Koppeljagd Köprili 335
denken wir schließlich seiner Schrift „Über die Erzeugung des Rübenzuckers in ihren staats-wirthschaftlichen und gewerblichen Beziehungen" (Berl. 1841).
Koppeljagd nennt man sowol das Jagdrecht, welches Mehren gemeinschaftlichauf einem und demselben Gebiete zusteht, als auch ein solches Jagdgebiet selbst. Die Kop-peljagd wird entweder so betrieben, daß jeder Berechtigte in der Jagdzeit nach Willkür jagtoder so, daß die Gerechtsame nach der Anzahl der Gewehre ausgesprochen ist, daß z. B. derEine mit zwei, der Andere mit drei, ein Dritter mit noch mehren Gewehren, d. h. Schüßen,jagen kann. Zuweilen kommt es auch bei derKovpeljagd vor, daß der Eine blos mit Netzensahen, der Andere mit Windhunden Hetzen, ein Dritter mit Gewehren jagen darf. Aus al-len diesen Bestimmungen ergibt sich von selbst, daß die Koppeljagden jederzeit in schlechtenZustand gerathen müssen, wenn nicht die Berechtigten unter sich besondere Verträge eingc-hen, und daß daher im entgegengesetzten Falle für jeden der Berechtigten die Ablösung meistVortheil bringen wird. Wenn der eine Theil einige Tage vor dem andern die Jagd aus-zuüben befugt ist, so heißt dies Vorjagd. Dasselbe gilt von der Koppelhut und Vorhut.Ist der Landesherr zur Koppeljagd mit berechtigt, so heißt dieselbe Mitjagd; darf der Lan-desherr einige Tage eher als die Mitberechtigten jagen, so heißt die Koppeljagd Vorhatze.
Koppelwirthschast, s. Ackerbau.
Koppen (Friedr.), Hofrath und Professor der Philosophie in Erlangen, geb. am21. Apr. 1775 zu Lübeck, wo sein Vater protestantischer Prediger war, besuchte die dafigcKatharincnschule und studirte seit 1793 in Jena Theologie. Gleichzeitig hörte er die phi-losophischen Vorlesungen Reinhold's und Fichte's und ließ sich durch die damals mit be-sonderm Glanz hervortretende Philosophie anziehen. Nachdem er noch ein Jahr in Gättin-gcn studirt, wo er seine „Abhandlung über Offenbarung, in Beziehung anf Kant'sche undFichte'sche Philosophie" (Lüb. 1797; neue Ausl., 1802) erscheinen ließ, bereisteer 1797die Schweiz und kehrte dann nach seiner Vaterstadt zurück. Seine Freundschaftsverhält-nisse mit F. H. Jacobi vcranlaßten sein polemisches Werk „Schelling's Lehre oder dasGanze der Philosophie des absoluten Nichts" (Hamb. 1803). Im I. >804 wurde er vonder reformirten Gemeinde der St- - Ansgariikirche zu Bremen als lutherischer Predigerangestellt, damit die im Kirchspiele wohnenden Lutheraner Gelegenheit zum gemeinschaft-lichen Gottesdienste fänden; 1807 folgte er dem Rufe als Professor an die UniversitätLandshut, bei deren Aufhebung er >827 nach Erlangen versetzt wurde. Von seinen Schrif-ten sind noch zu erwähnen „Darstellung des Wesens der Philosophie" (Nürnb. 1810 );„Philosophie des Christenthums" (2 Bde., Lpz. 18,3—15; 2. Aust., 1828); „Politiknach Platonischen Grundsätzen, mit Anwendung auf unsere Zeit" (Lpz. 1818); „Rcchcs-lehre nach Platonischen Grundsätzen" (Lpz. >819) und „Vertraute Briefe über Bücherund Welt" (2 Bde., Lpz. 1820—23). Wie seine früheste, auch jetzt noch beachtenswertheSchrift, sind auch seine spätem philosophischen Arbeiten in dem Sinne einer der Denkart Ja-cobi's sich anschließenden Richtung geschrieben, und K. gehört zu den wärmsten Vertreternder Jacobi'schen Philosophie; namentlich suchte er seine christliche jeder Form des Pantheis-mus abgeneigte Ansicht mit einem gewissen Platonismus in der Philosophie zu vereinigen.
Koprcus, der Sohn des Pelops, floh, als er den Jphitos getödtet, aus Elis nachMykene zum EurystHeus (s. d.), der ihn entsühnte und später an den Hercules (s. d.)sendete, um diesem jene bekannten Arbeiten aufzutragen. Seinen Sohn Periphetes tödtctcHektor vor Troja.
Köprili oder Kiuperli (Mehemed), 1656—61, Großvczier, der Enkel eines nachKleinasien ausgewanderten Albanesers, war 1585 zu Köpri in Kleinasien geboren unddarum Köprili genannt. Küchenjunge, dann Koch in: Serail, schwang sich der kräftige,kluge und geistvolle Mehemed allmälig auf zum Oberstallmcister des Großveziers KaraMustapha. Nachdem er den Krieg auf Cypern mitgemacht, wurde er Statthalter vonDamask, zeichnete sich als solcher aus im Kriege gegen Persien und regierte gerecht undmild, verlor aber später seinen Posten und lebte ohne Amt zu Köpri, bis ihn der GroßvezierMehemed mit sich nach Konstantinopel nahm, wo er der Sultanin-Nalidc, die Alles überihren minderjährigen Sohn, den Eroßherrn Mohammed IV., vermochte, als der Mannempfohlen wurde, welcher das Reich zu retten vermöge. K-, damals schon ein hoher Sieb-