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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Kopten 337

und Einschlüsse zu Folgerungen über Art, Organisation und Ernährungsweise urweltli-cher Thiere führen, und daher sowol Geognosten als Zoologen interessiren müssen. —Als eine koprolithische, jedoch nur der Jetztwelt angehörende Bildung kann man auch denGuano oder Vogeldünger betrachten, der seit einigen Jahren viele Aufmerksamkeit aufsich gezogen hat und ein sehr bedeutender Handelsgegenstand geworden ist. Man kannteehedem nur den peruanischen Guano, der seit den Zeiten der ersten Inkas, also seit dem12. Jahrh., zur Düngung des dürren Küstenlandes von Peru in solchen Mengen verwen-det wird, daß z. B. das nur 3 Meilen lange Thal von Chancay, nördlich von Lima, nochjetzt jährlich an 400VV0 Pf. verbraucht. Der Guano wird dort auf den felsigen und ganzpflanzenlosen Inseln und Vorgebirgen zwischen dem 12—16° südl. Br. gegraben, undbildet an noch nicht ausgebeuteten Orten eine 6—18 F. tiefe Schicht, die durch die Aus-leerung von Mill. gefräßiger Seevögel entstanden ist, welche diese Stellen seit Jahrhunder-ten als gesellige Schlafplätze benutzen. Das Wunderbare dieser großen Anhäufungen vonErcrementen verschwindet, wenn man weiß, daß auf einer kleinen Fclseninsel vielleicht5VVVVV Seevögel die Nacht verbringen, und daß im Laufe eines Jahres dort 5763 Cent-ner Guano sich ansammeln können, wenn man einem jeden Vogel nur eine allnächtlicheAusleerung von einem Loth Gewicht znschreibt. Nachdem man die Nützlichkeit des GuanoalsDüngungsmittel auch in Europa erkannt, und um >8-10 große MengenGuanv auf derZnselJchaboe, an der afrikan. Westküste, einige Grad nördlich vom Cap der guten Hoffnungentdeckt hatte, gingen Schiffe zu Hunderten auf Einmal dorthin ab, die schnell den Vor-rath erschöpften, jedoch wurden zu Ende des I. 1844 andere Guanoinseln an der Südost-küste von Afrika entdeckt. Unter einem regnigen Himmel kann Guano sich nicht anhäufen.Das dürre Klima der Länder, wo er vorkommt, veranlaßt, daß die untersten und ältestenSchichten zu einer fast gleichartigen, zersetzten Masse geworden sind und dasAnsehcn einermehr oder weniger graurothen, pulverigen Erde haben, die sich jedoch inaner durch einenscharfen ammoniakalischen Geruch auszeichnet. Die ober» Schichten sind weniger ver-witterr und häufig mit fremdartigen Substanzen, mit Seealgen, Federn und Steinen ver-mengt. Im Handel kommt der Guano jetzt meist verfälscht vor, mit allerlei gewöhnlichenErdarten, Ziegelmehl u. s. w. Anfangs glaubte man in England sicher zu gehen, wennman den Guano am Bord der von Jchaboe wiederkehrcnden Schiffe kaufte; allein es sindneuerdings Fälle vorgekommen, daß Schiffe auf der Hinreise in Frankreich anliefen undGypS cinnahmen, um an Ort und Stelle den Vogeldünger zu verfälschen,. Dieser Umstandmag, auch abgesehen von der Verschiedenheit des Guano verschiedener Örtlichkeiten, dieungleichen Resultate chemischer Prüfung mindestens hinsichtlich der quantitativen Verhält-nisse erklären. Der Werth des Guano als Düngemittel liegt in seinem ansehnlichen Ge-halte an trockener Harnsäure und Ammoniak oder in seinem Stickstoffgehalte. Die Anwen-düng des Guano erfodert indeß Vorsicht und geschieht am besten in Gestalt eines Compost,welches je nach Bedürfniß größere oder kleinere Mengen von Guano enthält.

Kopten heißen die Nachkommen der alten Ägypter,, Die Zahl der Familien magsich ungefähr auf 30000 belaufen, und obschon durch ganz Ägypten zerstreut, unterscheidensie sich doch von allen andern Ägyptern durch Bildung, Charakter, Gebräuche und Reli-gion. Sie haben ihre eigene Organisation, hängen auf das genaueste untereinander zu-sammen, sind Christen von der Sekte der Monophysiten (s. d.) und besitzen ungefährIVO Kirchen, davon 23 in Kairo. Auch unter der mohammedan. Herrschaft ist ihnendie Erhebung der Abgaben verblieben, da sie die genaueste Kunde des Landes und Volkesbesitzen. Die koptische Sprache ist im Wesentlichen die altägyptische. Dienochvor-handencn, ziemlich zahlreichen koptischen Bücher sind insgesammt aus der Zeit nach derBekehrung der Kopten zum Christenthume, welche im 2. und 3. Jahrh. n. Chr. durchgriech. Colonisten erfolgte. Sic enthalten Übersetzungen der biblischen Schriften, Lebender Heiligen, Homilien, Synodalbeschlüsse und Werke der Gnostiker. Übrigens unterschei-det man im Koptischen die niederägypt. und oberägypt. Mundart. Den „Pentateuch" inniederägypt. Mundart gab Wilkins (Lond. 1731) heraus; die Psalmen erschienen inRom >744; Grammatiken der kopt. Sprache haben wir von Scholtz (Oxf. 1778) undConv.-Lex. Neunte Aust. VIII. 22