Koryphäen Kosacken 353
Priester der Cybele oder Nh ea (s. d.) in Phrygicn, welche in wüthender Begeisterung mitwüthender Musik und Waffentänzen den Dienst der Göttermutter verrichteten.
Koryphäen, eigentlich Diejenigen, die andcrSpitze(Lossr-</>?;) stehen, hießen beidenAlten die Führer des Chors, die Borsänger und Vortänzer, nach neuerm Sprachgebrauchdie Ersten, Vorzüglichsten in irgend einer Kunst und Wissenschaft.
Korythus, ein Jberier, der Freund des Hercules, war der Erfinder des Helm-, dernach ihm benannt wurde. — Korythus, der Sohn des Paris und der Onone, wurde von die-ser an die Helena geschickt, um den Paris eifersüchtig zu machen, dafür aber, als er dieLiebe derselben gewonnen, von seinem Vater getödtet. — Korythus, ein italienischer Kö-nig oder Heros, Vater des Dardanus, Gründer der Stadt Korythus (Cortona).
Kos oder Koos, früher MeröPis, eine zu den Sporaden gehörige Insel im Ägei-schen Meere an der kleinasiatischen Küste, den Städten Halikarnaß und Knidos gegenüber,jetzt Stanko oder Stancho, mit einem Flächenraum von 1'/, lUM- und 1V0VV E., warim Alterthume berühmt durch trefflichen Wein und durch Weberei leichter und durchsichti-ger Gewänder, besonders aber durch den prächtigen Tempel des Äskulap (s. d.), welcherin der Vorstadt der gleichnamigen Hauptstadt Kos errichtet war und da- Gemälde derAnadyomene (s. d.) von Apelles nebst andern werthvollen Weihgeschenken enthielt. Über-haupt war die ganze Insel dem Äskulap heilig und dieAsklepiaden (s. d.)-behauptetenhier lange Zeit den ersten Rang; auch war sie der Geburtsort des Arzte-Hippokrates,des Dichters Philetas und de- Malers Apelles. Vgl. Zander, „Beiträge zur Kunde derInsel K." (Hamb. 1831); Küster, „De Lo insuls" (Halle 1833) und die Beschreibungnebst Karte von Leake in „ülemoir on tbe islancl ok O.", in den „Irsnouctions ok tbsLvcistx ok literature" (Bd. I). Die Inschriften von K. sind gesammelt von Roß in den„Inscriptiones grase, ineditae" (Bd. 2, Athen 18-12).
Kosacken, in Rußland Kasacken, heißt ein in Gestalt, Sitte und Spracke denRussen sehr ähnlicher Volksstamm, der auch durch das Band derselben Religion mit ihnenverknüpft ist. Da das Wort Kasak türk.-tatar. Ursprungs ist (cs bedeutet im Türkischeneinen Räuber, im Tatarischen einen freien, leichtbewaffneten Krieger) und die K. sich selbstgern mit diesem Namen benennen, so hat man daraus auf eine Abstammung oder naheVerwandtschaft der K. mit den Tatarenhordcn schließen wollen. Unfehlbar aber sind sieAbkömmlinge der alten Nowgorodischen und Kiewschen Russen, zu denen sich allerlei um-herschweifendes Gesindel gesellen mochte, die dann auf eine kriegerische Weise bald demherrschenden Volke, bald den fremden Usurpatoren, wie den Polen und Tataren, gegenüber-traten. Umgeben von feindlichen Völkern waren sie stets darauf angewiesen, kampffettig zusein, und so hat sich bis aufden heutigen Tag mit dem Namen eines K. der Begriff eines stetszum Angriff gerüsteten, leichtbewaffneten Kriegers verbunden. Es gibt zwei Hauptstämmeder K., die malorossischen oder kleinrussischen und die donischen Kosacken. Vom ersten, demrohern und wildern, gingen die saporogischen K., an den Wasserfällen des Dnjepr, aus,die räuberischesten und zügellosesten von allen. Der andere Hauptstamm, der seinen Sitz inNowo Tschcrkask, nach dem Ausfluß des Don ins AsowscheMeer, hat, wo auch derHaupt-anführer des kosackischen Heers, ihr Ataman oder Hetman, wohnt, ist derjenige Stamm,von dem auch die wolgaischen, tschernomorischen, asswschen, terekschen, uralischen und sibi-rischen Kosacken ausgegangen sind. Der Sitz der tschernomorischen K. ist Jekaterinodaram Kuban, am Nvrdfuße des Kaukasus, und schon im eigentlichen Steppenlande gelegen.Uralskam Uralfluß und amSüdgehänge desObschtscheiSirt ist der Hauptsitz der uralischenK. Asow, Rostow milk Nachitschewan sind die Sitze der asowschen K. Die terekschen K.haben ihre Quartiere in Jekaterinogrod, Mosdok und Kisljar. Die wolgaischen leben zer-streut im astrachanschen und saratowschen Gouvernement, und die sibirischen haben sichweithin bis zum Jrtisch und Ob, ja bis zur Lena hin ausgebreitet. Bei der Volkszählungim I. 1838 wurden 1,880877 Kosacken mit Inbegriff ihrer Familien ausgezeichnet, wor-aus sich ergibt, wie groß noch immer die Stärke ist, die Rußland in diesen Truppen besitzt,vbwol es sich, durch frühere vielfache Aufstände, wie den gefahrvollen unter PugatscheffConv.-tzex. Neunte Aufl- VIII. 23