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8 (1846) Kaaba bis Ligne
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Kabul Kabylen 3

leicht giiomenartige, geheime Naturkräfte darstellende Gottheiten waren, deren Cultus einaus Asien stammender orgiastischer Naturcultus war. Ob die angeblichen phöniz. undägypt. Kabircn dieselben wie die griechischen waren, ist bei der Sucht der Griechen, ihre Gott-Heiken in fremden Göttern wiederzufinden, sehr zu bezweifeln. Bei der großen Verbrei-tung des orgiastischen Naturcultus über ganz Vorderasicn und Ägypten, und der Ähnlich-keit und innern Verwandtschaft seiner Gottheiten und ihres Wesens ist es wahrscheinlich,daß die phöniz. und ägypt. Kabiren nur den griechischen analoge Gottheiten waren.

Kabul, das wichtigste afghanische Königreich, benannt nach der Hauptstadt gleichesNamens, begrenzt im Norden von dem Hindukusch, östlich von den die Gebirgscinöden desParopamisus bewohnenden Eimaks und Hezarehs, südlich vom afghanischen Reiche Kan-dahar und westlich von der den Afghanen durch die Seikhs abgenommenen Provinz Pi-schauer, besteht hauptsächlich aus dem Flußgebiet des ober« Kabulflusses. (S. Afghani-stan undKandahar.) Zn neuester Zeit, seit dem Rückzüge der Engländer im I. 1542,haben sich die innern Verhältnisse in K. sehr verwirrt, indem Ukbar Khan, der Urheber derVerschwörung, welche die engl. Herrschaft in K. stürzte, die frciheitslustigen und häufigwiderspenstigen afghanischen Häuptlinge nicht sogleich zu zügeln oder gar seiner Herrschaftzu unterwerfen vermochte. Daß die Engländer auf ihrem Nachezuge gegen K. im J. 18 >Z(s. Ostindien) Ukbar Khan zum Rückzüge in die Gebirge zwangen, zeugt nicht für dessenSchwäche, da dieser Zug es gar nicht auf Vertreibung Ukbar Khan's abgesehen hatte, son-dern lediglich auf Befreiung der in afghanischen Händen befindlichen gefangenen Eng-länder und auf Wiederherstellung des in Indien durch die frühere Niederlage in Indien sosehr erschütterten Rufes der engl. Waffen. Was die beiden rivalisirenden Herrscher SchahSchudschah und Dost Mohammed betrifft, so soll der erste«, der nach dem Rückzuge derEngländer aus K. im I. >842 daselbst zurückblieb, von den aufrührerischen Afghanenermordet worden sein, der letztere aber, den die Engländer nach ihrem Zuge von 1843 frei-ließen und der darauf wieder nach K. zurückkehrte, hat seinen frühern Rang daselbst nichtwieder eingenommen, sondern seinen Sohn Ukbar Khan an der Spitze der Angelegenheitengelassen. Die Stadt Kabul, von Ptolemäus unter dem Namen Kabnra gekannt, liegtin einer schönen, gut angebauten und bevölkerten Thalebene, welche hohe Gebirge umgeben,am Kabulflusse. Sie zählte sonst 6»8iwtit) E., darunter viele Armenier und Juden,war ein wichtiger Stapelplatz für die Karavanen zwischen Persien und Indien und derMittelpunkt eines bedeutenden Handels. Die meisten Häuser sind nur von Hol; undLehmziegeln gebaut, ebenso wie die Stadt nur von einer Backstcinmauer umgeben ist; dieschönsten Gebäude sind die vier Bazare, von denen der größte/ 6t><> F. lange für ein Wunderder Baukunst in ganz Asien galt. Auf dein Gipfel eines Hügels liegt das befestigte SchloßBala-Hissar, in welchem sich der königliche Palast befindet. Seit der letzten Einnahme derStadt durch die Engländer im I. >843 und ihrer theilweisen Zerstörung durch dieselbenvor ihrem Rückzug hat sich viel in ihr geändert; der große Bazar wurde von ihnen absicht-lich zerstört und liegt in Trümmern, ebenso der Bala-Hissar; auch der sonst so bedeutendeHandel ist durch den Abbruch alles Verkehrs mit Indien fast ganz vernichtet.

Kabylen oder Berb crn, sind nächst den Arabern die zahlreichste Völkerschaft derBerberei (s. d.). Ihre Wohnsitze, die hauptsächlich in den Hähern Gebirgsgegenden undim algierischeu Küstengebirge gelegen sind, erstrecken sich von Tripolis bis nach Marokko.Vorzüglich in dem letzter» Lande sind sie zahlreich und der dort befindliche GebirgSstock desAtlas gehört ihnen fast ausschließend an. In den südlichen Ausläufern des Atlas sindsie seltener. Die Berbern, die sich in Tunis und Algier Kbaili, d. i. Kabylen, in MarokkoAmazirgh nennen, sind ohne Zweifel die Nachkommen der Ureinwohner des alten Nord-afrikas, der Libyer, Gätuler, die freilich von den ältesten Zeiten an häufig mit Einwanderern,z. B. den Überresten der Punier und der zersprengten Vandalen, gemischt wurden undihren Namen wechselten, wie sie denn zur Römerzelt Numidier und Mauritanier hießen,jedoch immer trotz dieser Mischung ihren ursprünglichen Typus bewahrten. Zum kauka-sischen Stamm gehörig sind sie im Allgemeinen mittler Statur, durchgehend mager, aberdabei von starkem Knochenbau. Sie haben auffällig wenig Bart; die Haare sind bei den