368 Krampfader Kranach
Gifte, besonders die scharfnarkotischen, und bei Kindern fast jede schwere Krankheit. Bei bild
der Behandlung muß hauptsächlich auf die Beseitigung der Hauptursache des Grundlei. vm
dens gesehen, nebenbei aber auch der zu starken Äußerung der Krämpfe, welche die Kräfte Sobedeutend aufreibt, zu begegnen versucht werden. Wenn über die erste Federung der The< Hanrapie etwas Allgemeines nicht gesagt werden kann, so sind in Hinsicht auf die zweite die reissogenannten krampfstillenden Mittel (remetlw sntispssticu ». Äntizpasmnäicch dieszu erwähnen, worunter man die N a r k o t i c a (s. d.), einige die Nervenkraft bindende Me- übetall- und Pflanzenmittel, wie Wismuth-, Zink-, Kupfer-, Zinn-, Silber- und Goldpräpa- Geirate und besonders die Jpecacuanha (s.d.), einige erregende, als versüßte Säuren, äthe- schcrisches Öl haltende organische Stoffe, z. B. Bibergeil, Kamillen, Melisse, Pfefferminze ^ darsu. s. w., und den thierischen Magnetismus versteht. Die große Verschiedenheit dieserMitkel mälmacht es hinreichend klar, daß die Auswahl unter denselben stets mit Rücksicht auf das den thckKrämpfen zu Grunde liegende Übel getroffen worden muß, weil sie sonst leicht die Krank- genheit verstärken. Zu den Krankheiten, die sich hauptsächlich durch Krämpfe aussprechen, ge- einehörenEpilepsie(s. d.), Starrsucht (s.d.), Starrkrampf(s.d.), Veitstanz (s.d.), 152
Wasserscheu (s. d.) u. s. w. Vgl. Clarus, „Über den Krampf" (Bd. I, Lpz. 1822). Har
Krampfader (vsrix) ist die Volksbezeichnung für die oft mit Schmerzen verbünde- nige
ncn Anschwellungen und Ausdehnungen derBlutadern, die sich am gewöhnlichsten an den mg >untern Extremitäten finden, jedoch auch an allen andern Blutadern Vorkommen können, der <wo diese mit nachgiebigen, weichen Theilen umgeben sind. Nicht selten, besonders bei Auf- grarrcgung des Blutes, bersten diese Anschwellungen, ergießen eine große Quantität Blut und Friegeben zu den sogenannten Krampfadergeschwüren Veranlassung. Besonders häufig thenleiden an Krampfadern Diejenigen, welche bei ihrer Arbeit viel zu stehen genöthigt sind. tendDer Vermehrung der Anschwellung und der Berstung derselben beugt man am best« „Vedurch einen sogenannten Schnürstrumpf vor, einen aus dichtem, festem Zeuge gefertigten ,Strumpf, der durch Schnüre stärker angezogen werden kann, sodaß er um den ganzen W ' woriund Unterschenkel genau sich anschließt. häuf
Krampffische, s. Zitterfische.
Kranach (Lukas) hieß eigentlich Sünder oder Sünder, nach Andern Müller; ,doch nannte er sich gewöhnlich nach dem Orte Kranach oder Kronach im Bisthum Bam- nam
berg, wo er I 472 geboren wurde. Nachdem er bei seinem Vater, welcher Formschneider und Ver
Kartenmaler war, die ersten Anfangsgründe der Kunst erlernt hatte, ging er nach Koburg, ten,
wo ihn der Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen kennen lernte und mit sich an seinen vors
Hof nahm. Ihm folgte er 1493 nach Palästina und fing seit dieser Zeit an, als Historien- chrif
maler aufzutreten. Im I. 1594 wurde er Hofmaler des Kurfürsten und 1537 zum Bür- ; spar
germeister zu Wittenberg erwählt. Als ein treuer Anhänger der Reformation und ein in- sen
niger Freund des sächs. Hauses Ernestinischer Linie begleitete er den Kurfürsten Johann wur
Friedrich in die Gefangenschaft nach Innsbruck. Mit ihm kehrte er 1552 nach Sachsen Auf
zurück und starb am IS.Oct. >553 zu Weimar, wo er an derSchloßkirche begraben wurde, nach
Das Versehen des Steinmetzen, der in der Inschrift um des Künstlers Hautreliefgestalt; Kra;
pictor celerrimus, d. i. der geschwindeste Maler, statt celeberrimus, d. i. der berühmteste, gem
setzte, dürfte sich fast rechtfertigen lassen, wenn man die vielen K. zugeschriebenen Gemälde unte
bedenkt. Doch möchte vorher wol auszumitteln sein, welche Gemälde ihn selbst und welche i nun
seinen Sohn, Lukas K-, zum Urheber haben, der, 1515 geboren, als Bürgermeister zu früh
Weimar 1586 starb und ein würdiger Schüler seines Vaters war. Jedenfalls ist K. der man
Altere einer derjenigen Maler, von welchen die meisten beglaubigten Bilder vorhanden nisse
sind. Von ihm kann man wol sagen, daß er, durch Bestellungen genöthigt, über sein Ver- was
mögen gemalt habe. Obschon er in gewissen Kreisen der Darstellung zur höchsten Vollen- Ste
düng sich erhob, wie z. B. im genrchaften Märchenbild, im Schwank und dergl-, so waren wie
doch die höhern Gattungen, in welchen er so viel arbeiten mußte, im Ganzen seine Sache rigst
nicht. Seine Stärke lag in der naiven Darstellung des Individuellen und im Colorit, wäh- ring
rcnd er sich allzu oft auf dem Gebiete des Idealen bewegte und die Form hervorhob. Sei» und
eigenthümlichstes Leben spricht sich in den Darstellungen aus der Sagenwelt aus; sei" der
Ritter am Scheidewege, sein Simson unter den Händen der Delila, seine kleinen Wald- ^