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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
348
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348 Kornwucher Koromandel

NN überhaupt zu den schönsten und begeistertsten Kriegs- und Vaterlandsgesängen, welchedie deutsche Literatur aufzuweisen hat. Durch diese glühenden Lieder und seinen helden-müthigen Tod errang er den Anspruch auf Unsterblichkeit, den ihm seine übrigen zum Theilganz löblichen lyrischen und dramatischen Leistungen nicht verschafft haben würden. Erhatte sich anfangs den Lützow'schen Büchsenjägern zugesellt; allein die für ihn peinlicheUnthätigkeik, in welcher nach der Schlacht von Lützen die Infanterie jenes Corps bleibenmußte, bewog ihn, zu der Cavalerie desselben zu treten. Als Lützow's Adjutant machte erden kühnen Streifzug in den Rücken des Feindes mit. Fast wäre es den Franzosen gelun-gen, ihn in dem Gefechte bei Kitzen, wo er stark verwundet wurde, zu fangen. Von Freun-den in Leipzig gepflegt, ging er, noch während des Waffenstillstandes, über Teplitz wiederzu seinem Corps, für welches sich eine treue Anhänglichkeit in allen seinen Liedern aus-spricht. Nach geendigtem Waffenstillstände kämpfte er in mehren Gefechten gegen dieFranzosen mit kühnem Muthe. Er fiel am 26. Aug. 1813 auf einem Felde neben derStraße von Schwerin nach Gadebusch, eine halbe Stunde westlich von Nosenberg. Nocheine Stunde vor dem Anfänge des Gefechts hatte er nach einem Nachtmarsche das bekannteSchwertlied in dem erwähnten Holze beendigt und seinen Freunden vorgelesen. SemeLeiche wurde, wie die des jungen Grafen Hardenberg, begleitet von allen Offizieren desCorps und den Waffenbrüdern, unter einer alten Eiche bei dem Dorfe Wöbbelin begraben.Der Großherzog Friedrich Franz von Mecklenburg-Schwerin schenkte dem Vater K.'-einen Raum von 45 ONuthen um die Grabstätte, in deren Mitte sich ein in Eisen gegosse-nes Denkmal erhebt. Auch gab der Vater 32 der auserwählten kriegerischen Gedichte sei-nes Sohnes unter dem Titel „Leier und Schwert" (Berl. 1814 ; 7. Aufl., I83a), sowiedessen „Poetischen Nachlaß" (2 Bde., Lpz. >814—15) heraus. Eine Gesammtausgabeseiner „Gedichte" in einem Bande besorgte Streckfuß (Verl. 1834).

Kornwucher, s. Dardanarius und Theuerung.

Kornwürmer heißen die das aufgeschüttete Getreide angrcifenden Larven (Wür-mer) von ernem sehr kleinen Rüsselkäfer und einer Motte, welche in oder auf das Samen-korn ihre Eier legen. Die Larve zerstört das Innere desselben und verpuppt sich erst dann,wenn nur eine leere Hülse des Kornes übrig ist. Beide Insekten sind schwer von Getreidebö-den zu vertreiben, aufwelchensie sich einmal eingcnistet haben; am ersten sind sie durch star-ken Luftzug, Trockenheit der Räume und häufiges Würfeln des Getreides zu verscheuchen.

Koröbuö, der Sohn des Mygdon und der Anaximene, aus Phrygien, und Gelieb-ter der Tochter des Priamus, Kassandra, wollte, als er sie nach Eroberung der Stadt rau-ben sah, derselben beistehen, wurde aber dabei von Neoptolcmus oder Diomedes getödtet.— Ein anderer Koröbus tödtete das Ungeheuer Poine, welches Apollon aussendete, dieKinder zu ködten, als Psamathe, die Tochter des Krotopus, Königs von Argos, ein Kindaussetzte, welches sie von Apollon geboren hatte, und dieses von Hunden zerrissen wurdeNach vollbrachter That ging K. nach Delphi, um freiwillig für den Mord zu büßen. Hi«befahl ihm die Pythia, einen Dreifuß mitzunchmcn und, wo ihm dieser entfalle, einen Tem-pel des Apollon zu errichten. Jener entfiel ihm am Gebirge Eerania, und K. erfüllte hierden Befehl. Zu Megara zeigte man sein Grab, worauf es in Stein dargestellt war, wie erdie Poine tödtete.

Koromandel oder Cholomandel heißt der zu Ostindien gehörende Küstenstrichauf der Ostseite der Halbinsel diesseit des Ganges am Bengalischen Meerbusen, von derMündung des Kistna bis Cap Kaleimcr, ungefähr zwischen I0"30^und 16°nördl. Or.gelegen, welcher den südlichen Thcil der östlichen Küstcnterrasse der Halbinsel umfaßt, mitden Provinzen Tschola oder Tandschore am Kawery im Süden, Drawcda oder Karnatikmit der Gouverncmentshauptstadt Madras (s.d.) in der Mitte, und Andhra oder denCircars im Norden. Der Boden wird von den Abhängen der östlichen Ghats und den zwi-schen ihnen und dem Meere sich von Süden nach Norden in einem Gürtel niedrigen ange-schwcmmken Landes in ungleicher Breite sich lang hinstreckenden Ebenen gebildet, welchedie Ablagerungen aller dort mündenden Gewässer enthalten. Vom Anfang Oct. bis Apr.wehen längs dieser Küste die Nordwinde, und zwar während der ersten drei Monate derNordostmonsuhn mit solcher Heftigkeit, daß die Schiffahrt mit Gefahr verbunden ist, um