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seiner lyrischen Dichtungen, obschon sie zum Theil bis zu seichtem Wortschwall angeschraubtsind, ihrer natürlichen Kraft und feurigen Empfindung wegen Beachtung. Seine „Redenund kleinen prosaischen Schriften" gab Mohnike heraus (3Bde., Strals. 18:; 1—32). EineGesammkausgabe seiner „Dichtungen" besorgte sein Sohn (l 2 Bde., Greifsw. l 823—23).
Kofel, eine kleine, an dem linken Ufer der obern Oder im Regierungsbezirke Oppelnder preuß. Provinz Schlesien gelegene Stadt und Festung mit etwa 3000 E., bildet einenGrenzplatz gegen Ostreich, einen Übergangspunkt über die Oder und einen Flügelpunktder durch diesen Strom gebildeten Basis. Die Festungswerke sind in tenaillirter Formgeführt und haben im Allgemeinen die Gestalt einer sechseckigen Slernschanze, von derjedoch die gegen die Oder gekehrte Ecke abgeschnitten ist. In jeder Ecke ist ein scheeren-förmiger Abschnitt, und vier Ravelins und einige Reduits bilden die Außenwcrke. NasseGräben und ein guter bedeckter Weg umschließen den Platz. Ein Brückenkopf, der auteiner regelmäßigen und zwei unregelmäßigen Nedouten und einer Contrcgarde besteht,deckt am rechten Oderufer die hölzerne Brücke. Mittels eines steinernen großen Batardeauunterhalb derselben kann die Überschwemmung der ganzen Umgegend bewirkt werden, diein Verbindung mit einem Teich und den nassenWiesen,dieK. umgeben, die Hauptstärke die-ses Platzes sind, aber auch den Aufenthalt hier sehr ungesund machen. Außerhalb des Platzesist auf einem Damme ein Montalembert'scher Thurm als detachirtes Werk angebracht.K. war früher Residenz eines Herzogs, wurde von Friedrich ll. nach der Eroberung vonSchlesien befestigt, tss45 von den Östreichern, noch bevor es ganz fertig war, gestürmt,1758 und 1760 aber vergebens von ihnen belagert. Auch im I. >807 wurde es von denTruppen des Rheinbundes vergebens blockirt und beschossen, indem der tilsiter Friede dütvon der Besatzung am > 8. Juni geschlossene Kapitulation, die Festung, wenn sie bis zum16. Juli nicht entsetzt sei, zu übergeben, außer Wirkung setzte.
Koslow oderKeSlew, bei den Tataren Geslewe, von den Russen auch Jewpa-1 orja genannt, eine Stadt im russ. Gouvernement Taurien, an der Westküste der Krim,liegt in einer flachen sandigen Gegend, nahe dem großen, in neuerer Zeit durch seineSchlammbäder berühmten See Sak, weshalb die Stadt mehr und mehr in Aufnahmekommt. Sie ist nicht schön gebaut, hat enge und winklige Gassen, deren Häuser größten-theils nach vorn hinaus keine Fenster haben, eine russ.-gricch. Kirche, 15 Mcdscheds, darunterdie ausgezeichnete Sultanmedsched, zwei ungewöhnlich prächtige, reich mit Portiken undMarmorsäulen geschmückte, mit Laubcngängen und Fontaine« umgebene Synagogen, dieLen Juden der karaitischen Sekte gehören; ferner einen Freihafen, eincQuarantainc, einenBazar mit vielen Kaufläden, Leder- und Filzfabriken und gegen 13000 E., die theilS ausRussen, Griechen und Armeniern, besonders aber aus Tataren und karaitischen Juden be-stehen und einen sehr bedeutende» Handel, namentlich mit den sogenannten krimsche»Lämmerfellen, die hier aus erster Hand zu beziehen sind, treiben. Auch die Schiffahrt istnicht unbedeutend. Das alte Eupatoria, welches einst als Handelsstadt so berühmt war,siand 9 M. südlicher, in der Gegend des Dorfes Jnkerman, nahe bei Sewastopol, wo sichauch ungleich mehr Ruinen als bei K. finden.
Koslow (Iwan), russ. Dichter, geb. um l780, verlebte seine Jugend in dergroßen Welt. Gern gesehen in den feinsten geselligen Kreisen zu Moskau und Petersburg,führte er mehr ein vielbewegtes als ein thätiges Leben. Sein Genie schlummerte unent-wickelt; doch liebte er die Literatur, war der sranz.und ital. Sprache mächtig und mit ihrenClassikern vertraut. Indessen sah er, bei dem Mangel an Beschäftigung, darin blos denReiz der Unterhaltung und eine Quelle der Erholung nach den Zerstreuungen. Seine ganzeThätigkeit war den Vergnügungen der Welt und der Sorge für seine Familie gewidmet.Gegen 40 I. alt, fiel er in eine schwere Krankheit, die ihm den Gebrauch seiner Füße raubte.So der Gesellschaft auf einmal entrückt, nüthigte ihn die Einsamkeit, Entschädigung fürsein bisheriges Weltleben in sich selbst zu suchen. Dieser Schlag des Schicksals beugte ihnnicht; sein Geist nahm vielmehr einen höher« Schwung und er wurde Dichter. Die idealeWelt, welche er sich jetzt schuf, entschädigte ihn vollkommen für die Wirklichkeit, die er ent-behrte. Auf dem Lager der Schmerzen lernte er sich selbst kennen und entdeckte in sich ei»ihm bisher verborgen gebliebenes Talent. In kurzer Zeit machte er sich mit der engl-