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8 (1846) Kaaba bis Ligne
Entstehung
Seite
329
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Konstan-z Kopeke 329

liegen zum Theil in höchst reizender Lage Bujukdereh (s. d.), Dulmah - Brktsche,Fondukli und Beschiktasch mit großherrlichen Sommerpalästen. Vgl. Hammer, „K. undder Bosporus, örtlich und geschichtlich beschrieben" (2 Bde., Pesth 1821).

Konstanz oder Kostnitz, im Großherzogthum Baden, amKonstanzer- oder Bo.densee (s. d.), da, wo der Rhein den obern und untern See miteinander verbindet, isttheilweise befestigt, ziemlich weitläufig gebaut und zählt etwa 6500 E. Mit ihren beidenVorstädten, welche jenseit des Rhein liegen, verbindet die Stadt eine Brücke. Die merk-würdigsten Gebäude sind die bischöfliche Residenz und der Dom, schöne Denkmäler goth.Baukunst. Die Stadt hat ein Lyceum, ist aber sehr öde, indem Handel und Industrie dar-niederliegen. Sie war früher Reichsstadt, bis sie in Folge dessen, daß sie das Interim(s. d.) nicht annahm, 1518 ihrer Privilegien als solche verlustig, in die Acht erklärt undvon dem Kaiser Karl V. seinem Bruder Ferdinand geschenkt wurde, worauf sie nun bei demHause Ostreich verblieb, bis sie 1805 an Baden abgetreten wurde. Ein Bisthum wurdedaselbst sehr frühzeitig begründet und es hatte dasselbe zuletzt ein Areal von 22 OM. mit55000 E. Der Bischof war deutscher Neichsstand und residirte theils in dem K. gegenüberauf dem rechten Nheinufer gelegenen Flecken Petershausen, theils in Möskirch. Im Z.1802 wurde das Bisthum säcularisirt und dessen Gebiet an Baden gegeben. Geschichtlichmerkwürdig ist K. besonders durch das daselbst 1414—18 gehaltene Coneil. Der Zweckdesselben war, den Unordnungen hinsichtlich der Papstwahl und der Verbreitung der LehreHuß's ein Ende zu machen. Hierzu fanden sich ein nächst dem Kaiser Sigismund unddem Papst Johann XXIII. 26 Fürsten, HO Grafen, mehr als 20 Cardinäle, 5 Palliar-chen, 20 Erzbischöfe, 0 l Bischöfe, 600 Prälaten und Doctorcn und gegen 4000 Priester.Die drei Päpste, JohannXXIIl. (s. d.), GregorXII. und BenedictXIII., wurden ab-gcsetzt, dagegen wurde MartinV. (s. d.) zum einzigen rechtmäßigen Papst gewählt; Huß(s. d.) und Hieronymus von Prag (s. d.) wurden verurtheilt und verbrannt. DerKaiser hoffte mm eine gänzliche Verbesserung der kirchlichen Angelegenheiten bewirken zukönnen; allein da der neue Papst wider des Kaisers Willen sich nach Italien begab, gingdie Kirchenversammlung auseinander, ohne daß dieser Zweck erreicht worden war. Diesgeschah erst auf dem Concil zu Basel (s. d.). Noch zeigt man in K. die Halle, wo sich dasConcil versammelte und die jetzt als Markthalle dient; das Haus, wo Huß gefangen ge-nommenwurde; seinen Kerker in demjetzt zur Fabrik umgestaltcten Dominicanerkloster undin der Domkirche eine Messingplatte aufder Stelle, wo ihm das Todesurtheil verlesen wurde.

Konstanzersee, s. Boden see.

Kopä'ls, ein See oder vielmehr eine weite sumpfige Niederung im Mittelpunkte vonBöotien, nach der an der Nordostseite gelegenen Stadt Kopä benannt, jetzt See von Li-vadia undTopolia, wird besonders von den Flüssen Kephisos (s. d.) und Melas(s.d.) gebildet und erhebt sich während der Herbstzeit bei anhaltenden Regengüssen zu einerzusammenhängenden Wasserfläche, trocknet aber im Frühjahr und Sommer theils durchdie Sonnenhitze, theils durch den Abzug von 20 meist natürlichen Kanälen, mittels derener mit zwei benachbarten Seen und dem Euböischen Meere in Verbindung steht, häufig soein, daß im Aug. und Sept. die schönsten Triften zum Vorschein kommen. Gesucht warim Alterthume besonders das hier wachsende Flötenrohr. Vgl. O. Müller, „Orchomenosund die Minyer" (Brest. 1824; 2. Ausl., 1844).

Kopal ist der Name eines aus verschiedenen Bäumen in Westindicn und Ostindienfreiwillig ausflicßcnden Harzes. Opalli heißt nämlich in Indien jedes klare Harz. EinigeHelle westind. Kopalsorten nennen die Engländer Anime. Der Kopal ist citrongelb bisfarblos, durchscheinend bis wasserhell, ziemlich hart und in der Kälte fast geruch- und ge-schmacklos. Er löst sich nur zum Theil in Alkohol und Terpenthinäl auf, wirk aber daringanz auflöslich, wenn man ihn einige Zeit schmilzt. Aus geschmolzenem Kopal und Wein-geist oder Terpenthinöl, oder endlich gekochtem Leinöl bereitet man verschiedene blaßgelbeoder fast farblose Firnisse und Lacke, welche vielfache Anwendung finden.

Kopeke, eigentlich Kopeika, heißt eine in Rußland gangbare Münze, die erste, dieüberhaupt hier nach Abschaffung des Pelzgeldes geprägt wurde, und die ihren Namen vondem Reiter (dem heil. Georg) mit der Lanze (koTrds) empfing, der gewöhnlich auf der einen