Koslowskij Kosmogenie 357
Sprache und Literatur vertraut. Doch eine härtere Prüfung stand ihm bevor; er verlordas Gesicht. Auch dieses Unglück drückte seinen Muth nicht nieder, vielmehr wurde cs fürihn eine neue Stufe der moralischen und geistigen Erhebung. Mit seiner Blindheit gingihm der volle Tag der Poesie auf. Er fing an, die deutsche Sprache zu studiren und brachtees bald so weit, daß er die classischcu Dichter der Deutschen verstund. Seitdem lebte erin der Welt der Erinnerung und der Einbildungskraft. Mit einem außerordentlichen Ge-dächtnisse begabt, hielt er Alles fest, was er las; er besang seine Vergangenheit in denglänzenden Traumbildern der Poesie und dichtete Episteln an seine Freunde, die sich umihn versammelten, um sich seines Umgangs zu erfreuen. Sehr glücklich übersetzte er Einigesaus dem Englischen und aus dem Italienischen, wobei wir an Byron's „Braut von Abydos"(Petersb. l 828) erinnern; von seinen Originalgedichten erwähnen wir „'l'scbornetr" („DerMönch"; deutsch von Schreiber, Petersb. 1825) und seine „Gedichte" (Petersb. > 828).
Koslowskij (Michail Jwanowitsch), ein ausgezeichneter russ. Bildhauer, erhieltseine Bildung in der Akademie zu Petersburg, bei der er in der Folge als Professor derBildhauerkunst angcstellt war. Seine bekanntesten Arbeiten sind die Statue Suwarow's aufdem Marsfelde in Petersburg, welche das kolossale bronzene Standbild des Feldmarschalls inRittertracht mit ausgestreckter Rechte, ein Schwert haltend, darstellt, während seine Linkedie päpstliche Tiara und die Kronen von Neapel und Sardinien mit einem Schilde deckt;ferner die kolossale starkvergoldete Statue des Simson in Pcterhof, die Denksäule derKaiserin Katharina ll., in der Gestalt Minerva s, mehre Marmorstakucn in der Eremitageund die Basreliefs im Marmorpalais an der Newa, welche die Rückkehr des Regulusnach Karthago und den Befreier Roms, Camillus, darstellen. K. starb >803 in Peters-burg. — Oßip Antono witsch K., einer der beliebtesten und geschmackvollsten russ.Komponisten, von dem außer mehren Volksmelodien und schönen Polonaisen, besonders dieMusik zu Oserow's Tragödie „Fingal" und ein Requiem sich großen Ruhm erwarben,stammte aus einer adeligen Familie in Weißrußland und starb als Staatsrath und Musik-direktor der kaiserlichen Theater zu Petersburg am 27. Febr. 1831.
Kosmas, mit dem Beinamen Indikopleustes, ein Kaufmann aus Alexandrien,lebte in derMitte des K.Jahrh.unterJustinian und schrieb, nachdem er weiteReisen unter-nommen hatte und nach Ägypten glücklich zurückgekehrt war, in klösterlicher Zurückge-zogenheit eine aus zwölf Büchern bestehende „Christliche Topographie" in griech. Sprache,worin er über die fernsten Länder, selbst über Indien, berichtet und gegen das damals be-stehende System des Ptolemäus die Beschreibung der Erde ganz den Vorstellungen derBibel anzupassen sucht, freilich aber auch bei diesem konsequenten Streben häufig inJrrthümer verfällt. Dieses Werk, welches zugleich das adulikanische Monument (s.Adulc)zuerst enthält, wurde von Montfaucon in der „ldiova colloctio putrmn ^ruec." (Bd. 2,Pat. 1707, Fol.) herausgegeben. Auch wird K. eine Beschreibung der Pflanzen undThiere Indiens beigelegt, welcheThevenot in den „Relation» <Ie ckiver». vo^a^es curienx"(Bd. I, Par. 1666, Fol.) im griech. Texte mit franz. Übersetzung bekannt machte.
Kosmetik (griech.) heißt die Kunst, den Körper zu verschönern, geschehe dies nundurch Putz, oder durch wohlriechende Wasser, Elle, Salben, Puder und besonders Schminke,oder endlich durch Ersetzen einzelner Körpertheile, z. B. der Zähne, Haare u. s. w. Kos-metische Mittel oder Schönheitsmittel nennt man vorzugsweise alle Zubereitungenzu dem Zwecke, die Haut geschmeidig zu machen, die Haare zu färben, die Zähne zu er-halten, die Runzeln zu ebenen und Finnen zu vertreiben. Die Kosmetik war schon imAlterthume sehr ausgebildet; auf den höchsten Grad aber hat sie in der neuern Zeit dieSpeculation, besonders in Frankreich, getrieben.
Kosmisch heißt Alles, was auf das Weltgebäude Bezug hat; daher z.B. kosmischeKräfte solche genannt werden, deren Wirkungen nicht bloS auf die Erde beschränkt sind.
Kosmogenie oder Kosmogon ie heißt die Lehre von der Entstehung der Welt, undKosmologie die Wissenschaft von der Welt im Allgemeinen, die in der Wölfischen Philo-sophie als zweiter Theil der Metaphysik abgehandelt wurde. Der kos mologische Be-weis für das Dasein Gottes ist derjenige, welcher von dem zufälligen Dasein der Weltauf das nothwendige Dasein eines Urwesens, als ihres Urhebers, schließt, welchen Beweis