Druckschrift 
8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
350
Einzelbild herunterladen
 

S50 Korsakow Neinskoi Körte (Wilh.)

Dritte» gegenüber so vertreten, daß die Mitglieder inCorporationsangelegenheitcn, die sichaus dem Zweck der Corporation ergeben, von demselben gleichsam verdeckt werden oder inkeiner unmittelbaren rechtlichen Beziehung zu Dritten erscheinen, wodurch sich die Corpo-ration wesentlich von der Gesellschaft unterscheidet. Dies gilt namentlich in privatrechkli-cher und processualischer Hinsicht; trotzdem gibt sich aber doch auch eine Corporation nachAußen als eine Vielheit kund. Die Corporation hat sodann das Recht, sich zu versammeln,in CorporationsangelegenheitenBeschlüsse zu fassen, Vorsteher u. s. w. zu wählen. Frühernamentlich hatten viele Corporationen auch für ihre Angelegenheiten eine Art eigener Ge-richtsbarkeit, und noch gegenwärtig steht ihnen die Autonomie zu, sowie das Recht, ein eigenesSiegel zu führen, was schon sehr alt ist; ferner das Recht, Mitglieder aufzunehmen und derenRechte und Verbindlichkeiten zu bestimmen, sowie namentlich die Vermögensfähigkeit.

Korsäkow RemSkoi, russ. General der Reiterei, machte von Jugend auf die russ.Militaircarriere und empfahl sich als Major im Semcnow'schen Garderegiment der Kai-serin Katharina ll., die ihn 1794 zum Begleiter des damaligen Grafen von Artois, nach'herigen Königs von Frankreich, Karl's X., ernannte. In demselben Jahre machte er denFeldzug gegen die Franzosen in den Niederlanden mit, und diente dann unter Subow imKriege gegen Persien. Bei Kaiser Paul'S I. Thronbesteigung wurde er General, und schon1798 mit <19900 M. zur Unterstützung Suwarow's in dicSchwei;geschickt, wo er am 75.Sept. desselben Jahres bei Zürich eine vollständige Niederlage durch den franz. GeneralMaffe'na erlitt. Auf dem Rückzuge erlitt er nochmals, bei Diesenhofen, eine Niederlage,worauf er den Befehl an Suwarow abgab. Später wurde er zum Militairgouverneur er-nannt, auf welchem Posten er starb.

Korsar, abgeleitet vom ital. cnrso, d. I. Laufoder Streiferei, heißt im Allgemeinen jederSeeräuber, welcher daraufausgeht,HandelSschiffc aufzusuchcn und sie wegzunchmcn. Insbe-sondere aberversteht mandaruntcrdieehemals von Algier, Tunis, Tripolis und den marokkan.Häfen auslaufenden Raubschiffe, während man die europ. Schiffe, welche in Kriegszcikenmit Bewilligung ihrer Regierungen feindliche Schiffe wegnchmen, Kaper (s. d.> nennt.

Körte (Franz), Professor der Naturwissenschaften an dem landwirthschafklichen In-stitut zu Mögelin, geb. 1762 zu Aschersleben, wo sein Vater Prediger war, besuchte da<dasigs Gymnasium und widmete sich dann der Landwirthschaft, zu welchem Zwecke er1796—99 zu Almenhausen im Schwarzburgischen sich aufhielt und 1807, die Universität zaHalle bezog. Im I. 1809 verband er sich mit Lips zur Gründung eines landwirthschast-lichen Instituts zu Marlofstein bei Erlangen, das aber unter den damaligen Zeitkäufen baldwieder einging. In dieser Zeit erschien von ihm die in Verbindung mit Schweigger hcrauS-gegebenc „Ullora Lrlanzensis" (2 Bdc., Erlang. > 809— l I). Durch Thaer wurde er ver-anlaßt, 1815 nach Mögelin zu gehen, wo er die Professur der Naturwissenschaften und späterauch die Direktion des landwirthschaftlichen Instituts übernahm. Mehre Jahre rcdigirteer die „MLgelinschen Annalen der Landwirthschaft".

Körte (Wilh.), in Halberstadt, geb. am 2<l. März 1778 zu Aschersleben, wo seinVater Conrector an der Schule und dann Archidiakonus war, wurde in seinerErziehung undAusbildung besonders von seinem Großohcim Gleim überwacht. Er besuchte die Schulenzu Aschersleben und Halberstadt, studirte 1796—99 zu Halle Baukunst und schöne Wissen-schaften und kehrte dann nach Halberstadt zurück, wo er ohne öffentliche Anstellung vondem Gehalt lebte, welchen er als ehemaliger Domvicar und als Administrator der Gleim'-schcn Familienstiftung bezieht. Unter seinen Schriften stehen seine biographischen Arbeitenoben an, wie das „Leben Gleim's" (Halberst. 1811); „Leben Carnot's" (Leivz. 1820 );„Leben und Studien Fr. Aug. Wolfs, des Philologen" (2 Bde., Essen 1893), und„Albrecht Thaer, sein Leben und Wirken, als Arzt und Landwirth" (Leipz. 1839). AusWolfs, seines Schwiegervaters, Collegienheften gab er dessen mündliche Vorträge überErziehung und Unterricht unter dem Titel „(äonoili» schol-tstica" (Quedlinb. u. Lpz. > 835)heraus. Recht verdienstlich war auch seine Sammlung der „Sprüchwörtcr und sprüch-wörtlichen Redensarten der Deutschen" (Leipz. 1837). Außerdem gab er heraus ausGleim's literarischem Nachlaß Ew. Chr. von Kleist's „Werke" (2. Aufl., Berl. > 825), die„Briefe Bodmer's, Sulzer's und Eeßner's" (Zür. 1804) und „Briefe Heinse's, I. von