorgfäl-ache tigste Aufmerksamkeit verdient. Der strengsten Reinlichkeit, welche sich bis auf das Ge-oäh- ringste erstrecken muß, ist schon bei dem Bau durch Auswahl eines passenden Materials
sei» und viele andere Maßregeln der größtmögliche Vorschub zu thun. In Bezug auf die Zahl
sew der aufzunehmenden Kranken ist es nicht gut, wenn zu viel Kranke in demselben Hauseb Conv.- Lex. Neunte Ausl. VW. 24