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ziger, nahm, obschon er weder lesen noch schreiben konnte, am 15. Sept. >656 als Großve-zier das Rcichssiegel unter der Bedingung an, daß ihm ausschließendes Vertrauen zu Theilwerde. Nachdem er die Verfolgungswulh der fanatischen Orthodoxen gedämpft, alle un>würdige Neichsbeamte entfernt und bestraft und die Urheber der frühem Aufstände hattehinrichten lassen, wobei er mit der furchtbarsten Strenge verfuhr, führte er in Person Heerund Flotte zum Schutze gegen Venedigs Seemacht, eroberte Tcnedos und Lcmnos, zognach Siebenbürgen und dämpfte den Aufruhr in Asten und in Ägypten. Er stellte dieKriegszucht wieder her, demükhigte die Janitscharen, deckte die Grenzen des Reichs durchneue Bollwerke und die Dardanellen durch die neuen Schlösser und füllte den Schatz desReichs durch Ordnung und Confiscationen. Er wußte die Pforte im Auslande wieder inAnsehen zu bringen und behauptete es selbst in den Verhandlungen mit Ludwig's XIV.Gesandten. Seine Politik war schlau und hinterlistig, sein Charakter hart und rachsüch-tig, sein Verfahren klug und fest, aber schonungslos. Er starb am 31. Oct. l 66 l zu Adria-nopel. — Sein Sohn Ächm ed K., geb. >626, der Nachfolger des Vaters als Eroßvezier,war sorgfältig zum Ulema gebildet worden, hatte aber nachher von dem Vater die Statthal-terschaft von Erzerum und dann die von Damask erhalten, und durch eine Unternehmungwider die Drusen sich das Vertrauen des Sultans erworben. Wissenschaftlich gebildet,milde und gerecht, staatsklug und siegreich in den ungar., kretischen und poln. Kriegen,durch die Eroberung von Neuhäusel, Kandia und Kaminiec, sowie durch die Friedensschlüssevon Vasvar, Kandia und Zurawna, verwaltete Achmed das Reich, das er beruhigte, ord-nete und vergrößerte, länger als irgend ein Eroßvezier vor ihm. Jndeß befleckte das ersteJahr seiner Verwaltung eine Reihe blutiger Hinrichtungen. Auch verlor er die Schlachtbei St.°Eotthard gegen Montecuculi (s.d.), am 22. Jul. >66-1, und die bei Choczmam 11. Nov. >673 gegen Johann III. Sobieski (s. d.). Während seiner Verwaltunghob sich die türk. Literatur; er unterstützte Dichter und Gelehrte, und die Wissenschaftenbegleiteten ihn selbst ins Feldlager. Noch jetzt ist der von ihm errichtete öffentliche Bücher-saal ein Denkmal seiner Bildung. Er starb am 30. Oct. 1676 auf der Reise ins Lagerbei Adrianopel an der Wassersucht, die er durch häufigen Genuß von Wein und Brannt-wein sich zugezogen hatte. — Der Bruder des Vorigen, Mustapha K., wurde >689beiderThronrevolution, die Mohammed IV. stürzte, Kaimakan und bald darauf am 7. Nov. 1K8Svon Soliman III. zum Großvezier ernannt. Gebildet, streng in Sitten und Grundsätzen undstaatsklug, stellte er die im Innern des Reichs erschütterte Ordnung und den Muth wiederher, doch war er kein Feldherr. Er siel in der Schlacht bei Slankamen am >!>. Aug. >6ö>.— Amu dschasade Hussein K., ein Vetter des Vorigen, wurde nach der Niederlage beiZentha von Mustapha II. 1697 zum Eroßvezier ernannt und schloß >699 den Frieden zuKarlowiz. Freigebig und großmüthig gegen die Armen, ein Freund der Wissenschaften undder Dichter, stellte er gleichgesinnte und gebildete Männer in den höher» Ämtern an. SeinePolitik war gemäßigt und friedliebend. Kränklich und durch den Widerstand des Muftiin seiner Thätigkeit gehemmt, nahm er am 5. Sept. 1702 seine Entlassung, und starbbald nachher auf seinem Landgute am 22. Sept. >702. — Niuhman K., der SohnMustapha K.'s, wurde nach dem Sturze des Großveziers Tschurluli Ali, am 15 . Juni>710, vom Sultan AchmedIII. zu dessen Nachfolger ernannt, am 7.Aug. >7 >0 aber schonwieder entlassen und als Statthalter nachNcgroponte verbannt, wo er vorher gewesen war.
Koprolithen nennt man die versteinerten Excremcnte urwcltlicher Thiere, in wel-chen man bisweilen mit ziemlicher Deutlichkeit Knochensplitter, kleine Knochen und Zähneerkennt. Sie erscheinen gewöhnlich als rundliche, gelblichweiße Massen, wie die sogenann-ten Bezoarsteine (s. d.) der älter» Eeognosten. Man findet sie theils vereinzelt in denKnochenhöhlen des Jurakalkes, z. B. in der Höhle von Kirkdale in Uorkshire, und danngleichen sie den Excrementen der jetzt lebenden Hyänen, theils enthalten sie mehr Neste vonFischen, rühren in diesem Falle entweder von großen Raubfischen oder von den gewaltigenEidechsen (Sauriern) der Urwelt her, und kommen dann als weit ausgebreitete Schichte»vor in den tiefsten Bergkalklagen und stets in der Nähe des alten rothen Sandsteins wiebei Bristol, oder unter dem bituminösen Liasschiefer am Ufer des Severn. Man hat dieKoprolithen in neuern Zeiten genauer untersucht, indem sie durch Form, Dimensionen