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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Kraft

Bedeutung zu geben, wenn nicht das gegebene Schauspiel der Veränderungen der Dingenöthigte, Kräfte als Ursachen derselben vorauSzusetzcn. Demgemäß werden den Dingen,von welchen die Veränderungen anderer Dinge auszugehcn scheinen, Kräfte beigelegt, undnach der Art jener Veränderungen die Art und Verschiedenheit der Kräfte selbst bestimmt.In diesem Sinne unterscheidet man mechanische, physische, chemische, organische und endlichpsychische Kräfte. Der Begriff der Kraft verräth aber schon dadurch eine gewisse Unbe-stimmtheit, daß die Kräfte, welche den Dingen beizulegen sich die gemeine Ansicht veran-laßt findet, nicht immer gleichmäßig wirken; daher man auch von latenten, d. i. verstecktliegenden, Kräften, von einer Erregung, Erweckung derselben u. s. w. spricht. Überdiesweist die Beobachtung mancher Veränderungen, besonders in den Gebieten des organischenund geistigen Lebens, nicht immer auf die Thätigkeit anderer Dinge hin; sondern die Er-fahrung scheint zu nöthigen, zu ihrer Erklärung innere oder immanente, im Gegensatz zuäußer» oder transeunten Kräften anzunehmen. (S. Causalität.) Deshalb wiederholensich in Beziehung auf den Begriff der Kraft alle die Schwierigkeiten, welche rücksichtlichdes Begriffs der Causalität zu sehr verschiedenen Meinungen geführt haben, und die Na-turwissenschasten haben sich längst dabei beruhigt, daß das Wort Kraft eigentlich nur eineGrenze der Forschung, den Punkt bezeichnet, wo das den wissenschaftlichen Theorien zu-gängliche Gebiet der Erscheinungen an ein unbekanntes Dunkel grenzt. Die Frage, obüberhaupt Dem, was ist, ursprünglich eine Mehrheit von Kräften beigelegt werden könne,und wie cs zu denken sei, daß Etwas, das durch seine eigene Qualität bestimmt ist, sich inmannichfaltigen, höchst verschiedenartigen Tätigkeiten äußern könne, ist eine rein specula-tive, das Gebiet der Erfahrung überschreitende, und von ihrer Beantwortung hängen dieGrundlegung der Naturphilosophie und eine Vereinigung der empirischen Naturwissen-schaften mit der Speculation wesentlich ab. — In der Physik zst Kraft die allgemeineBezeichnung für jede nicht näher zu bestimmende Ursache einer Erscheinung. Man sprichtdaher von so vielen verschiedenen Kräften, als es Classen von Erscheinungen gibt, die sichauf dieselbe Ursache zurückführen lassen. Da aber jede Erscheinung in der Physik zuletztauf eine Bewegung hinauskommt, wenngleich diese nicht immer meßbar ist, und da dasResultat jeder Bewegung zweier zueinander in Beziehung gedachter Körper oder Körper-teile immer nur Entfernung oder Näherung sein kann, so zerfallen alle Kräfte im Allge-meinen inanziehende und abstoßende, und so weit die Beobachtungen reichen, kom-men alle solche Kräfte darin überein, daß ihre Wirkungen mit den Quadraten der Entfer-nungen abnehmen. Wirkt nur Eine Kraft auf einen Körper ein, so muß das Resultat, vor-ausgesetzt, daß die Kraft hinreicht, dieTraghcit (s. d.) des Körpers zu überwinden, eineBewegung sein, welche in Richtung und Größe der einwirkcnden Kraft entspricht. Wirkendagegen zwei oder mehre Kräfte, so werden sich ihre Wirkungen addiren, wenn sie in dersel-ben Richtung thätig sind, und die Bewegung wird also die Summe der Kräfte darstellcn;sie werden sich subtrahiren, wenn sie gerade entgegengesetzte Richtung haben, und die Be-wegung wird also in der Richtung der größern Kraft stattsindcn mit einer Größe, welchedem Unterschiede der Kräfte entspricht. Wenn aber die Krästerichtungcn untereinander ei-nen Winkel machen, so ergibt sich die Richtung und Größe der Wirkung durch die Diago-nale des sogenannten Parallelogramm sdcrK r äfte; man stellt nämlich beide Kräftein Richtung und Größe durch proportionale Linien dar, construirt mit diesen als Seiten einParallelogramm und zieht dessen Diagonale. Bei mehr als zwei Kräften verbindet manerst zwei, mit der Diagonale derselben die dritte u. s. f. Die Diagonale des Krästeparalle-logramms heißt auch die resultirendc oder Mittelkraft. Die meisten auf der Erdevorkommcnden Bewegungen sind Resultate zweier oder mchrer Kräfte und dann stets, wenneine der beiden Kräfte continuirlich wirkt, krummlinig. So sind die Wurfbahnen der Ge-schühkugeln das Resultat aus der momentan wirkenden Kraft des Pulvers und der conti-mürlichcn Anziehungskraft der Erde; die Bahnen der Gestirne sind das Resultat der Cen-tralkräfte (s. d.). In Rücksicht der Wirkungsart unterscheidet man momentan undeontinuirlich wirkende Kräfte. Erstere erzeugen eine an sich gleichförmige, durch Ein-wirkung der Widerstände aber allmälig abnehmende Bewegung, letztere bewirken beschleu-nigte Bewegungen, wie z. B. die Anziehungskraft der Erde beim Fall (s. d.). Wirken