342 Korennaja Pustina Korfu
mit zu den Ausfuhrartikeln. Die Viehzucht, besonders auf Pferde und Rinder, blüht ,in A., ebenso der Bergbau auf edle und unedle Metalle, auf Steinsalz und Steinkohlen.Die Einwohner, deren Zahl man sehr abweichend von I'/--- > 5 Will, angibt, deren Betragaber mit der meisten Wahrscheinlichkeit auf 8 Mill. anzuschlagen ist, gehören zum mongol.Menschenstamme und bilden ein selbständiges Volk desselben, dessen Typus jedoch durchhäufige Mischungen mit den Chinesen, Mandschus und Japanern im Laufe der Zeitensehr verändert worden ist. Vor den Chinesen zeichnen sie sich durch größere Energie undSelbständigkeit, vorzüglich aber durch die Abwesenheit jenes dünkelhaften Stolzes aus,den der Chinese gegen den Ausländer, besonders den Europäer zeigt; dagegen sind aberauch ihre Sitten minder verfeinert, als die der Chinesen und Japaner. Sie sprechen eineeigenthümliche, ebenso von der chines. wie von der mandschuischen verschiedene Sprache,die uns nur wenig bekannt ist, jedoch zu den sogenannten einsilbigen oder flexionslosen zugehören scheint und mit einer besonder», dem Systeme der Sanskritschrift nachgebildetenSchrift geschrieben wird. Neben der einheimischen ist die chines. Sprache und Literaturaußerordentlich verbreitet. In den technischen Gewerben scheinen die Koreaner, wenn auchnicht die Vollkommenheit der Chinesen, so doch große Fertigkeit erlangt zu haben. Berühmtist ihr Papier, von dem ungeheure Mengen nach China ausgeführt werden; auch Baum-wollenzeuge und Seidenwaaren gehören zu den Ausfuhrartikeln. Außerdem sind sie tüchtigeSeeleute und Fischer, die einen lebhaften Handel mit den Häfen Chinas, sowie zwischendenen des eigenen Landes treiben und auf Hcringssischcrei, ja selbst auf den Walsischfangausgehen. Der Verkehr mit Japan ist dagegen beschrankt, indem japan. Fahrzeuge nurnach dem koreischen Hafen Ku-schan und koreische nur nach Nangasaki in Japan kommendürfen. Von der Regierungsverfassung wissen wir nur so viel, daß die höchste Gewalt aufunumschränkte Weise von einem Könige sehr despotisch geübt wird, der ein ebenso ausge-bildetes Beamtenpersonal, wie es in China besteht, zur Verfügung hat. Die Landmacht rsoll bis auf 630000 M. gebracht werden können; die Seemacht zählt 20st Segel. DerKönig von K. ist sowol China als Japan tributpflichtig; der Tribut wird regelmäßig durchGesandtschaften nach den beiden Ländern übersendet und durch Gegengeschenke erwidert.K.s Stellung zwischen den beiden mächtigen Neichen zwingt es, sie beide sich zu Freundenzu erhalten, während die Eifersucht Chinas gegen Japan, und umgekehrt, in K. einenDamm gegen jenseitige Angriffe sieht und darum dessen Selbständigkeit fördert, aber auchdessen Jsolirung, die fast ebenso streng als die von Japan ist, veranlaßt. Die allgemeinverbreitete Religion ist der Buddhaismus; neuerdings hat das Christenthum wieder durchkatholische Missionare Fuß unter ihnen gefaßt. Das Land wird in acht Tao oder Provin-zen gctheilt, von denen King-ki-tao oder Hofprovinz die wichtigste ist, in welcher die Haupt-und Residenzstadt des Königs, Han-tschhing, gelegen ist.
Korennaja Pnstina, ein berühmter russ. Wallfahrtsort im kurskischen Gouverne-ment, vier Meilen von der Hauptstadt, ist besonders wichtig wegen seiner Messe, die an Be-deutung die zweite des ganzen Reiches ist, und wo alljährlich 70—80000 Kaufleute sichrinfinden, worunter viele Deutsche. Mit dieser Messe ist zugleich ein starker Pferdemarktverbunden, wobei gewöhnlich für 500000 Rubel verkauft werden. Nur die Messe inNischni Nowgorod läuft der zu K. den Rang ab. ^
Korfu, die nördlichste drrJonischen Jnselnss.d.), im Alterthum Korcyra(s.d-)genannt, enthält auf 10'/, LM. 60000 E., meist Griechen. Der nördliche Theil der Inselist sehr fruchtbar an Wein, Ol, Honig, Eartcnfrüchten, besonders Feigen u. s. w.; dochgibt es große Strecken unbenutzter Haide und verpestende Moräste. Die Insel ist durch-gehend- gebirgig, und wie auf den übrigen Jonischen Inseln sind die Berge auch hier meistkahl und dürr, und nur die bewässerten Thäler und nieder» Gegenden anbaufähig. Fast allesGetreide und Fleisch bezieht die Insel aus Morea. K. theilte seit dem Mittelalter dasSchicksal der übrigen Jonischen Inseln. Im I. 1301 kam es definitiv an die Venekianer,die >537 sowie > 7 l6 zwei Landungen und heftige Angriffe der Türken tapfer zurückwiesennnd vereitelten; besonders ist die letztere Kriegslhat berühmt, in der der tapfere Joh.Matthias Graf von Schulenburg (s. d.) die Festung K. glorreich vertheidigte. Die Haupt-stadt gleiches Namens, der Sitz des brit. Lord-ObercommissairS, eines griech. Erzbischofs