Kortryk Äorvei 351
Müllcr's uudEleim's"(2Bde., Zür. 1806); ferner „Sämmtliche Werke Gleim's"(8Bde.,Halberst. !8l l)u»d Gleim's „Zeitgedichte" (Lp;. 1841).
Kortryk, s. Courtray.
Kortüm (Joh. Friede. Christoph), Professor der Geschichte an der Universität zuHeidelberg, geb. z» Eichhorst in Mecklenburg-Strclitz am 24. Febr. 1788, stammt auseinem in Friesland einst reich begüterten Rittergeschlechte, dem auch der als Verfasser der„Zobsiadc" bekannte Karl Arn- Kortüm (s. d.) angehörte. Er besuchte das Gymnasiumzu Fricdland, bezog 181)6 die Universität zu Halle, ging im Frühjahre 1807 nach Göttingen,wo er nun der Theologie entsagte und darauf mit besonderm Fleiß die geschichtlichen Vor-träge Heeren'« und Planck'« besuchte, und imOct. >808 nach Heidelberg, worauf er imHerbst 1810 nach Mecklenburg zurückkehrte. Das Her; voll Haß gegen Napoleon, traf erim Frübjahre 1811 nur mit Vorwissen weniger Freunde, unter welchen sich E. M. Arndtin Greifswald befand, im Geheimen Vorkehrungen zur Abfahrt nach England, um von daSpanien, das Land seiner Ideale, zu erreichen. Auf dem Wege nach Rostock als Spionvon den Franzosen verhaftet, entkam er zwar bei einbrechender Nacht, von theilnehmendenLendlcuten unterstützt, seinen Wächtern, ging aber nun nach Jferten in der Schweizund wurde zu Ostern 1812 Lehrer an dem Fellenberg'schcn Erziehungsinstitute zu Hofwyl.Im WinterIS14 machte er den Feldzug in Frankreich mit, wo er den mehrmonatlichen Aufent-halt in Paris trefflich für seine Studien zu nutzen wußte. Nach der Rückkehr lehrte er wieder inHofwyl, bis er zu Ostern 1817 dem Rufe als Professor der griech. und lat. Sprache an deraargauerCantonsschule folgte. Doch auch diese Stelle gab er 1818 wiederauf, um, nun ganzden geschichtlichen Studien zngewendet, die kaiserliche Hofbibliothek in Wien benutzen zukönnen, worauf» 1819 Professor der Geschichte an dem neugcstifteten Gymnasium zuNeuwied wurde. Im 1.182 t folgte er dem Rufe als Professor der Geschichte an die Univer-sität zu Basel, legte aber diese Stelle, weil er nicht gleichzeitig an dem Pädagogium wirkenwollte, 1822 freiwillig nieder und lebte nun in unabhängiger Stellung seit 182.7 wieder in derHofwyler Anstalt, bis er 1826 als Privatdocent der Geschichte nach Basel zurückkehrte. Aufeiner Reise nach Norddeutschland begriffen, erhielt er den Ruf als Professor der Geschichtean der Akademie zu Bern, wo er nun wirkte, bis er 1840 nachHeidelberg ging. Von seinenSchriften erwähnen wir „Friedrich I. mit seinen Freunden und Feinden" (Aarau 1818);„Zur Geschichte der Hellen. Staat-Verfassungen" (Heidelb. 1821); „Entstehungsgeschichteder freistädtischen Bünde im Mittelalter und in der neuern Zeit" (.7 Bde., Zür. 1827—29);„Geschichte des Mittelalters" (2 Bde., Bern 1806—.77); „Röm. Geschichte von der UrzeitItaliens bis zum Untergänge des abendländischen Reichs" (Heidelb. 1840) und die „Ent-stehungsgeschichte des Jesuitenordens" (Manh. 1843).
Kortüm (Karl Arnold), der Verfasser der „Jobsiade", geb. zu Mühlheim an derRuhr im Herzogthume Berg, am 5. Juli 1745, studirte zu Duisburg Mcdicin und lebtedann als praktischer Arzt erst in seiner Vaterstadt, seit 1771 aber zu Bochum in der Graf-schaft Mark, wo er am 15. Aug. 1824 starb. Außer mehren, medicinischen Schriften,z.B. der, »Skizze einer Zeit- und Literaturgeschichte derArzneikunde" (Unna 1L09; S.Aufl.,1819), schrieb er auch mehre gemeinnützige Werke, z. B. „Der Bienenkalender" (Wesel1776) und „Grundsätze der Bienenzucht" (Wesel 1776), und über antiquarische Gegen-stände. Am berühmtesten aber wurde er durch seine von echtem Humor durchdrungenensatirischen Gedichte in Knüttelversen, die er, ohne sich zu nennen, erscheinen ließ. SeinHauptwerk in dieser Beziehung ist die „Jobsiade oder Leben, Meinungen und Thatcn vonHieronymus Jobs dem Candidaten", ein groteskkomisches Heldengedicht mit Holzschnitten(Münst. 1784; 5. Ausl., Hamm 1839). Die „Jobsiade" ist unter dem deutschen komischenEpopöen die einzige, welche auf die Dauer populair geworden und durch ihre derbe, echtdeutsche Komik, die sich mit einer gewissen hausbackenen und philiströsen Anschauung derDinge sehr wohl verträgt, auf diese Popularität auch den gegründetsten Anspruch hat.Nächstdem schrieb er ebenfalls in Knüttelversen „Die magische Laterne" (4 Hefte, Wesel1784—86) und „Adam's Hochzeitfeier" (Wesel 1788).
Kürvei (Oorbeia „vvu), eine gefürstete Bcnedictinerabtei an der Weser in der Nähtvon Höxter, die älteste und berühmteste in Sachsen, war eine Colonie des in Westfranken