Kopfstück Kopltar , 333
nicht mit gerechnet werven, erhobene Abgabe. In dieser Form ist sie eine der ältesten und inrohen, ursprünglichen Zuständen eine der verbreitetsten Abgaben, während sie in civilisirternLändern allmälig in eine Personalst euer (s.d.) überging und vielleicht nur den Namenbeibehielt. Unter den europ. Staaten kommt sie noch hauptsächlich in Rußland und auchda nur fürBürgec und Bauern in alter Form vor. Da sie keinen Unterschied zwischen demverschiedenen Einkommen macht, sondern Alle gleich trifft, so ist sie, sobald sich Verschie.dcnheit des Einkommens ausgebildet hat, eine der ungerechtesten und besonders für diekinderreichen ärmern Elasten bei einigermaßen erheblichem Betrage drückendsten Abgaben,während sie freilich, sobald ihr Betrag so unbedeutend ist, daß die Ungleichheit aufhörtdrückend zu sein, bei starker Volkszahl auf sehr leichte und einfache Weise ansehnliche Sum-men einbringt. Sie ist ein schlagender Beweis der großen Ungleichheit, welche in absoluterGleichheit liegt, während alle wahre und gerechte Gleichheit nur in Verhältnißmäßigkeitbestehen kann.
Kopfstück ist eine Benennung, welche man, im weitesten Sinne des Wortes, jederMünze beilegt, die das Brustbild ihres Münzherrn trägt. Im engem Sinne versteht mandarunter die Zwanzigkreuzerstückc nach dem Conventionsfuß ausgeprägt, besonders in Ost-reich. Die Zehnkreuzerstücke nennt man halbe Kopfstücke. In Bremen führen die Stückezu zwölf Groote und in Dänemark die Zwanzigschillingstücke diesen Namen. Ein Kopf-stück hat den Werth von 5 gGr. 4 Pf. und drei machen einen Gulden Convcntionsgeld.
Kopisch (Aug.), Maler und Dichter, geb. zu Breslau am 26. Mai 1790, genoß alsder Sohn wohlhabender und gebildeter Altern eine sorgfältige Erziehung. Seine Gymna-sialstudien machte er unter Manso, der ihn ganz für die Wissenschaften zu gewinnen hoffte;inzwischen hatte K. für die Kunst solche Vorliebe gewonnen, daß er 1815 die Akademie zuPrag bezog. Sein geistiges Leben jedoch, so regsam es war, blieb fortan ein getheiltes zwi-schen der Akademie und der Bibliothek, der Malerei und der Dichtkunst, den griech. und denaltdeutschen Dichtern. Zn Wien lernte er durch Wuk Stephanowitsch die serb. Volksliederkennen und fing nun an, nachdem er schon in frühester Zugend poetische Versuche gemachthatte, sich auf das im Kopf-Dichten zu legen, weil er, der ohnehin das Aufschreiben von Ge-dichten für prosaisch hielt, sich an dem Gedanken entzückte, daß die serb. Dichter weder le-sen noch schreiben können. So vollendete er mehre Balladen und größere epische Sachen,die er aus dem Kopfe herzusagcn wußte, von denen aber in späterer Zeit nur ein Bruchstück„Bonse, der Sammle" ausgeschrieben ist. Ein Übel an der rechten Hand, welches in Folgeeines Sturzes aus dem Eise entstanden war, hinderte seine technische Ausbildung als Ma-ler. Zur Heilung desselben reiste er, nachdem er 1819 Breslau wieder besucht und sich so-dann drei Jahre in Dresden aufgehalten hatte, nach Italien, doch entsagte er in Nom derMalerei und begab sich von hier nach Neapel, wo er sich mehre Jahre lang ganz dem Stu-dium des Volkslebens, des Volkstheaters und der Volkspoesie hingab. Hier hatte er auchals vorzüglicher Schwimmer das Glück, die weltberühmt gewordene blaue Grotte (Lrottaa-mrra) zu entdecken. Erst 1828 kehrte er nach Deutschland zurück und begab sich nachBerlin, wo er durch seine sprudelnde Unterhaltungsgabe bald allgemein beliebt wurde und1844 das Prädicat als Professor erhielt. Mehr als durch seine meist skizzenhaften Male-reien, mehr als durch seine Erfindung der berliner patentirten Schnellöfen, seine Ode anKönig Friedrich Wilhelm IV. (Aerl. >840) oder seine Übersetzung des Dante, machte ersich durch die Herausgabe it§l. Volkslieder unter dem Titel „-Igrumi" (Berl. 1837), na-mentlich aber durch seine „Gedichte" (Berl. 1836) bekannt, unter denen die schalkhaften,muntern oder neckisch märchenhaften die besten sind, und das Lied vom Noah im hohenGrade populair geworden ist.
Kopitar (Bartholomäus), ein ausgezeichneter Slawist, geb. am 23. Aug. 1780zu Re'pnje im Herzogthume Krain, besuchte seit 1790 die Schule zu Laibach und wurde>799 Hauslehrer bei dem Baron Zois und nachher dessen Secretair. Im I. 1807 kamer nach Wien, wurde > 809 Beamteter an der Hofbibliothek und ließ sich >508, um dieRechte zu studiren, bei der Universität inscribircn. Neben dem Studium der Rechte be-trieb er fortwährend mit vieler Vorliebe die verschiedenen slaw. Sprachen und deren Lite-ratur; seine erste größere Leistung hierin war die „Grammatik der slaw. Sprache in Krmn"