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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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365
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Krakau 365

nördlichen Ufer der Weichsel von 21 UM. mit 141200 E., zählt außer der Hauptstadtin seinem Umkreise drei Städtchen und 244 Dörfer, ist durch Preußen, Ostreich und Ruß-land begrenzt und genießt unter dem Schutze dieser drei Mächte eine stete Neutralität.Nach der Verfassung vom 3. Mai l 815 ist die gesetzgebende Gewalt in den Händen einerVolksrepräsentation, die jährlich vier Wochen lang Zusammentritt; die vollziehende Gewalthat ein Senat, der aus acht Senatoren und einem Präsidenten besteht. Der Präsidentwird von der Volksrepräsentation auf drei Jahre gewählt und von den Schutzmächten be-stätigt. Die Ausgabe und Einnahme ist gegenwärtig auf etwa 050000 Thlr. festgesetzt.Zur Handhabung der Police! werden eine Stadtmiliz und Landgendarmerie unterhalten.Wiederholte Eingriffe des Adels in die Constitution veranlaßten im Nov. >829 von Sei-ten der drei Mächte, welche dieselbe garantirt haben, die Absendung einer Untersuchungs-commission nach K. Am Ende des 1.1830 schloß sich ein Thcil der Bevölkerung K.'s derpoln. Revolution an, und später flüchteten sich viele poln.Militairs vom Corps des GeneralRozycki dahin, welche, als Rußland deren Auslieferung verlangte, nur zumTheil sich nachOstreich begaben. In Folge davon wurde K. durch ruff. Truppen unter dem GeneralRüdiger besetzt, um im Einverständnisse mit dem preuß. und östr. Hofe die gesetzliche Ord-nung wiederherzustellen und den Freistaat von revolutionairen Elementen zu säubern. DieReorganisation desselben erfolgte im I. 1833. Als später poln. Flüchtlinge wieder hiereine Freistatt fanden und Pläne zu einer neuen Revolution entwarfen, wurde K. im Febr.1836 durch einige östr. Bataillone, eine Abtheilung Kosacken und preuß. Ulanen unter demCommando des östr.Generalfeldwachtmeisters Kaufmann von Trauenstein besetzt. Hierauferfolgte die Ausweisung von mehr als 500 Personen, die unter militairischer Bedeckungnach Triest gebracht wurden, um hier nach Amerika eingeschifft zu werden. Kaum hattenim Herbst 1837 die östr. Truppen den Freistaat verlassen, als neueSpuren einer geheimenVerbindung und die Ermordung des angeblichen russ. Spions Celak im Oct. 1838 eineabermalige Besetzung K.'s durch östr. Truppen veranlaßten, die nun bis 1841 dauerte. AlsTheilnehmer an dem Morde Celak's wurden die Studirenden Stankiewicz, Lewieki undZagarowski zu langwieriger Festungsstrafe verurtheilt und eine Anzahl compromittirterIndividuen an Rußland ausgeliefert. — Die Hauptstadt des Staates Krakau in einerweiten Ebene am Zusammenfluß derRudawa mit derWeichsel, wo mehre wichtigeHandels-straßen sich verbinden, zählt 41832 E., worunter 11794 Juden und einige HundertDeut-schc, 39 Kirchen, 28 Kapellen, und besteht aus dem eigentlichen K.oder der alten Stadt, diemit Mauern, Wällen und Gräben umgeben ist, welche jetzt zumTheil in Promenaden umge-schaffen sind, und den Vorstädten Stradom und Kleparz am linken und Kazimierz am rech-ten Ufer der alten Weichsel. Wenn man die Menge von alterthümlichen Kirch- undFcstungsthürmen, das hohe Schloß und die weitverbreitete Häusermasse in reizender Ge-gend vor sich liegen sieht, so glaubt man einer prächtigen Stadt zu nahen; aber man findetrin Labyrinth krummer und schmuziger Gassen, von den Trümmern einer glänzenden Vor-zeit umgeben. In der prachtvollen Domkirche, einem goth. Gebäude, das seine gegenwär-tige Gestalt im 14. Jahrh. erhalten hat, finden sich die Gräber und Denkmale der berühm-testen poln. Könige, Königinnen und Helden, des Jagello, der Hedwig, der drei Sigis-munde, des Stefan Batory, des Johann Sobieski, Kosciuszko, Jos. Poniatowski, und inder Kapelle der Familie Potocki ein Denkmal Arthur Potocki's von Thorwaldsen. Dienach ihrem Stifter so benannte Jagellonische Universität war seit dem Anfänge des 15.Jahrh. der Mittelpunkt des wissenschaftlichen Lebens in Polen; sie verfiel aber nach undnach gänzlich, nachdem es den Jesuiten gelungen war, sie ihrer Bedeutung zu berauben.Neu organisirt wurde sie am 18. Oct. 1817 eröffnet; große Umgestaltungen erfuhr auchsie im I. >833. Gegenwärtig zählt sie 26 Professoren und etwa 180 Studirende. Sieist im Besitze einer besonders für die poln. Literatur wichtigen Bibliothek von 30000 Bän-den und vielen Handschriften, eines botanischen Gartens und eines Naturaliencabinets.Die mit der Universität verbundene Societät der Wissenschaften ist die einzige im ehemali-gen Polen bestehende gelehrte Gesellschaft ; ihre Arbeiten gibt sie in besondern Jahrbü-chern heraus. Außerdem gibt es in K. ein Lyceum, eine Handelsschule, eine Realschule,elf Elementarschulen, sieben Buchhandlungen und vier Druckereien; im Umkreise sind 40