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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Kowno

Kraft

mäßige Erziehung genossen, 17 Jahre alt, mit Krusenstern zum ersten Male die Reise umdie Welt, von welcher er 1806 zurückkehrte. Neun Jahre später wurde ihm die Führungdes Schiffes Rurik anvertraut, um die Möglichkeit einer nordöstlichen Durchfahrt in dirNähe derVeringsstraßc zu versuchen. Ihn begleiteten unter Andern auch Chamisso (s. d.),Eschscholtz (s. d.) und CHoris (s. d.). Am 3". Juli 1815, segelte c-r von Kronstadt ab.Er entdeckte in der Südsee mehre Inseln, die er die Rurikskette, die Rumjanzow -, Spm-dow-, Krusenstern-, Kutusow-Jnseln u. s. w. nannte, und 1816 imSüdostcn derBerings-straße einen Sund, welcher nach ihm den Namen Kotzebue-Sund erhielt. Nach einerdreijährigen Fahrt sah er sich in Folge eines Brusileidens zur Rückkehr genöthigt und laug«am 3. Aug. >818 wieder in Petersburg an. Die Ergebnisse seiner Reise machte er in demWerke „Entdeckungsreise in die Südsee nach der Beringsstraße zur Erforschung einer nord-östlichen Durchfahrt in den I. 1813 — 18" (3 Bde., Wenn. 1821, mit Kupf. und Karten),bekannt. Hierauf zum Capitainlieulenanl der russ. Gardemarine ernannt, trat er I82Zauf des Kaisers Alexander Befehl seine dritte Reise um die Welt an, ans der ihn auch dies-mal Eschscholtz begleitete und von der er am 16. Juli >826 in Kronstadt wieder anlangte.Die Beschreibung derselben lieferte er in der „Neuen Reise um die Welt in den I. >823-28" (2 Bde., Wenn. > 830, mit Kupf. und Karten). Seine Reise haben die Hydrographie,vorzüglich der Südsee, wesentlich gefördert. — Sein Bruder, Moritz von K., geb. am30. Apr. 1789, machte mit ihm unter Krusenstern die Reise um die Welt und trat dan»1806 in die russ. Landarmee ein. Im I. >812 gerieth er in franz. Gefangenschaft undwurde erst 181-1 freigcgeben. Seine Schicksale während derselben schilderte er in der Schrift„Der russ. Kriegsgefangene unter den Franzosen" (Lpz. >815). Bekannt wurde er insbe-sondere durch seine Reise nach Persien mit der russ. Gesandtschaft im I. 1817, deren Bi-schreibung sein Vater (Weim. 1819, mit Kupf.) herausgab. Später diente er als Oberstim Generalstabe und nachher einige Jahre bei der kaukasischen Armee. — Ein dritter Bru- .der, Wilh. von K., geb. 1787, diente anfangs in der östr., dann in der russ. Armee undstarb als Obcrstlieutenant 1812 in Folge der Verwundung in der Schlacht bei Poloczk.

KowNV, ein Gouvernement im westlichen Rußland, welches 1843 zumeist Mlden nördlichen Kreisen des Gouvernements Wilna gebildet wurde, zählt auf 755 OM848500 E-, nämlich 689800 Katholiken, 23000 Evangelische, 97300Juden, 16008 Zi-geuner und Mohammedaner und nur etwa 28600 Rechtgläubige, also sehr wenig Russinund ungleich mehr Deutsche, Polen, Juden und Zigeuner. Die gleichnamige Hauptstadt,die frühere wilna'schc Kreisstadt Kowno, hat über 9500 E-, die einen nicht unbedeutend«!Handel auf dem Niemen und der Wilia, an deren Zusammenflüsse die Stadt liegt, treiben.Die Lage der Stadt, zum Theil im Thale, zum Theil auf den Uferhöhcn jener Flüsse, ißüberhaupt gar nicht übel; auch hat die Stadt ein schönes Rathhaus und zehn Kirchen, dar-unter eine freundliche lutherische. Über die Hälfte der Einwohner sind Juden; auch gibt eiviele Deutsche hier, die gutes Bier und vorzüglich schönen Meth brauen. Im 1 .1812 setztehier Napoleon bei Eröffnung seines Feldzugs über den Niemen.

Krabben, s. Krebst.

Krafft (Adam), ein ausgezeichneter deutscher Bildhauer in Nürnberg, geb. daselbstum 1429, starb zu Schwabach 1507. In Nürnberg, wo noch mehre seiner Arbeiten vor-handen sind, fertigte er unter Andern, den Giebel des Michaelsklosters um 1462 ; dieGrablegung Christi an der Außenseite der Scbalduskirche um 1492; das Sacraments-häuSchen in der Lorcnzkirche 1496 — 1500, unter welchem er sein eigenes Bildnißanbrachtt;zu Schwabach gleichfalls das Sacramentshäuschen in der Martinskirche im I. > 5V5, wieer auch für Kalchreuth, Katzwang und Fürth Altarhäuschen arbeitete. Auch ist er der Ver-fertiger des bewunderten Ciboriums im Münster zu Ulm und einer ganzen Reihe von Re-liefs. Sein Stil ist bei aller eckigen Härte doch höchst ausgezeichnet durch eine reiche undhöchst lebendige Charakteristik, und das Decorative an seinen Arbeiten zeigt die glänzendsteEntfaltung des spätgothischcn Stil«.

Kraft wird gewöhnlich dcfinirt als Das, was Ursache einer Wirkung ist oder werdenkann. Da die Kräfte selbst niemals ein Gegenstand der sinnlichen Wahrnehmung sind, sowürde für die gewöhnliche Auffassung gar keine Veranlassung sein, diesem Begriff eine