3Z2 Kopf Kopfsteuer
diesem Hauptwerke besitzen wir von Ihm eine „^ktronomia instaurata" und ein Buch „L,lateribos et sugiili» trisngulnrum" (Wittenb. 1532, -I.). Das zuerst crwähnteWerkwarschon um 1 530 vollendet; doch erst in Folge wiederholter Auffoderung des Kardinals vonSchönberg u. A., unter denen sich Rhäticus der Sache am thätigsten annahm, entschloß crsich zur Herausgabe; doch erlebte er dessen Erscheinen nicht. Übrigens hatte er darin sein!Ansicht nur als eine Hypothese dargestcllt, welche die Phänomene auf eine leichtere und un-gezwungene Art erkläre, eine Vorsicht, zu der ihn die damals vorherrschenden Begriff!zwangen; aber wohl erkennt man, welche innige Überzeugung er von der Rüstigkeit seinesWeltsystems hatte. Sein Leben haben Gassendi (Haag 1652, 3.) und Westphal (Kon-stanz 1822) beschrieben. Graf Sierakowski ließ ihm in der St.-Annenkirche zu Kraka»ein würdiges Denkmal errichten mit der aus Josua >0,12 entlehnten Inschrift: „8ts zoi,ne nio veure!", und auf Kosten der warschauer Gesellschaft der Freunde der Wissenschaftenwurde sein Standbild, von Thorwaldsen modellirt und von Gregoire in Warschau gegos-sen, 1829 in Warschau aufgcrichtet.
Kopf (caput), welcher das Gehirn und die Sinnesorgane des Gesichts, Gehörs, Ei-ruchs und Geschmacks enthält, ist offenbar derjenige Theil des menschlichen Körpers, wel-cher für das Leben und die Lebcnsthätigkeit die grüßte Wichtigkeit hat. Die Anatomie theil'den Kopf in zwei Theile, den Schädel (s. d.) und das Eesicht (s. d.), und betrachtet ihnnur im Verhältniß zu den andern Haupttheilen des Körpers, dem Rumpfe und den Er-tremitäten (s.d.), als Ganzes. Der Bau desKopses ist wegen der vielen Knochen, welchcr enthält und welche sämmtlich mit Ausnahme des ÜnterkieferS untereinander durch unbe-wegliches Gelenk verbunden sind, sehr fest; da er nur mit seinem hintern Theile auf duWirbelsäule einen Stützpunkt findet, so würde ihn sein bedeutendes Gewicht nach vorn undunten ziehen, wenn dieses nicht durch die starken Muskeln und Bänder am Hinterhaupt!verhindert würde. Die Bildung des Kopfes bei den Wirbelthiercn weicht von der des Men-schen sehr ab, besonders ist die Rundung desselben bei letzterm am vollkommensten, indembei erster» der vordere untere Theil mehr oder weniger aus dieser Rundung heraustritt, dochist bei ihnen der Neichthum des Kopfes an Organen fast noch derselbe. Der Kopf der wir-bellosen Thicre wird, je tiefer sie stehen, desto unvollkommener und in den untersten Classk«fehlt cr gänzlich. - Kopf bedeutet ferner in der Anatomie einen hervorstehenden Thaleines Knochens, besonders die Gelenktheile der Röhrenknochen.
Kopfschmerz (ceplialalgis) ist eines der am häufigsten vorkommenden Übel, und derSchmerz selbst sehr verschiedener Art. Bald wird er im ganzen Kopfe gefühlt, bald nurauf einer Seite, auf dem Scheitel, im Hinter- oder Vorderkopfe. Ebenso verschieden sinddie Organe, in denen er erzeugt wird; das Gehirn selbst, die verschiedenen Gehirnhaut!,die Schädelknochen, dieHaut über denselben können der Sitz des Übels sein. DiesclbcMau-nichfaltigkeit herrscht in Hinsicht auf die Ursachen. Kopfschmerz begleitet fast alle fieberhaf-ten Krankheiten und Eehirnaffectionen, die Verdauungsbeschwerden, Nervenkrankheiten,besonders Hypochondrie und Hysterie, wo er sich namentlich oft auf eine kleine Stelle be-schränkt (clavus üMericus) zeigt. Er kann sonach als reine Nervenaffection oder selbstän-dige Krankheit oder als Symptom anderer Krankheiten Vorkommen, sodaß man aus dnStelle, auf der er gefühlt wird, aus der Art, wie er sich äußert und aus der Zeit, in der ercintritt, manchen Aufschluß für die Diagnostik ziehen kann. Eine besondere Art des Kopf-schmerzes ist die Migräne (s. d.). Die häufigste und nächste Ursache der Kopfschmerzenist Andrang des Blutes nach dem Gehirn und dadurch bedingter Druck der angeschwcllt!»Blutgefäße auf dasselbe; dann entsteht er auch in Folge von Überreizung und Schwächedes Gehirns und Nervensystems überhaupt oder bei beginnender Desorganisation des Ge-hirns und der Umgebungen desselben. Nach Beseitigung der Ursachen des Kopfschmerzesverschwindet derselbe, daher die verschiedensten Mittel, Ableitung des Blutandrangs nachder Haut, nach den Füßen, Brechmittel, Abführmittel, nervenstärkende und krampfstillendeMittel u. s. w., mit gutem Erfolge gegen ihn angewendet werden, im Allgemeinen aber sichkein Mittel gegen jede Art Kopfschmerz angeben läßt.
Kopfsteuer ist in ihrer eigentlichen Bedeutung eine vom Volke nach der Zahl berKöpfe desselben, wobei jedoch in der Regel Kinder unter einem bestimmten Lebensalter